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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Visconti.

geb. 21. Jan. 1277, wurde von Kaiser Heinrich VIl.1313 znm Vicar von Piacsnza ernannt. Schon nachwenigen Monaten mußte Galeazzo ans Mailandentfliehen, da die Mailänder, bereits unter seinemLater mit dem Banne belegt, eine Aussöhnung mitRom suchten. Da aber die päpstliche Regierung ihnenzu drückend erschien, riefen sie im Dec. 1322 LenGaleazzo zurück, was den Kriegszug eines päpst-lichen Heeres unter Raimund von Cardona zurFolge hatte. Galeazzo, mehrfach geschlagen, wandtesich anLudwig denBayern als dasNeichsoberhaupt.Dieser sandte Unterstützung unter dem Grafen vonNeissen, welcher Las päpstliche Heer schlug, und denGaleazzo in der Herrschaft befestigte. Als Galeazzoaber mit seinem Bruder Marcus in Zwist gerietst,nahm Ludwig, durch die Geldversprechuugen desMarcus u. seiner Anhänger bestochen, für MarcusPartei, nahm Mai 1327 in Mailand Galeazzo mitseinem Sohn 6) Azzo gefangen, erklärte ihn derWillkür rr. des Despotismus schuldig n. kerkerte ihnin Monza ein. Er wurde im folgenden Jahre auiBitten der Ghibclliuen sreigelassen, st. aber bereits6. Aug. 1328. Azzo wurde an Ludwigs Hose zu-rückgehaltcn, bis er die Noth des Kaisers, der seinedeutschen Söldner nicht bezahlen konnte, benutzend,gegen eine Geldsumme sich u. seinem Oheim Gio-vanni (s. V. 8) die Freiheit erkaufte. Er machte sichsofort zum Herrscher von Mailand, söhnte sich als-dann mit Papst Johann XXII. aus, während seinOheim Giovanni von dem Gcgenpapst Nicolausznm Cardinal erhoben wurde u. brachte bis zu sei-nein Tode 1339 die ganze Lombardei mit Aus-nahme CremonaS in seine Gewalt. Ihm folgte, daer kinderlos war, sein Oheim 7) Lucchino, geb.1287, 3. Sohn von Malteo I. B., ein tapfrer Sol-dat, aber treulos in seiner Politik u. ländcrgierig.Seine Regierung ist ungefüllt mit Kämpfen gegendie umliegenden Städte, so mit Pisa 1343, Parma,1345. Er stand mit Petrarca in Briefwechsel. Derunter V. 6) genannte Cardinal und seit 1340 Erz-bischof vonMailand 8) Giovanni solgtevom Jan.1349—54. Er wurde 1353 von den Genuesen zumDogen gewählt. Nach seinem Tode 1354 fand zwi-schen seinen 3 Neffen 9) Mattes (gest. 1355), 10)Galeazzo II. (gest.1378) u.11)Beruabo (Bar-nabas), eine Theilung der Staaten statt. Bernaboließ sich 1380 das Bicariat über die ganze Lombar-dei übertragen; er führte die Regierung mit furcht-barer Härte u. bestrafte grausam jegliche Kundge-bung von Unzufriedenheit im Volke. Da lockte ihn12) Giovanni Galeazzo, Sohn Galeazzos II.aus Mailand, nahm ihn mit 2 Söhnen gefangen u.ließ ihn in dem Castell zu Trezzo vergiften (1385).Giovanni Galeazzo erhielt 1395 von Wenzel denerblichen Titel Herzog von Mailand und Gras vonPavia. Er st. im Sept. 1402 zu Marignano ver-giftet. Über ihn s. Mailand, Gesch., S. 508. SeineStaaten hatte er unter seine minderjährigen Söhnegcthcilt; der älteste, 13)Gian Maria, 1389 geb.,stand zunächst unter Vormundschaft seiner MutterKatharina (s. V. 18) n. eines Regentschaftsrathes.Das Schwanken Gian Marias zwischen den Par-teien der Gneisen u. Ghibellinen hatte immerwäh-rende Bürgerkriege zur Folge, während deren sichmehrere Städte von der Herrschaft Mailands los-rissen. Erst nach seiner Ermordung 1412 hob sich

