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Visconti -
Bisrontil) Ennio Quirino, berühmter Ar-chäolog, Sohn des Präfecten der Altcrthümer zuRom, Giambattista Antonio V., geb. 1. Nov.1751 in Rom, widmete sich dein Studium der Al-terchiimcr. Er wareinfrühreifesWnvderkind (über-setzte schon 1765 die Hekabedes EnripiLcs); blieb da-bei doch anspruchslos. Seit 1771 stndirte er dieRechte und der Papst ernannte ihn bald zum Ca-merlengo und Nnterbibliothekar an der Vaticana.1785 heirathetc er n. wurde Bibliothekar des Für-sten Chigi, welcher ihm den C. Fca beigab. Er gabden Text zu den Kupfern des Museum Pio-Clemen-tinnm heraus, Nom 1782—1807, 7 Bdc. u. wurde1781 Conscrvator des Museniti Capitolinnm. Beider ersten Besetzung Noms durch die Franzosenward er von Berthier zu einem der Mitglieder derprovisorischen Negierung ernannt, mußte aber, alsdie Neapolitaner Rom besetzten, nach Perugia flie-hen; zurückgekehrt, entwich er 1799 bei der zweitenBesetzung nach Frankreich, wurde in Paris 1803Mitglied des InsMnt, Oberaufseher des neu er-richteten Museums und Professor der Archäologie.1817 wurde er durch das Parlament nach Eng-land cingeladen, um den Preis der für das BritischeMuseum anznkanfenden Denkmäler des Lord Elginzu bestimmen. Er starb 7. Februar 1818 in Paris.Schriften: Ootirossur la 8isils, 1778; Llonnmontnäoxli Loipioiii, 1780; Lion. seribti ckel innssoäel Liguor Pom. .Isnlcins, 1787; Ossvrvarioniou äus mnsaisi and. stör., 1788; Ol nn bassoliliovo rappr. 6iovs o Llinorva, 1788; Ossorvav.sopra uv aut. oamoo 1793; Iserivioni Froolro obe.1791; kittnrsäi nn and. vaso litdilo, 1791; Lion.Kabini ckolia villa Oinoiana, 1797; Ooseripticmäes antiguss än Lknsss roz-ai, letzte Ausgabe Par.1817; Ossor. äss vasss pointos ein Llnsso, 1802;ürplieation cio la tapisserio cko la. Itsins Lla-tlMo, 1803; Osttros snr 1a eostnmo äos sta-tuss untignos, 1801; leonvArapiiio ^rsogns,1808, 3 Bde.; loonoArapiiis roinaino, 1817—25,3 Bdc.; Llöm. 8nr los ouvraFSs cko senlptnro änkarbÜMou, 1818; Itlnstravioui äi inonnmontioeelti Lorglrosiani, heransgeg. von Nossi u. Piale,1821.Werke,Hrsg.Rkail. 18l8durchLabns; einzelneArtikel im Llaxasin sno^elopoäicsns, OioArapiiionmvorsolio, äonrnal äss savants, Llnsso kraiiyais.2)Lonis Tnllins Joachim, bedeutender Archi-tekt, Sohn des Vor., geb. 11 . Fcbr. 1791 in Rom,ging zu seinem Vater 1801 nach Frankreich, be-suchte bis 1817 die Oools äss lisanx arts in Parisund wurde Bauführer an der Wcinhalle in Paris,1822 Inspektor bei der Erbauung des Finanzmi-nisteriums n. 1825 Architekt beim Bane der Biblio-thek. Zn seinen Arbeiten, welche allgemeine Aner-kennung fanden, gehören Springbrunnen auf Pa-riser Plätzen (Moliere, Lonvois, St. Snlpicc) welchem einem Prachtwerke pnblicirt worden, und Grab-mäler, vornehmlich das Grab des Kaisers NapoleonI. im Dome der Invaliden und der Ausbau desLouvre. Er st. 1 . Dec. 1853, ohne letzter» Ban be-endigt zu haben, doch wurde derselbe nach seinemEntwürfe vollendet. V-Mdt.
