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[1] (1857)
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als todt beklagte, behielt wunderbarer Weisedaö Leben. Unsichtbare Schubgeister erbarmtensich ihrer als sie i»i Wasser Hintrieb, und alssie fern von ihrer Heimath wieder erwachte,dankte sic Gott inbrünstig und auf den Kniecnfür ihre Rettung.

Ein Fischer hatte sie, als sie wohl einenganzen Tag lang den Strom hinab getrieben,lin Uferschilfe gefunden, sie hinaufgezogen undin seine Hütte gebracht, wo die arme Fischerinvoll Barmherzigkeit der schönen Frau sich an-nahm, sic neu kleidete und in ein warmesBette legte. Als CrcScentia wieder ihre Ge-danken gesammelt und erfahren hatte, wo siewar, dankte sie den armen Leuten recht vonKerzen. Sic befand sich in einem kleinen Hcr-zogthume. Der Herzog, sagten die guten Leute,sei ein sehr guter Herr, der sich der Ni,gütlichengern annehme EreScentia beschloß deßhalb,sobald sie könne, auf das Schloß zu gehen,um dort vielleicht ein passendes Unterkommenzu finden. Und als sie wieder Kräfte ge-sammelt, ging sie auch in Begleitung deS Fischersgetrost zum Herzoge hin. Dieser und die Her-zogin nahmen die Arme freundlich auf, erkun-digten sich nach ihren Schicksalen und fragtensic, ob sie bei ihnen bleiben wolle um ihrenSohn zu unterrichten. EreScentia erzählte, siesei eine unglückliche Frau. Das Schiff woraufsie sich befunden habe, sei gescheitert. WasauS ihren Gefährten geworden, wisse sie nicht,sie selbst sei durch den Fischer gerettet. Da siekeine Verwandten habe, nähme sie daö Aner-bieten deS Herzogs gerne an, und so blieb sicdort, in treuer Sorge der Unterweisung deSPrinzen bedacht.

Noch nicht gar lange war sie am HofedeS Herzogs, als dieser und auch die Herzoginsie schon sehr lieb gewonnen hatten. Beideverehrten sie ihrer Milde und Dcmuth, sowieaucb ihrer Klugheit und Frömmigkeit willenund bemühten sich vereint, ihre Hochachtungund Liebe zu der armen Frau auch Allenoffenbar zu machen.

So lebte nun EreScentia einige Zeit ruhigund glücklich, dankte Gott für seine Fürsorgeund rhat ihr Bestes, dem Herzog sich dankbarund erkenntlich zu zeigen.

Leider dauerte aber ihr Glück nicht lange.ES sahen doch Viele am Hofe mit Mißgunstauf die fremde Frau hin, die in so vollem Maßevom Herzog und der Herzogin geehrt wurde,und cs regte sich der Neid von Tag zu Tagmehr gegen sie auf.

Ganz besonders boshaft wurde EreScentiavon dem Haushofmeister und Rathgeber dcö

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i Herzogs behandelt. Dieser batte bis dahin sichj gerühmt, ausschließlich der Vertraute seines! Herrn zu sein, und konnte eS deßhalb CreS-

! centia nicht vergeben, daß sie ihn, ohne cs zu

wollen, von seinem Platze verdrängt hatte.

Erst suchte er nun EreScentia allerlei inden Weg zu legen, um sie vom Hofe zu ver-treibe». Er behandelte sie wie eine AuSgcstvßene,besonders in Gegenwart der andern Frauendes Hofes, und suchte sie auf alle Weise zukränken und zu demüthigen. Aber die trefflicheFrau ertrug seine Bosheiten mit Milde undvergalt sie ihm mit Güte.

Darob ergrimmte der Bösewicht erst recht.

Er beschloß nun CreScentia'S Untergang. Wieaber sollte er das beginnen, da der Herzog! und die Herzogin in ihrem Vertrauen zu der ^armen Königin gar nicht zu erschüttern waren?

Mit Vcrläumdungcn jeglicher Art hatte! er cS schon versucht, doch immer wollte man. nicht auf ihn hören. Er mußte etwas Außer,ordentliches ausdenkcn.

Endlich glaubte er gefunden zu haben,wodurch er sich nicht nur an EreScentia, son-dern auch an dem Herzog dafür rächen könnte,weil ihm dieser sein Vertrauen entzogen.

Der Herzog liebte mit der größten Zärt-lichkeit seinen kleinen Sohn, den EreScentiaunterrichtete. Eines Tagcö spielte das Kindim Garten ganz allein. Der Haushofmeisterhatte den Augenblick erwartet; er schlich sichleise hinzu und während das arme unschuldigeKind ihm freundlich zulächclte, brachte er eSdurch einen Messerstich um's Leben. Dannnahm er daS Messer, eilte damit heimlich in! CreScentia'S Zimmer und verbarg cS dort.

! Als das arme Kind todt gefunden wurvej und groß Wehklagen bei dem ganzen Hofei war, wußte der Haushofmeister es so cinzu-! richten, daß man das blutige Messer imZimmer der armen EreScentia fand.

Ein Diener brachte eS dem Herzog und .erzählte, wo er cs gefunden. Nun hob derHaushofmeister wieder an, EreScentia zu be- I

schuldigen und dem Herzog vorzuhaltcn, daß !

dies die Strafe für das übergroße Vertrauen !

sei, womit er daS fremde Weib überhäuft habe. !

Wehe Euch, Herr", sprach er, daß Ihrso mit Blindheit geschlagen wäret. Ihr seid l

hart dafür gestraft worden. Euer liebes Kind ,

zu retten, ist eS zwar zu spät, nicht aber die !

freche Thäterin zu strafen. O sie muß eS schwer I

büßen! Ucberlaßt cS mir, Euer Kind zu >

rächen" -

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