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Benno's Gemabl. Ich war heimlich an EurenHof gekommen, um meinen Benno zu über-raschen und hatte, damit er mich nicht gleicherkennen sollte, mich in Männerkleider angethan.Die Königin erfuhr meine Ankunft und ließmich zu sich entbieten, um mir selbst zu sagen,daß Benno, kurz bevor ich angekommcn, denHof heimlich verlassen habe, um einen Auftragfür sie ausznführen. Sie wollte Euch, gnä-digster König, eine Ueberraschung bereiten, wobeiihr Benno seine Hülfe zugesagt hatte- Kaumwar ich bei der Königin eingetreten, so stürmtetIhr in unser Gemach und Euer Eifer undEure Verblendung ließen uns nicht zu Wortekommen. Ich wußte auch aus Eurem eignenMunde, daß Ihr erst am Tage des Gerichtes !meine Verteidigung anhören wolltet, und ließdarum auch meinem Gemahl anbefehlen, vordiesem Tage Euch nicht die Wahrheit wissenzu lassen. Wollt Ihr von ihm die Bestätigungmeiner Worte hören, so laßt ihn kommen, erist innerhalb Eures Reiches und kann Euch jedenAugenblick meine Rede bekräftigend
Der König, den diese feine Rede tief bewegteund der sich sehr freute, sein Gemahl so un-schuldig zu befinden, hatte kaum Ruhe bis zuEnde zuzuhören. Dann stand er auf, reichteFloribunden beide Häude, dankte ihr für dieAufklärung und sagte: „So kommt, edle Frau,verzeiht die Euch angethane Schmach und be-
gleitet mich zur Königin, die gewiß nicht mindergelitten hat, wie Ihr." Er führte sie unterden Glückwünschen der Menge in seinen Valastund ging mit ihr zur Königin, die schon durchBenno von dem Vorhergegangenen in Kenntnis;gesetzt worden war. Es brach große Freudeund viel Jubel unter den Anwesenden aus unddie Königin besonders wußte Floribunde nichtgenug für ihre Klugheit zu danken. Auch derKönig, der sein vermeintliches Unrecht gegenFloribunde wieder gut machen wollte, that seinMöglichstes, um ihr und der Königin angenehmzu sein. Er veranstaltete große Feste, die ihresGleichen nicht gehabt haben, und lud dazu vonnah und fern ein. Eifrig beredete er Bennound Floribunde, lange Zeit bei ihm zu bleiben,und als diese endlich die Sehnsucht nach ihrerHeimath nicht mehr unterdrücken konnten undabreis'ten, gab er ihnen die kostbarsten Geschenkemit und geleitete sie selbst mit seinem Hofgesindebis an die Gränze seines Reiches.
Glücklich kamen Benno und Floribundeendlich in Kärnthcn an. Benno verspürte nunkeine große Lust mehr, wieder Abenteuer zubestehen, da es ihm dabei fast schlecht ergangenwar. Er beschloß in seinem Lande zu bleiben,wo er genug Gutes thun konnte. Blieb alsoallzeit bei seiner treuen Floribunde und führtemit ihr ein vergnügtes und gottseliges Leben,das auch noch viele Jahre hindurch währte.
Der Sohn des Schatzmeisters.
Märchen von Ludwig Bund.
(Rs war einmal ein alter, reicher König,der sehr grausam und geizig war, denn erbestrafte das geringste Vergehen mit dem Tode,und gewaltsam ließ er Gold und Geld haufen-weise in sein Schloß bringen
Nun hatte er zur Verwaltung seiner uner-meßlichen Neichthümer einen gar treuen Schatz-meister, dem er sehr zugethan war, und dersein ganzes Vertrauen besaß.
Der hatte aber auch den Schatz des Königsdurch Umsicht und Gewissenhaftigkeit in Achtund gab dabei den Armen, so oft er konnte.
Der Schatzmeister hatte aber Feinde amHofe, und lim ihn aus der wachsenden Gunstdes Königs zu verdrängen, holten diese in
einer Nacht die werthesten Kostbarkeiten ausder Schatzkammer und hielten sie heimlichverborgen.
Dem König wurde gesagt, daß der Schatz- ,meister wohl für sich den Raub begangen habe, >da er sich mit großen Glanz umgebe, und alsder unglückliche Mann sich zu den Füßen seinesHerrn warf und seine Unschuld betheuerte, dastieß ihn der König von sich und ließ ihnspäter im Angesichte seiner Familie öffentlichenthaupten.
Die Familie wurde verbannt und vonrohen Kriegsknechten über die Grenze desLandes gejagt. I
Die Frau des Schatzmeisters rief einen j