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Wasserleitung
nennt diese Leitungen Aquäducte, wenn sie in grö-ßerer Höhe über der Erde auf Bogenstellnngen, da-gegen Röschen, wenn sie unter der Erde in einemTunnel fortgeführt werden. Auch hier sind starkeKrümmungen u. Querschnittsveränderungen zu ver-meiden. Wände nnd Sohle einer einfachen Leitungwerden wasserdicht hergcstellt durch eiue 30 bis 00om starke, mit Lehm, Thon od. Beton ausgeramm-ten Schicht. Der Boden wird bisweilen mit Kiesbedeckt, damit das Wasser sich läutere. Die W-cuwerden mit Platten u. Erdreich od. durch Gewölbeoder durch Bohlen abgedeckt, um Eisbildung, Ver-dunstung des Wassers u. Verunreinigung desselbenmöglichst zu verhindern.
Historisches: Im Alterthum waren die W-cntheis ofsensüberThäler in Bogenstellungen geführt),theils unterirdisch, bisweilen gepflastert oder auskünstlichem Kitte bestehend, od.ausLehm- od. Thon-erde, auch aus metallenen Röhren, od. aus Rinnenvon Quadersteinen zusammengesetzt. Die W-cn inÄgypten, Babylonien und Assyrien zur Bewässer-ung des Landes dienten auch zumTheil zurZnführ-ung des Trinkwassers. Ans Inschriften von Niniverühmt sich Tiglath Pileser des Baues einer Lurchfelsiges Gebirge geführten, eine Meile langen W.Behufs Zuführung von Trinkwasser wurde eiue W.in Jerusalem unter Salomo angelegt, durch welchedas Wasser bis in den Teich Siloam (oder Gihon)geführt wurde. Von dort leitete es Hiskia LurchRöhren aus dem sog. Oberen Teiche nach Jerusa-lem, wo es sich in dem Unteren Teiche sammelte;von diesem Teiche führte die W. des Pilatus auf ge-mauertenBogeninspätererZeitdasWassernachZion;ferner bestanden W-en in Alexandria Troas; inEphesos, gegen 44 km lang, in steinernen Rinnenüber Berge und Thäler geführt, größtentheils nochvorhanden; in Nikomedien in Bithynien; in Smyrna.In Griechenland gab es mehrere W-en, z. B. inAthen, die eine aus der Quelle des Jlissos, an derMarathonischen Straße, 9 km lang; daselbst sindnoch vier erhalten, deren zwei für griechische, zwei vonausgezeichneter Bauart für römische erklärt werben.In Korinth leitete die eine das Wasser vom BergeKyllene, 26 km lang, die andere ans einem Armedes Asopos. Die berühmtesten W-cn waren inItalien, u. zwar in Misennm aus Marmor, vonAgrippa erbaut; in Narnia, 29 km lang, mit vierBogen, von denen einer, Brücke des Augustns ge-nannt, übrig geblieben ist; in Spolelum, angeblichvom König Theuderich erbaut, fast ganz erhalten.Hauptsächlich in u. bei Rom wurden W-eu (^gnav)besonderes Bedllrsniß, da die Brunnen bei der zu-nehmenden Bevölkerungnichtausreichten. Siebrach-ten dasWasser oft40km weit her, selbst überBergeu. Felsen. Nachdem das gefundene Wasser durch Ab-wägung geprüft war, legte man gemauerte Kanäle(Lpoous, Lanaiss) an, theils unterirdische, theils sichüber Thäler erhebende, in denen das Wasser inRöhren od. abgedeckten Rinnen floß. In gewissenZwischenräumen sammelte sich das Wasser, der Rei-nigung und der Verstärkung des Druckes wegen, ingroßen Behältern (kisemas). In der Stadt wares in des. dazu errichteten Gebäuden (Oastoiia, vi-viäiouia) ausbewahrt u. wurde durch bleierne odersteinerne Röhren (ksisbulao) in die verschiedenen Ge-genden der Stadt vertheilt. Die Röhren waren von
sgcrr'chtigkeit.
