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Voigklcind — Volt.
V. in Magdeburg, st. 2.Oct. 1877 iu Mailand. Siesehr, durch ihre Originalität u. ihren Geistreichthnu,sich anszeichnende Romane: Ein Prinz von GottesGnaden, Jena 1863; Ein weiblicherÄrzt, ebd. 1863,
2 Bde.; Novellen und Skizzen, Lpz. 1867, 3 Bde.;Die Tochter derAlhambra, hist. Roman, Berl.1869,
3 Bde.; dann die trefflichen Schilderungen: Spanien,-2.A. Lpz.1868, 2 Bde.; Im Lande der Pharaonen,Wien 1869; Historische Bilder ans der Allen Welt,ebd. 1870; Ans guter alter Zeit, ein Familiengc-niälde, Lpz. 1873.
Boigtland (I'orra aävoeatornin), Landstrich,welcher den ehemaligen Voigtländischen Kreis desKönigreichs Sachsen, der gegenwärtig den süd-westlichen Theil der Kreishauptmannschaft Zwickaubildet, die Rcnßischen Länder, das sachsen-Weimar.Amt Weida,denprenß.KreisZiegenrück,das sachsen-altenburg. Amt Ronneburg, die ehemalige Landes-hanptmannschast Hof im daher. Regbez. Oberfran-ken u. die böhm. Herrschaft Aich umfaßt. In älterenZeiten rechnete man hierzu noch die Bezirke der sächs.Gerichtsämter Elbenstock, Johann-Georgenstadt,Äirchberg, Schneeberg, Schwarzenberg, Werdau n.Zwickau (letzteren größtentheils), ferner das Saal-feldische, Las Egerland nebst der Herrschaft Graßlitzin Böhmen u. einen Theil des Bisthnms Bamberg.Der Sitz des Vogtes war Plauen. Das B. bildetein mit dem Erzgebirge, dem Fichtelgebirge u. demFrankenwalde zusammenhängendes, bis zu 600 mansteigendes Plateau, welches von den Thälern derSaale, Elster rc. durchschnitten wird. — Die altenHerren des V-es stammten mütterlicherseits von denGrafen von Gleisberg, väterlicherseits von dem säch-sischen Ebeln von Eckbert. Heinrich der Reiche (im12. Jayrh.) besaß Len ganzen Landstrich, welchernach ihm, da er vom Kaiser Friedrich I. die erblicheWürde als Reichsvoigt erhalten hatte, das V. ge-nannt wurde. Diese Vögte zerfielen in mehrere Li-nien, nannten sich alle des heiligen Römischen ReichsVögte u.Herren u. nahmen im lü.Jahrh. den Fa-miliennamen der Reußen an. Ans ihnen ist diefürstliche Linie Neuß entstanden, welche noch jetzteinen Theil des alten V-es beherrscht. Wol nie istder ganze, V. genannte Landstrich ausschließlichesEigenthnm dieser Vögte gewesen, sondern immerwohnten andere reichsnnmittelbare Dynasten dazwi-schen, so die Grafen von Eberstein bei Planen, dieHerren von Lobdabnrg, die Grafen von Orla-münde rc. Spater verloren die Vögte Eger undGraßlitz an Böhmen; die LandeshanptmannschaftHof kam 1373 durch Kauf an die Burggrafen vonNürnberg. Ferner verloren sie nach n. nach Ronne-burg, Knmmitzjchan n. alle Besitzungen im Erzge-birge, 1560 durch Kauf die Ämter Weida, Arns-hangk u. Ziegenrück, 1669 Plauen, Veitsbcrg undPausa an Sachsen, so daß der Antheil, welchen dasHans Sachsen von dem ehemaligen V. besaß, weitgrößer ward als der ihrige. 1666 kam durch Testa-sment des Kurfürsten Johann Georg l. das Sächsi-sche V. mit dem Neustäüter Kreise als Erbtheil andie neue Linie Sachsen-Zeitz, fiel aber mit derenAussterben 1708 wieder au das Kurhaus zurück.!1815 ward der Nenstädter Kreis von Sachsen anPreußen abgetreten, welches den größten Theil des-!selben anWeimar überließ. Vgl. Lromlers Samm-^lnug zur Geschichte des B-es, Lpz. 1767; Limitier^
Geschichte d-S V-cS, Gera 1825-28; Jahn, Ge-schichte des L-ächsiichcn V-es, Planen 1831; Köhler,Bolksbranch, Aberglaube, Sagen u. alte Überliefer-ungen im V., Lpz. 1867. H- Berns.