Bisconti-Bcnosta, Emilio, italicn. Staats-mann, geb. 1830 zu Mailand; widmete sich früh demuterarischenStudium und war schon vor 1818 Mit-arbeiter der Oovisba snropea. In der Revolution
- Visibel.
von 1818 diente er als Freiwilliger unter Garibaldiund ward diesem, nachdem er mit Mazzini in Ver-bindung getreten u. bedeutendeThätigkeit beiJung»Italien entwickelt, 1859 als königlicher Commissarzur Seite gestellt. Nach dem Frieden von Billa-franca beförderte er, dem DiclatorFarini in Parmaund Modena beigegeben, dort die Annexion anSardinien, ging dann mit Marchese Pepoli 186knach London, wurde nach seiner Rückkehr ins Par-lament gewählt, Ende 1860 Adlatns des Statthal-ters Farini in Neapel, 1862 unter dem MinisteriumPasolini-Minghetti Generalsccrctär im Ministeriumdes Äußeren n. erhielt 21. März 1863 das Porte-feuille des Äußeren, welches er bis EudeSept.1861behielt. 1866 ging er als italienischer Bevollmäch-tigter nach Constantinopel, wurde aber bald darauf,als der Krieg gegen Österreich ansbrach u. der Mi-nister Lamarmora als Gcneralstabschef zum Heereging, znrückgernfen u. erhielt 20. Juni das Mini-sterium des Auswärtigen, trat aber 10. April 1867zurück, um dann im Cabinct Lanza 12. Dec. 1869das Auswärtige wieder zu übernehmen, das er bis19. März 1876 führte; er löste hier die schwierigstenAufgaben der italienischen Politik (Verhältnis) zuÖsterreich, zum Kirchenstaat), Dank seiner hohenpolitischen Begabung, mit einem den Frieden Ita-liens sichernden Ersolge. Lugai.
Viscount (engl.), s. Vicomte.
Viscum (Visens, lat.), der Vogellcim. Visenmanrinin, der Ohrenschmalz.
VisoumO., Pflanzengattnng ans der Familie derOoranvliaüoao (XXII. 1); Blüthen zwcihäusig, diemännliche mit einfacher Itheiliger Blüthenhülli,Staubblätter an die Blüthenhüllblättcr gewachsen,weibliche mit ganzem, oberständigem Kelchrande,Iblättriger Blnmenkrone, mit sitzender, stumpferNarbe n. cinsamiger Beere. Das integnmentloseEichen enthält einen oder 2, auch 3 Embryosäcke,welche jedoch wahrscheinlich zu ebenso vielen Eichengehören, die nicht deutlich unterscheidbar sind; dem-zufolge finden sich in dem Samen der Beere nichtselten 2 oder 3 Embryonen. V. albnm O. (Mistel),in ganz Europa u. Asien verbreiteter Schmarotzermit gabelig verzweigten, gelbgrüncn Ästen u. läng-lichen, stumpfen, gegenständigen Blättern, zwischendenen die Blüthen topfförmig gehäuft stehen; diePflanze bildet oft Büsche von 1 in Durchmesser aufKiefern, Pappeln, Ahorn, Obstbänmen u. anderenBäumen, seiten auf Eichen. Die Beeren enthalteneinen sehr klebrigen Stoff (Visci»), der als Vogel-lcim benutzt wird; sie werden von der Misteldrosselgefressen n. durch diese auch ans andere Bäume ver-breitet. Durch das tiefe Eindringen der Sangwnrzelnin das Holz der Nährpflanzen werben die mit Mistelnbesetzen Äste gewöhnlich zu Grunde gerichtet. Engler.
Vise, Stadt im Bez. Lüttich der belg. Prov. Lüt-tich, an der Maas, Station der Lüttich-MastrichterEisenbahn; Fabrikation von Rnnkelrnbenzncker undStrohhüten; 2735E. Hauptquartier Ludwig» XIV.,als er 1673 Mastricht belagerte.
Visegräd (Plintenbnrg), Flecken im Ungar. Co-mitate Pest, an der Donau oberhalb Waitzen, mitden Ruinen der jetzt theilweise restanrirten berühm-ten Königsbnrg des Matthias Corvinus n. (1869)1211 E. Vgl. Viktorin, V. einst n. jetzt, Pest 1873.
Visibel (lat.), sichtbar, augenscheinlich.