Mailand wieder unter der Regierung seines Bru-ders 14) Filippo Maria, des Herrn von Pavia,mit Hilfe des trefflichen Condottiere Francesco daCarmagnola (s. d.), s. Mailand, Gesch., S. 508. Erst. 13. Aug. 1447 ohne rechtmäßige Nachkomme»zu Pesaro; seine Herrschaft vererbte sich auf FranzSforza, den Gemahl seiner natürlichen TochterBlancaMaria, s.Mailand,S. 508unten f. Noch fol-gende V-s sind merkwürdig: 15 )M arco,Sohn vonMatteo I. (s. V. 4), einer der eifrigsten Ghibellinen,die Ludwig den Bayern auf seinem Römerzug 1327nach Trient entgegenkamen. Ludwig nahm für ihn,der 200,000 Goldgulden dem geldarmen Königschenkte, Partei gegen Matteo (s. V. 4), der aber imfolgenden Jahre auf Marcos Bitte wieder in Frei-heit gesetzt wurde. Marcos Treue für Ludwig gingsoweit, daß er sich den aufrührerischen deutschenSöldnern als Geisel stellte, bis der Kaiser den rück-ständigen Sold würde bezahlt haben. Mit einemTheil des kaiserlichen Heeres eroberte er Lucca, ver-kaufte diese Stadt aber an Gherardiuo Spinola.'Nach Mailand zurückgekehrt, wurde er mit Wissenseines Nefsen Azzo 1329 ermordert. 10) GabrielMaria,natürlicher Sohn von Giovanni Galeazzoss.V. 12),erhieltnach seines VatersTode 1402 Pisan.mehrere kleine Städte, wurde aber bald von denFlv-rentiuern gezwungen, ihnen das Castell von Pisacinznräumen, wogegen sie eine große Geldsummeversprachen. Als sie diese nicht bezahlten, wandtesich Gabriel nach Genua, um durch Vermittelungdes frauz. Marschalls Boucicault zu seinem Geldezu gelangen. Boucicault aber ließ ihn verhaften u.so lange foltern, bis er das völlig unwahre Geständ-niß ablegte, er sei im Austrage einer Verschwörunggekommen, welche die Herrschaft von Genua von denGneisen an die Ghibellinen zu bringen trachtete.Boucicault ließ ihn darauf im Dec. 1408 hinrichtenu. machte die Gcldforderuug desselben au die Flo-rentiner für sich geltend. 17) Hector, natürlicherSohn von Bernabo V. (s. d. 11), nahm nach GianMarias Ermordung 1412 Mailand in Anspruch,ohne jedoch die Burg in seine Gewalt bekommen zukönnen. Im Juni 1412 mußte er den SöldnernFilippo Marias V. weichen; er hielt sich darausnoch OMonatezuerst iuder Stadt, dann in derBnrgvon Monza,bis erdnrch eine Balliste getödtet wurde.18) Katharina, Bcrnabos Tochter, Schwesterdes Vor., Gemahlin Giovanni Galeazzos (s. B. 12),wurde von ihrem Gemahl nebst einem Negentschasts-rath, aus Condotticren bestehend, znm Vormundihrer 3 unmündigen Söhne (s. B. 13) bestimmt.Gegen diese Regentschaft, deren Haupt der ehema-lige Kammerherr Barbavara war, erhob sich dieBevölkerung von Mailand, und gab der Katha-rina andere Mitregenten. Katharina lockte diese je-doch in die Bnrg, wohin sie sich selbst geflüchtet hatte,setzte sie theils gefangen, tödtete andere und begannjetzt wieder die Regierung in Verbindung mit Bar-bavara. Die furchtbare Grausamkeit erregte dasVolk zu einer nochmaligen Empörung, Barbavaraentrann dem Verderben durch die Flucht, währenddie Regeutiu gefangen u. zu Monza ins GcfänMchgeworfen wurde. Ihren gleich daraus erfolgten Tod(Oct. 1404) schrieb man ihrem SohuGianMariazu-Er soll sie durch Gift aus dem Wege geräumt haben.Vgl, Litta in den I?nmiAlrs eolobri stnrlirms. Schon«.