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[1] (1857)
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Thatenlust, daß er von seiner Frau Abschiednahm und von seinen Mannen gefolgt wiederin fremde Lande zog. Er kani diesmal nachFrankreich, wo er Gelegenheit fand, sich sehr! auszuzeichnen und seinen Thatendurst zu befrie-

i digen. Der König von Frankreich war nämlich

> mit einigen Grenznachbarn in Krieg verwickelt

^ und er wußte es Benno sehr Dank, daß dieser

z ihm beistand und ihm die Feinde besiegen half,

j Als der König nun wieder Ruhe im Lande

! hatte, bat er Benno noch eine Weile bei ihm

j zu bleiben und sein Gast zu sein, bevor er

nach Haufe zurückkehre. Benno willigte einI und folgte dem König an den Hof.j Hier lernte nun Benno die Gemahlin des

! Königs kennen, eine sehr schöne und junge Frau,

! die sich dem jungen Ritter, deni Befreier desLandes, sehr huldvoll bewies. Der Verkehr! zwischen Benno und der jungen Königin wurdel so freundschaftlich, daß es den alten König ver-droß und zwar wurde seine Eifersucht so' rege,daß er sich fast einbildete, er würde von seinerFrau und seinem Gaste betrogen. Seine Blind-heit ging so weit, daß er sehnlichst eine Gele-i genheit herbeiwünschte, um sich für seine eifer-! süchtigen Qualen rächen zu können.

Leider fand er diese bald. Die Königin,die sich fern von jeder Schuld wußte und keineAhnung von ihres Gemahls Argwohn hatte,bestellte eines Tages, als sie den König aufder Jagd wähnte, Benno zu sich, da sie denl König mit eineni glänzenden Fest überraschenund sich über die Anordnungen mit Benno !besprechen wollte. ^

Kaum war Benno bei ihr eingetreten, als !! der König, der nur zum Schein auf die Jagd s

^ gegangen und gleich zurück gekehrt war, wüthend §

in seiner Frau Zimmer stürzte und mit einem lDolche auf die Königin hinstieß. Diese entflohin ein anderes Gemach und nun wandte sichdes Königs Zorn gegen Benno. Der konntenicht zu Worte kommen, da der König ihn nichtanhören wollte, sondern seinen Knechten befahl, !ihn zu binden und in einen tiefen Thurm zu !werfen. Am Tage des Gerichts, sagte er,wollte er Benno anhören; und dann eilte erzornentbrannt und zitternd über die ihm ange-than geglaubte Schmach aus dem Gemach.

Benno wurde nun in den Thurm gewor-fen, wo er elend und verlassen schmachtete und! es bereute, sein liebes Weib verlassen zu haben.Wenn er sich dachte, wie sie seinen Tod bewei-nen werde und was sie ohne ihn anfangensolle, dann vergingen ihm fast die Sinne undes wurde ihm schwer, an eine Hülfe von oben- zu glauben.

Die arme Floribunde war indessen durcheinen Getreuen von dem Unglück, das ihrenGemahl betroffen, benachrichtigt worden. Einalter Diener, der mit Benno hinausgezogen,hatte heimlich den Hof verlassen und war zurücknach Kärnthen gekehrt, wo er die Trauerkundeverbreitete.

Was Floribunde litt, als sie das L-chick-sal ihres geliebten Benno erfuhr, ist nicht zusagen. Sie fiel aber nicht in Ohnmacht, wiedas hcnt zu Tage Mode ist, rang auch nichtdie Hände oder zerraufte sich ihr goldnes Haar, nein sie war vernünftiger. Sie ließ sichgenau beschreiben, wo Benno gefangen war,und wer seine Wärter seien, darauf ging siein ihre Kammer, betete inbrünstig und über-legte dann, was sie zu Benno's llkettung thunkönne. Als sie endlich einen sicheren Plangefaßt, ließ sie für sich und einige Diener Pferdesatteln und ritt an den Hof des fränkischenKönigs- Hier blieb sie unerkannt und sann nurdarauf, in das Gefängniß zu ihrem Benno zukommen. Endlich gelang es ihr, die Wärterzu bestechen und sie dürfte nun ihren liebenBenno Wiedersehen. Das Glück war für Beidesehr groß. Sie umarmten sich sprachlos einelange Weile, und konnten lange keine Wortefinden, ihre Gefühle auszudrücken. Endlich, alsdie Zeit nahe war, daß Floribunde das Gefäng-niß wieder verlassen mußte, theilte sie ihremBenno mit, wie sie ihn befreien wollte undnöthigte ihn dann, ihre Kleider anzuziehen undihr die seinigen zu geben, damit er unerkanntdas Gefängniß verlassen könnte. Benno wollteerst nicht, als er aber sah, daß seine treue Frannicht von ihrem Plan abzubringen war, willigteer endlich ein, und es gelang ihm wirklich, inFloribunden's Kleidern die Wärter zu täuschenund in's Freie zu gelangen. Er suchte dannFloribunden's Diener aus und wählte mit diesenein sicheres Versteck, um das Weitere abzu-warten.

Mittlerweile brach der Tag des Gerichtesan und Floribunde wurde an Benno's Stattvor die Schranken beschieden. Als nun dieRichter alle versammelt waren und auch derKönig seinen Sitz eingenommen hatte, wurdeBenno, dem man vorher seine Anklage vorge-lesen, aufgefordert sich zu vertheidigen. DiesenAugenblick hatte Floribunde sehnlichst erwartet.Sie erhob sich und sprach:Mächtiger König,Euer großer Eifer hat Euch dahin gebracht,großes Unrecht zu begehen, nicht so sehr anmir als an Eurer guten und Euch innig liebendenKönigin. Wisset denn, ich bin nicht Benno,für den Ihr mich haltet, ich bin Floribunde,

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Märcken lind Sagen V.