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[1] (1857)
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Fluch der Verzweiflung auf den König herniederund gab in einem fernen Lande den Geist auf.

Als die Feinde des Schatzmeisters ihrenZweck erreicht hatten, wurden sie von quälenderRene erfaßt, und bald gestanden sie ihr Ver-brechen dem Könige und büßte» es durch einenschmachvollen Tod.

Seit dieser Zeit wurde der König ernstund nachdenkend "und um seinen Fehler andem Geschick des Schatzmeisters z» sühnen,ließ er nach dessen Familie suchen; doch alsman diese nicht fand, vergaß er bald dieganze Sache, und setzte sein früheres Lebenungestört fort. ,

So hielt er einstmals en, großes Fest,wozu viele fremde Prinzen und Ritter geladenwaren; er wollte hierbei den Gästen seineSchätze sehen lassen, um seiner einzigen Tochtereine Empfehlung für die Zukunft zu geben.

Doch die Prinzessin bedurfte einer solche»Empfehlung nicht; ihre Schönheit war so groß,daß ihr jeder Prinz mit Lust die Hand gebotenhätte, ohne »och ihre glänzenden Tugenden inErwägung zu zieh».

Den König sollte aber bei diesem Festeder Zorn der Geister ereilen, deren Machteine unglückliche, sterbende Mutter auf ihnherab gerufen hatte.

Während die Musik und die Inbelrufeerschallten und die Becher fröhlich zusammenklangen, entstand ei» fürchterliches Erdbeben.

Der Jubel verstummte, die Gäste entflohen,die Sänger ließen ihre Lauten zurück undschlichen davon; sogar die zahllosen Diener desKönigs verließen eilig das Schloß, und alsder König mit der schönen Prinzessin alleinwar, wurde der prächtige Pallast von einemsähen Erdschlnnde verschlungen und über ihnstürzten die Felsen krachend zusammen.

Die Gegend wurde weit umher in eineödx Wildnis; verwandelt und die früherenBewohner zogen aus ihr fort und gründetensich eiue neue Heimath.

Der König erwachte aus einer dumpfenBetäubung viele Klafter tief unter der Erde.Rings um ihn war undurchdringliche Finsternis;,und als er umher fühlte, fand er sich an derSeite seiner Tochter.

Allmählich kam ihm die Besinnung zuruckund er erkannte dc»s Entsetzliche seiner Lage underging sich nun in wilden Klagen.

Die Prinzessin, die ihren Vater unngliebte, und sprach ihm Trost zu und es schien,

daß ihre Worte seinen Gram verdrängten, dennseine Klagen verstummten.

,,Dn klagst sprach sie - und hastdoch mich! ich bin glücklich, daß ei» gcmcin-sames Loos uns beide vereinigt! Arm inArm wollen wir dem entgegen sebn, was dieGötter über uns verhängt haben!" -

So blieben sie innig verschlungen aufder Stelle sitzen, und nach einiger Zeit glaubtensie, das; sie sterben würden, denn es übcrkamsie eine nnbezwingliche Mattigkeit, die sie fürden Tod hielten.

Aber sie täuschten sich beide; nicht derTod, sondern der Schlaf umfing sie mit weichenSchlingen und hielt sie in diesen viele Stundengefesselt,

Beide hatten Helle Träume.

Nach langer Zeit wurde die Prinzessindurch einen lauten Schrei erweckt, und siefühlte sich von zwei Armen ängstlich umklam-mert, und bald wurde sie inne, daß dieseArme die ihres Vaters waren und daß seinSchrei sie erweckt batte.

Nun machte das Leben seine Ansprüchebei den, König wie bei der Prinzessin geltend,und bald wand sich die Letztere ans den Armendes Vaters los und suchte, vorsichtig umhertappend, »ach einem Ansgange.

Früher hatte sich die Prinzessin mit allerWeisheit um die kleinsten Gegenstände be-kümmert und sie konnte ini Pallaste selbst niitgeschlossenen Augen sich zurecht finden, und so fandsie auch jetzt, was sie am Meisten verlangte Licht.

Der König saß in brütenden Gedanken,als die Prinzessin mit dem Lichte zu ihm trat.Er glaubte eine frcnndlichc Fee zu sehe», dieihm in seinem Unglück beistehen wollte, undals er seine Tochter erkannte, stand er vorErstaunen sprachlos da-

Die Prinzessin ließ ihr» aber nicht Zeit,sie zog ihn mit sich fort und die Freude ver-wirrte Beide, den» sie gingen wie früher, anseinen; Gemache ins andere.

Nichts war verändert; der Prunksaalzeigte noch die Pracht vom letzten Feste undnur das wilde Chaos der sammtlichen Sachenzeigte ihnen, daß es doch anders war. Sogardes Königs Schatzkammer und der kleineGarten im Innern des Schlosses waren erhalten.

Da war nun der König voller Freude;er vergaß, daß er so tief in der Erde war,denn wie er das Gold und Geld hanfenweishalte, so war auch an Speisen und Getränkenund allen Bedürfnissen gleicher Vorrath imSchlosse.

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