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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Voigt

10. n. II. Jahrh. setzten die Kaiser V-e in einigen4 Provinzen ein. Sie waren wie die Burg- n. Pfalz-I grafen Verwalter der kaiserlichen Güter, welche» aber schon in einer größer» Ausdehnung bestanden,als bei jenen , die nur Burgen nebst Gebiet zu ver-walten hatten. Es gab solcher V-e in Elsaß, inSchwaben n. im Voigtland. Auch in Reichsstädtengab es solche vom Kaiser eingesetzte V-e n. sie übten! dort den Vlntbann ans, während der Schultheiß»ur über Civilstreitigkeiten entschied; 3) besondersein Schutzherr eines Klosters (Kloster-V.) od. geist-lichen Stifts (Stifts-V.), welcher dieselben zugleichin weltlichen Dingen vertrat n. dieGerichte derselbenhandhabte, vgl. Vicedoin; 4) so v. w. Vormund,Curator, Sachwalter; 5) Beamter, welcher die Auf-sicht über etwas führt, gewöhnlich mit einem Zusatz,

! der sein Geschäft näher bezeichnet, z. B. Hardes-,Schloß-, Hans-, Feld-, Amts-V. (so v. w.Kerkermeister od. Aufseher über die Gefängnisse) rc.;i 6) ein Gerichtsdiener, welcher bes. die Parteien vor-zuladcn hat.

Voigt, 1) Johann Karl Wilhelm, Minera-k log, geb. 20. Febr. 1752 zu Allstädt; studirte 1778I bis 1775 in Jena die Rechte u. 177678 in Freit berg Mineralogie, beschäftigte sich viel mit der Bild-ung des Basalts u. der vulkanischen Prodncte, un-tersuchte in mineralogischem Interesse das Fürsten-ihum Weimar, das Hochstift Fulda, die Brannkoh-lenwerke in Hessen, begleitete Len Herzog von Wei-l mar ans seinen Reisen als Naturforscher, wurde

1785 Bergsecretär u. 1789 Bergrath in Ilmenauu. st. I.Jan. 1821. Er schrieb: Mineralogische Reisedurch das Herzogthnm Weimar n. Eisenach, Weim.178185, 2 Bde.; >794 von Goethe neu heraus-gegeben: Mineralogische Beschreibung des HochstistsFulda u. einiger Gegenden am Rhein und Main,Dessau 1783; Mineralogische Reise von Weimar»ach Hanau, Lpz. 1784; Briefe über die Gebirgs-lehre, Weim. 1785, 2. A. ebd. 1786; Mineralogischeund bergmännische Abhandlungen, ebd. 178991,

3 Bde.; Praktische Gebirgskunde, Wenn. 179297;

> Mineralogische Reise nach den Brannkohlenberg-

> werken u. Basalten in Hessen n. am llnterharz, ebd.s 1802; Geschichte der Steinkohlen, Braunkohlen und

des Torfs, ebd. 18025 , 2 Thlc.; Geschichte desJlmenaner Bergbaues, Sondersh. 1821. 2) Jo-hannes, bedeutender Historiker, geb. 27. Ang.

1786 zuBettcnhanscn (Meiningen); studirte seit 1806ni Jena Philologie, Geschichte und Theologie, ging1808 ans Pädagogium nach Halle, habilitirte sichdortanderUniversität 1812 n. wurde 1817 Professorder geschichtlichen Hilfswissenschaften u. 1821 Pro-fessor der Geschichte u. Archivdircctor in Königsberg,wo er 23. Sept. 1863 starb. Er sehr.: Hildebrandals Papst Grcgorins VII. n. sein Zeitalter, Weim.1815, 2 Bde., 2. A. 1846; Geschichte des Lombar-denbundes, Königsb. 1818; Geschichte derEidechfen-^f^Ichast, ebd. 1821; Geschichte von Maricnbnrg,ebd. 1824; Geschichte Preußens von den ältestenZeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deut-schen Ordens, Königsb. 182739, 9 Bde.; Diewestfälischen Fehmgerichte in Beziehung auf Pren-°sn, ebd. 1836; Handbuch der Geschichte Preußensdis zur Zeit der Reformation, ebd. 184243, 3

> 'Ode., 2. A. 1850; Namen-Codex der deutschen Or«»eusbeamten, Hochmeister rc., ebd. 1843; Geschichte

Pirrers IIniverlal-ConversationS-Lexikon. 6. Aufl. xv

- Voigtel.

