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aufnalun und dir ein Leben obne Sorgen undMuhe verspreche.
O, du mein Gott! antwortete Barbaraerschrocken, die schenke ich nickt um alle Schätzeder Welt! Wie mußte ich mich schämen, wenndie heilige Barbara mir wieder erschiene undich ihre Gaben so leichtsinnig vergeudet und umeines beqnemern Lebens willen verschenkt hätte.Nein, dann will ich lieber in der ärmsten Hüttemein Brod mit Stricken und Nähen undKindcrverwahren zu verdienen suchen. Ach! eswürde mir ergehen wie dem Mönche in derKirche, ich würde im Grabe nicht Ruhe habenund aus ihm erstehen müssen, um meine Liliezu suche».
Du bist eine kleine Närrin, sagte derRheinkönig lachend, von einer heiligen Barbarahabe ich nie etwas gehört, und von Auferstehungder Möncke auch nicht; im Uebrige» werde» siedir hier in meinem Pallaste niemals erscheinen,davor kannst du sicher sein. Ich liebe keineMönche noch Heilige, sondern blos solche nied-liche Mädchen, wie du bist. Nun, ich hoffe, duwirst dich besinnen, und nun trinke einmal mitmir, dieser perlende Wein wird deinen ermattetenGliedern wohl thun. Und er nahm einenkristallenen Pokal mit funkelnden Steinen besetzt,zerdrückte eine Traube darin und reichte lhnBarbara. Diese setzte sich aber betrübt in eineEcke auf einen gläsernen Stuhl und wolltenicht trinken, denn sie achtete nicht mehr ansalle Herrlichkeiten ringsum, seit sie gehört hatte,daß ihr ihre Lilie und ihr Rosenkranz geraubtwerden sollten. Da läutete der Rheinkönig miteiner kostbaren Glocke und eine ganze Schaarschöner Mädchen stürzte singend und tanzendzur Thüre herein. Sie trugen Kleider vonMuscheln, einen Gürtel von Diamanten undauf dem Kopfe einen Kranz von Weinlaub mitRosen von Perlen.
Wie sitzest du da in der Ecke und siehsttraurig, sagten sic zu Barbara, schäme dich, sozu weinen um einer Lilie willen; wir alle hattensolche Kränze und Lilien, wie du hast, als wirzum Pallaste des Rheinkönigs hinab kamen,aber wir haben sie mit Freuden gegeben, dawir hier ein fröhliches Leben führen, und niemehr zu der Welt da oben hinauf mögen.
Das mag sein, erwiederte Barbara ernstund fest, ihre Thräne» trocknend, aber ich bleibeder heiligen Barbara treu bis an's Ende mei-nes Lebens, wo ich ihr zurück geben will, wassie mir anvertraute. Immer kann ick ohnehinnicht hier bleiben, und wäre es so schön, wieim Himmel selbst, ich sehne mich schon zurück»ach .lauten und nach dem Dome, denn da ist
Jemand, den ich liebe wie meinen Bruder undder heißt Bictor.
Als sie das gesagt hatte, stießen alle einlautes Lachen aus, schalten sie als eine, dienicht wisse, was sich schicke, und verhöhnten sie.Dann umtanzten sie den Rheinkönig, trankenmit ihm aus einem Pokale, schrieen und lärm-ten, daß die kristallenen Thüren und Fensterklirrten, und sanken zuletzt berauscht in die Eckeauf den marmornen Fußboden nieder. O, wieBarbara schauderte vor diesem bacchantischenAufzuge. — Lieber willst du verdursten, dachtesie, als von solchem Tranke trinken, und Hungerssterben, als dich von solchen Früchten nähren.Aber das war noch nicht alles. Sie sah znmFenster hinaus, um zu erspähen, ob hier garnicht hinauszukommen sei, da hörte sie plötzlicheine wilde rauschende Musik, und ein großerNachen, in welchem sich muthwillige Nymphenauf und ab durch die Fluthen ruderten, kamdicht an die Fenster des Pallastes. Als dieNymphen den berauschten Rheinkönig, dieSchlafenden in der Ecke und die weinendeBarbara erblickten, stieß eine von ihnen durchein langes Binsenrohr einen gellenden Schreiaus, worauf alles was im Pallaste war er-wachte und hinaus eilte. Man sang, schrieund lachte mit wilden Gebehrden und umtanzteden Rheinkönig. Die arme Barbara wußtenicht was sie vor Angst und Schrecken machensollte, sie sah ängstlich nach ihrer Lilie und wargetröstet sie noch immer zu besitzen. Da stürztendrei der wildesten Nymphen herein und fragtenmit drohender Gebehrde: „Willst du demRheinkönig deine Lilie geben?"
Nimmermehr! antwortete Barbara, ichbewahre sie der heiligen Babara getreu bis an'sEnde meines Lebens, und wenn ihr mich auchin die Flutb hinunter stürzen solltet.
Das wäre eine zu gelinde Strafe für dich,sagten sie, du sollst sieben Jahre in einerfinstern Höhle sitzen, ganz unten im Pallast,wohin weder Sonne noch Mond dringt, damagst du sitzen und an die heilige Barbaradenken und deine Thorheit beweinen.
Nun schlug jede drei Mal mit der Handauf den kristallenen Tisch, da war plötzlich allesfinster wie die schwarze Nacht, und Barbarastand allein in einer Höhle, in welcher nichtsals Wasserratten und anderes Ungeziefer zusehen und zu hören war.
Hier ist es doch noch besser als bei derwilden Horde da oben, dachte sie, vier wirdniir Niemand meine Lilie rauben und hier willich zum lieben Gott beten: Damit er mich ausdieser Höhle errette, wie er den Propheten
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