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von dem Plane zu entfernen, sein Geist führteihn immer wieder gewaltsam dahin zurück undso saß er eines Abends ganz in Gedankenvertieft allein und bemerkte nicht einmal, daßsein Wachsstock längst ansgebrannt und ihnvölliges Dunkel umgab. Ans seinem Herzendrang ein stilles Gebet hinauf um Erleuchtungund Hülfe. — Da plötzlich wurde das Gemachvon einem Hellen Strahle erleuchtet. Albertusfuhr empor und vor ihm standen vier Männer,deren Haupt ein Lichtglanz gleich einer Kroneumstrahlte. Der Erste trug einen Zirkel, erwar ein Greis niit silberweißem, lang berab-wallendem Barte. Der Zweite, im kräftigstenMannesalter, trug den Maßstab, der Dritte, !ein Mann von ungefähr dreißig Jahren, das !Winkelmaß und der Vierte, ein blondgelockter ^blühender Jüngling, die Wage. — Ernst und ^feierlich standen sie vor ihm. Albertus sankdemüthig nieder, denn hinter den vier Meisternder freien heiligen Baukunst erhob sich in einerhelleuchtenden Wolke die heilige Jungfrau Maria.
Die vier Meister begannen endlich nach
de» Angaben der heiligen Jungfrau den Planzu eineni herrlichen Gottestempel aufzuzeich-! nen. In hellstrahlenden Linien schritt das WerkI rüstig fort. Eine Linie fügte sich zur Andern^ und plötzlich stand in Feuerlücken vor AlbertusAugen der Plan eines Ganzen, dessen Gleichenvon Großartigkeit er sich nie gesehen zu haben,entsann.
Noch stand Albertus sprachlos da, alsplötzlich ein dienender Bruder mit einem Lichtein die Zelle trat und plötzlich — war die ganzeErscheinung verschwunden.
Aber in dem Geiste des Albertus Magnusstand der ganze Plan eingeschrieben, und baldhatte er ihn nach jenem würdigen Vorbilde ausseiner Seele anfgezeichnet zu Aller Entzücken.
Der Bau selbst wurde noch nicht in An-griff genommen, weil im folgenden Jahre Erz-bischof Engelbert durch Mörderhand fiel. DerPlan aber ward aufbewahrt und nach ihm wurdeunter Erzbischof Conrad von Hochsteden der Baubegonnen, der in unfern Tagen, zum Stolze derdeutsche» Lande, seiner Vollendung nahe ist.
Märchen.
vo» »I-. W. Mannhardt.
I.
Vin König hatte eine Tochter, die sollteder haben, der ein Schiff baue, das ohneWind und Wasser fahren könnte. Es wohntein seinem Land ein Mann, der hatte dreiSöhne, zwei kluge und einen dummen, daswar der jüngste.
Der älteste machte sich auf mit Kuchenund Wein. Da begegnete ihm ein Männlein,und sagte, es sei sehr hungrig und durstig,bittet ihn uni ein Tröpfchen Wein und umeinen Dissen vom Kuchen, aber erhielt nichts.Der älteste Bruder zog weiter und fing anein Schiff zu bauen, aber er verbaute sich so,daß er statt eines Schiffes einen Schwcinetrogmachte.
Dem zweiten Bruder ging es ebenso, erschlug dem Männlein seine Bitte ab und bautezur Strafe dafür einen Schweinetrog.
Wie nun der dritte Bruder ausziehenwollte, lachten ihn Alle aus und sagten, ersollte lieber daheim auf dem Ofen sitzen blei-ben; aber er ging doch, obgleich er nur Aschen-plätzchen und Wasser ans der Lebmkaule aufden Weg mitbekam. Das Männlein bittet ihn
um Speise und Trank, und der jüngste Brudergibt ihm was er hat. Da dankt ihm dasMännlein, und sie gehen jeder seines Weges.
Der dumme Bruder baut ein Schiff, wiees der König verlangt, und macht sich damitauf den Weg. Da kömmt ihm ein großerMann nach nnd sagt: „Bruder, nimm michmit!" — „Wie heißt Du, und wer bist Du?"fragte der Dumme. „Ich heiße Frcßanf undmir ist nichts so hart und schwer, das ich nichtauffressen könnte." — „Hock auf!" spricht derDumme, und sie ziehen weiter. Da kommtein zweiter und will auch aufsitzen und spricht:„Nimm mich mit!" — „Wie heißt Du undwer bist Du?" — »Ich heiße Saufaus unddas Meer ist mir nicht zu groß um es auszu-saufen." — „Hock auf!" spricht er und es gehtweiter. — Kommt noch ein Dritter und spricht:„Nimm mich auch mitl" — „Wie heißt Duund wer bist Du?" — „Mein Nani' ist Frier-todt und ich mach Alles erstarren." — Dennimmt er auch mit und kömmt zum Könige.—Der König erschrack und wollte ihm seine Toch-ter nicht geben, bis er sieben große Backöfenvoll Brod aiifgcgessen. — Der Dumme fragte,