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So saßen sie viele Stunden zusammen jund als sie nun besprachen, wie sie die Zeit ,jetzt hinbringen wollten, da kam der kleine 'Diener herein und verkündete ihnen, daß sie >frei aus dem Schlosse heraus könnten. ^
Plötzlich verschwand das Licht, das sie ' >bisher gehabt, und statt dessen drang der iGlanz der Morgensonne glühend in alle Fenster. !Das Schloß lag auf einem lieblichen Hügel; ^der Erdgeist mit allen seinen Zwergen hattees in der Nacht aus dem Grunde wiederempor gehoben, und das nur aus Liebe zuder treuen, sorgsamen Prinzessin, und zumWohle des jungen Hirten.
Der prangte bald in dem von der Prin-zessin gefertigten, Gewände und in der Rüstung ,
die der Zwerg gemacht hatte; statt einer Federtrug er auf dem blitzenden Helme die wunder-same Blume, die nun erst ihr Farbenspielrecht entfaltete
Der kleine Zwerg war verschwunden;dafür kamen aber bald die alten Diener vonallen Seiten herbei, begrüßten die Gerettetenund eilten ihre Befehle zu verrichten.
Nach einiger Zeit war ein großes Festim geschmückten Schlosse. Unzählige Gästewaren geladen, und Jubelsang und Becher-klang schallte durch die hohen Wölbungen.
Der König übergab seinen, Befreier seineKrone, und eine Hochzeit wurde gefeiert, wozudie ganze Heerde geschlachtet war, die derjunge König als Hirt so lange geführt hatte.
Der Domplan.
IEi»e Mölnische Zage von Fabricius-
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Mls nach den langen Kämpfen zwischenden Hohenstaufen und Otto IV. von Braun-schweig endlich wieder durch die Kraft nud denWillen des Erzbischofs Engelbert I. von BergOrdnung und Friede in die rheinischen Gauenzurückgekchrt war, dachte der mächtige Prälat,nicht minder erfahren iu weltlichen', denn ingeistlichen Sachen, auch wieder an den Glanzseiner Kirche. Schon im Jahre 1219 hattendie von dem Erzbischof herbeigezogeuen deutschenRitter, die Marianes, sich iu Köln niederge-lassen und dort eine Kirche, der heiligen Katha-rina geweiht, erbaut. 1220 brachte der Bischofaus Italien Franziskaner, Karmeliter und Do-minikaner mit, und zog auch den weltberühmtenAlbertus Magnus als Lehrer seines Ordensnach der heiligen Stadt. Albertus Magnuswar in allen Künsten und Wissenschaften wohlerfahren und berühmt und auch in der großenBaukunst. Hiervon zeugte der Chorbau derDomimkanerkirche zu Freiburg im Breisgau,welcher nach seinem Plane ausgeführt wurde.
Erzbischof Engelbert hatte die Absicht, Cölnvor allen Städten des Rheines durch den Vaueines Tempels auszuzeichnen, wie Deutschlandkeinen Zweiten aufznweisen haben sollte. Ausseinem Vermögen gab er mehrere hundert MarkGoldes her, und'auch die Stiftsherrn mußteneinen Theil der den heiligen drei Königen gespen-deten Opfer dazu hergeben, welche nach Wie-derherstellung des Friedens durch die beträchtlicheZahl fremder Pilger sich von Tag zu Tag
steigerten. Unter diesen befand sich sogar 1224König Johann von Jerusalem im Geleite desKönigs Heinrichs. König Johann war begleitetvon seiner Gemahlin Berengaria und seinerTochter Jolante, der Braut Kaiser Friederichs.
Die Bürgerschaft Cölns überbot au Pracht undAufwand selbst den königlichen Zug. Die Königeund Edlen seines Gefolges spendeten reichlich !
dem St. Peters-Münster und es kamen so ^
bedeutende Summen zusammen, daß der Erz- !
bischof endlich an die Ausführung seines Lieb-lingsplanes, des Dombaues, denken konnte. !
Der hochberühmte Albertus Magnus erhielt ^
den Auftrag, den Plan zum neuen Tempel so i
großartig und erhaben, wie nur irgend niög- !
lich, herzustellen, und Albertus fühlte sich hoch- ^
geehrt durch diesen ehrenvollen Auftrag.
Er verstand es „ach aller Regel Zirkel, ^
Wage und Maaßstab zu führen, denn sein !
Geist war in die Mysterien der vier gekrönten !
Baukünstler eingeweiht, welche unter KaiserDiokletian den Martyrtod erlitten.
Ganze Wochen sann Albertus hin und her.
Viele Pläne wurden angefangen und wiederzerstört. Die Nächte über sann Albertus hinund her, aber kein Entwurf wollte ihm gelin-gen, welcher ihm der hohen Bestimmung'wür-dig erschien, so daß er zuletzt mißmuthig wurdeund an dem Gelingen seiner Bestrebungen ver-zweifelte, und den Gedanken an den Plangewaltsam aus seinem Kopfe zu verdrängen suchte.
Was aber Albertus auch unternahm, sich
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Märchen und Sagen V.