Boigts-stihel-, Constantin Bernhard von,prcuß. General, geb. 16. Juli 1809 in Seesen: trat1827 in die prenß. Armee u. erhielt 1829 das Lien-tenantspatent; er wurde zur Allgemeinen Kriegs-schule, daun zum Topographischen Bureau n. nach-her znm Großen Generalstabe commandirt; hieravaucirte er bis zum Hauptmann n. trat 1847 alsMajor in den Generalstab des 6. Armeecorps; 1848machte er den Zug gegen die polnischen Insurgentenunter Mieroslawski in Posen mit, stieg 1853 zinnOberstlientenant n. 1856 zum Oberst auf n. wurde1858 als Generalmajor Director des allgemeinenKriegsdepariements im Kriegsministerium; 1859erhielt er Las Commaudo in Luxemburg, 1863 alsGenerallientenant das der 7. Division n. 1864 dasder Bnndesgarnison in Frankfurt a. M. Nach demKriege gegen Österreich 1866, den er als Chef desGeneralstabs der ErstenArmee mitmachte, wurde erGouverneur von Hannover u. als General der In-fanterie Commandant des 10. Armeecorps, mit wel-chem er 1870 mit gegen Frankreich zog n. unter demPrinzen Friedrich Karl erst um Metz, dann anderLoire mit Auszeichnung focht, des. bei Mars-la-Tour,Beanne-la-Rolaude n. Le-Maus. 'Nach dem Frie-den kehrte er ans seine Generalcommaudantur nachHannover zurück, wurde ans sein Ansuchen durchCabinetsordre vom 11. Dec. 1873 zur Dispositiongestellt und st. in der 'Nacht zum 14. April 1877 zuWiesbaden. Vgl. die Ergänzung znm Generalstabs-werl, herausg. von v. Glasenapp, Bert. 1879. S.
Avirvn, Stadt imArr. Grenoble des franz.Dep.Jiere, an derMorge, Station der Paris-Lyon-Mit-telmeerbahn; schöne moderne Kirche, Gewerbckam-iner, Fabrikation von Stähl und Eiseuwaaren, Pa-pier, Lichten, Leinwand, Seidenstoffen, Liquenr rc.,Eisengießerei, Eisenhämmer, Handel; (1876) 79ÜSEw. (Gem. 11,064).
Boit, 1) August, deutscher Baumeister, geb. 17.Febr. 1801 in Wassertrüüiugen in Bayern als derSohn eines prenß. Bancondnctenrs; vollendete seinehumanistischen Studien in Augsburg, hörte an derUniversität Landshnt philosophische u. naturwissen-schaftliche Studien, sowie Baukunst, trat 1822 ander Akademie zu München ein u. bildete sich unterGärtner, woraus er nach Italien ging, 1825 in de»Staatsdienst trat, 1832 Kreisbanrath in Speyer wardu. durch den Ban des Rathhanses in Annweiler dieAufmerksamkeit des Königs Ludwig auf sich zog-Ende 1841 folgte er Gärtner als Professor an derMünchener Akademie u. ward 1847 Oberbaurath.1854 wurde er in den Adelsstand erhoben. Er cnl-tivirte meist den romanischen Stil, bald nach nord-germanischen, bald nach italienischen Vorbilder»V. st. 12. Sept. 1870. Hauptwerke: die neue Pina-kothek (deren Plan jedoch, was das Äeuße» betrisst,gegen seinen Willen n. zum Nachtheil der Schönheitabgeändert ward) u. der Glaspalast iu München; dasnoch vor seiner Vollendung wieder abgebrochene kgl-Schloß bei Feldafing; Vollendung der AugsburgerDomthürme (mitDenzinger). 2) Karl, berühmterPhysiolog, Sohn des Vor., geb. 31. Oct. 1831 zuAmberg; stndirte in München, Würzbnrg u. Göttin-