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steckte ihm der Fuchs den Schwanz entgegen,den dieser sogleich erfaßte.
Als das der Fuchs merkte, setzte er sichin Trab und zog das Faß mit dem Knabenhinter sich her. Dieser hielt in seiner Angstso fest, als ihm möglich war und schrie ganzerbärmlich dabei, weil er fürchte daß es ihman das Leben ginge. Der Fuchs aber störtesich nicht an sein Schreien , ^sondern trabte im-mer vorwärts, bald über Stein, bald durchGräben und Wasser.
Nun wäre nichts leichter für den Knaben imFaste gewesen, als die Hand wieder einzuziehen;aber ans lauter Angst dachte er so weit nicht,sondern hielt den Schwanz mir um so viel fester.Nach langer Fahrt kam der Fuchs mit seinemFasse endlich vor dem Hanse des Lehrers an,wo dieser mit seinen Schülern vor der Tbürestand und sich wegen des sonderbaren Fuhr-werks verwunderte.
Die Schüler wollten vor Lachen fast aus-einanderbersten, als sich aus dem Fasse herausdie wohlbekannte Stimme ihres Mitschülersklagend und winselnd vernehmen ließ. DerLehrer schlug dem Fasse mit einem Hammerden Bode» ein; da kroch der Thunichtgnt her-aus und sah mit Entsetzen wohin er gerathenwar.^ Unter Spott und Lachen wurde er inden Schulsaal geführt, wo er zur Strafe seineErlebnisse erzählen mußte. Der Fuchs standdabei und nickte mit dem Kopfe, zum Zeichen,das Alles war sei.
Seine Fluchtversuche gab er jetzt auf, be-gann zu arbeiten und ward einer der fleißigstenSchüler der ganzen Anstalt. Darauf behielter den Spottnamen Fuchs, bis ein neuer Schülerkam, der eben so wenig taugte, wie er früher.Seit jener Zeit wurden alle neue AnkömmlingeFüchse genannt.
C r e s c e n 1 i a.
von Hermine E.
Ich Rom lebte vor alten Zeiten ein Kö-nig mit seiner tugendhaften und schönen Ge-mahlin sehr glücklich, da sie sich innig liebtenund auch von ihren Unterthanen außermaßenverehrt und geliebt wurden. Nur einen Kum-mer hatten sie und der war leider groß undverdarb itme» die wahre Freude am L«Mm.Sie waren nämlich schon betagt und hattennoch keinen Erben, mußten also fürchten, ihrschönes Reich dereinst fremden Händen zuüberlassen.
Oft beteten sie zu Gott, ihnen einen Sohnu schenken, und das Bolk betete auch darum.Ind siehe da, als sie cs schon nicht mehr hofften,da begab es sich eines Tages, daß die Königinihrem Gemahl zwei Knaben auf einmal schenkte.Darüber war der Jubel sehr groß, aber dieKinder waren einander sehr unähnlich. Gerhardwar ein schöner Knabe, stark von Gliedernund weiß von Angesicht, Dietrich dagegenschwächlich und fast gelblich von Farbe. AllesBolk jubelte über das Ereigniß unv viele Festewurden den jungen Prinzen zu Ehren gegeben.
- Am glücklichsten waren aber veralte König
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Märchen und Sagen VI.
und seine Gemahlin. Sie dankten Gott vonHerzen und erzogen ibm zur Ehre ihre Kindermit steter Sorge. Bevor der alte Königstarb, bat er noch seine Söhne, sich, wenn siemündig würden, nicht um die Herrschaft zustreiten, sondern sie dem zu überlassen, der zu-erst eine Gemahlin gefunden haben würde.Die Söhne versprachen es, der Vater segnetesic und starb.—
Als nun Gerhard und Dietrich erwachsenwaren und einer das Sceptcr führen sollte,gedachten sie der Worte ihres BaterS und ge-lobten sich, nach seinem Willen zu thun.
Sie überließen das Reich noch dem Vor-mund rüsteten sich und zogen heraus, sich Ge-mahlinnen zu suche».
Nach einiger Zeit, als sie schon langevergeblich gesucht, kamen sie an den Hof einesafrikanischen Königs, der eine wunderschöneTochter, NamcnS Erescentia, hatte. Aber Beideverliebten sich gleichermaßen sterblich in diejunge Prinzessin und baten den König, sieeinem von ihnen zu geben. Sie hatten sichaber ernstlich gelobt, sich nicht darüber zu ver-
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