des sogenannten Tngendbnndes, Berl. 1850; Mark-graf Älbrccht Alcibiades von Brandenburg-Calm-bach, Berl. 1852, 2 Bde,; Geschichte des DeutschenRitterordens, ebd. 185759, 2 Bde.; gab auch mitF. W. Schubert die Jahrbücher Joh. von Linden-blatts, Osficials zu Riesenburg 1823; allein denOoäox ckipioinabicus i?rnssieus, ebd. 183661,6 Bde.; mit dem Grasen Raczynski die ChronikWigands von Marburg, 1840; Briefwechsel der be-rühmtesten Gelehrten des Zeitalters der Reforma-tion mit Herzog Albrecht von Preußen, ebd. 1841,heraus. 3) Karl, ausgezeichneter Medailleur, geb.zu Berlin 1800, st. zu'Triest 13.Oct. 1873 auf derRückreise aus Deutschland nach Rom. Armer LeuteKind lernte V. bei Vallgold Graviren u. dann unterLoos in der königl. Münze Stempclschneiden, ward1820 erster Münzmedaillcnr, ging 1825 nach Lon-don, Paris, Mailand u. Rom, wo er bei GiromettiSteinschneiden lernte. Von König Ludwig I. nachMünchen berufen, schnitt er als erster Münzmedail-lenr die Stempel zu den bekannten Geschichtstha-lern und die Mllnzstcmpel für die meisten kleinerendeutschen Bundesstaaten, daneben viele Ehren- undGedächtnißmedaillen, so ans Ludwig I., Thorwald-sen, in dem er allezeit sein Vorbild sah, Cornelius,Kanlbach rc. Seit Ende der 50er Jahre lebte V.in Rom n. schnitt dort viele Medaillen. Zn seinenbesten Arbeiten gehört ein kurz vor seinem Tode ge-schnittener Cammeo: Medusa. 4) Teresa, geb.Fio-roni ans Rom, des Vorigen Gattin, ausgezeichneteMiniaturmalern!, lebt z. Z. in Rom. 5) Moritz,Rechtslehrer, geb. 10. Sept. 1826 in Leipzig, stn-dirte daselbst 184145 Philologie u. Jurisprudenzu. wurde 1853 Advocat u. Notar, 1864 aber Pro-fessor (orck. üorwr.) der Rechte in Leipzig. Er schr.:Die Lehre vom jus natnrais, asgnum st bonum u.jus Mnbinm der Römer, Lpz. 185671,4 Bde.;Drei epigraphische Constitutionen Constantins d.Gr. und ein epigraphisches Nescript des Ablavius,ebd. 1860; Iber die conriickionss ob os.nsa.in undüber causa, u. titnins im Allgemeinen, ebd. 1862;Die IcxLIasnia cks äots, ebd. 1866; Über die Be-dentnngSwechsel gewisser die Zurechnung rc. bezeich-nender technischer lateinischer Ausdrücke, ebd. 1872.lieber die Klientel und Libertinität, ebd. 1879. 6)Ludwig Georg, Geschichtschreiber, Sohn von V.2), geboren 5. April 1827 in Königsberg, studirtedaselbst Philologie und Geschichte und wurde 1852Custos an der Universitätsbibliothek; 1855 ging erals Professor nach München, wo er unter Sybel diedeutschen Reichstagsacten heransgab, 1860 als Pro-fessor der Geschichte nach Rostock n. 1866 als solchernach Leipzig. Er schrieb: Die Wiederbelebung deselastischen Älterthnms, Berl. 1859; Papst Pins II.,ebd. 185663, 3 Bde.; Die Kyfshänsersage, Leipz.1871; Moritz von Sachsen, ebd. 1876; n. gab her-aus die Denkwürdigkeiten des Minorite Gordamisvon Giano, Lpz. 1870. Or. SI4) R-gn-t. 2)S) OLagai.

Voigtei, das Gebiet, der Bezirk, dann Würde,Amt eines Voigts.

Boigteilehn (Schutz- od. Schirmlehn, HPuckumaävocstü), die zu Lehn gegebene Schutz- od. Schirm-gerechtigkeit über einen District, Ort od. eine Sache.

Voigtei, Valeska, geb. Müller, als Schrift-stellerin unter dem Namen A r thnrSt a h l bekannt,seit 1868 Wittwe des preuß. Landtagsabgeordneten-in. Band. 14