verschiedenem Durchmesser; die von s- Zoll Durch-messer im Lichten hießen Lopbsuarias, die von ^Vioonariao, die von ^ Vioonao guiuao rc. Der hGebrauch des Wassers einer W. stand, bei Len hohen !:Baukosten, den Einwohnern nur gegen eine Abgabe sfrei. Während der Republik hatten die Censoren uÄdilen die Aussicht über die W-en, unter den Kaiserndie Ouratorss aguarum (0. ckormarum. Aoäiios k.,Oomitss k.), welche unter dem krasksotus urbtstanden; der Oberanfseber über die W-en hießOon-suiaris aguarum (?raet'sobns a.), sein Amt warunter Augustns sehr angesehen, er hatte außerhalb 4der Stadt zwei Lictoren, drei Staatssklaven, einenArchitekten, Secretäre rc. in seinem Gefolge. Die sLüronitorss bereisten fortwährend die W en, um ^darauf zu achten, daß Alles in gehörigem Standebliebe. Außer der ältesten, der Lgua appia, besau- > ^den sich noch 13 Haupt- und mehrere Nebenwasser-leitungen in und bei Rom, welches noch heute vonallen Städten der Welt am reichsten mit Wasser ver-sorgt ist, vgl. Rom, S. 292, 2. Sp. In Gallienvon Römern erbaute W-en finden sich in Arcneil, !vom Kaiser Constantius Chlorus erbaut, von denNormannen zerstört u. wieder hergestellt von Mariavon Medici; zu Bncq, Ruinen: 19 Bogen u. meh-rere Pfeiler; auf einer Wiese bei Contance, säst nochganz erhalten; zu Lyon, unter Nero erbaut, vomFuße des Pila her acht Meilen weit geleitet; Ruinenvon Bogen bei Fourviere; zu Metz, unter den erstenrömischen Kaisern, vor 70 n. Ehr., erbaut, zumTheilunterirdisch, vom jetzigen Gorze unter der Moselweg geleitet, u. a. In Spanien zu Merida inEstremadura, von Augusts Unterfeldherrn CaritiuS ^erbaut; inSegovia,mit177Bogen,angeblichvonTra> Ijan erbaut; zu Tarragona in Eatalouieu. In Co n- Istantinopel, woselbst die großartigsten Cisterne» lim 0. Jahrh. angelegt wurden. In neuererZeit >wurde eine großartige W. angelegt von LudwigX.IQ Ibei Versailles, welche dreiReihenArkaden u. 242Äo-gen hatte u. jetzc in Ruinen liegt. Bei Lissabon n. !zu Caserta befinden sich ebenfalls großartige, moderne lW-eu. Die W-en der Gegenwart sind meist Druck- ^rohrleituugen, in welchen das Wasser von Pnmpsta- >tionen ans und mit Hilfe von Hochreservoirs bewegt ;wird. Literatur: Geniey, Üssai. sur iss mogwnsäs ocmäuirs Iv8 vaux; Dupnit, ll'Irsoris äs ia oon-äuitsässoaux, Par. 1854; Grimaux,Oös srrnxpu-bliguW ob äs lour appiioabicm aux besoius äovKranäss villos ob äos irabitatious ruraios, Parls1863; König, Anlage u. Ausführung von W-en undWasserwerken mit des. Rücksicht auf Städteversor-gnng, 2. A. bsarb. von Poppe, Lpz. 1878; Zal-bach, W. in Wohngebäuden, Halle 1876; Humber,Nroa-biss on tbs rvnbsr suppig ok eibios anä tovos,Lonü. 1876; Grahu, Die städtische Wasserversor-gung, München 1878 s.; Journal sllr Gasbeleuch-tnng u. Wasserversorgung, herausgeg. von Schillingnnd Bunte, ebd. 1857 ff. Vgl. auch den Art. Wasser-bauknnst u. die dort verzeichnete Literatur. KMe. ,
Waffcrleitu»gsgercchtlflkeit(8örvitnsagng.s- j
änebus). Die dingliche Dienstbarkeit, vermöge derenein Grundstücksbesitzer befugt ist, Wasser in Röhren ^oder Kanälen ans einer fremden Quelle oder durcheines Anderen Grundstück in das seinige, oder ansseinem Grundstücke Lurch des Nachbars Grund und ,Boden abznleiteu. Im ersten Falle darf ein steiner-