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de» großen Speisesaal erfüllten, wunderten sichaber, daß sie weder Teller und Löffel auf denTafeln fanden, noch auch die geringste Anstaltzu einem Gastniahle bemerkten.
Paddh lachte, denn er merkte wohl, wo-rüber sie sich den Kopf zerbrachen, holte seineFlasche, stellte sie vor den Angen der Gästeauf den Boden und sprach: Flasche, thue deineSchuldigkeit! Sogleich stiegen die Zwergleinhervor und bedeckten die Tafeln mit einemMahle, wie es in der Hofburg eines regieren-den Fürsten nicht besser hingerichtet werdenkann. Man mag sich nun leicht denken, wiedie Herrn und die Damen die Mäuler auf-rissen, und Paddy um seine Wunderflasche be-neideten.
Nun war unter den Gästen auch ein Ba-ron, der außer seinem Titel, auf den er sichschrecklich viel einbildete, kaum genug besaß,um Schuster und Schneider in gehörigemNespecte zu erhalten. Dieser warf ein begie-riges Auge auf die Flasche und merkte sich denOrt, wohin Paddy sie stellte, als die Zwergewieder hineingeschlüpft waren.
In der Nacht, da Paddy wegen des zustarken Genusses von Speisen und Getränkennicht schlafen konnte, hörte er ein Geräusch imNebenzimmer, wo die Flasche stand. Er erhobsich geräuschlos und öffnete die Thüre in demAugenblicke, wo der Baron die Flasche vomSims herablangte.
Schuft und Dieb, schrie Paddy, du bistgekommen, meine Flasche zu stehlen!
Der Baron ließ vor Schrecken die Flascheauf den Boden fallen, daß sie mit einem furcht-baren Knall in tausend Stücke zersprang. DieZwerge und die beiden Riesen, die jetzt ausihrer Dienstbarkeit frei wurden, nahmen dendiebischen Baron in ihre Mitte und machteneinen Freudentanz mit ihm. Sie drehten undwirbelten so rasch mit ihm umher, wie derSturmwind mit einem Strohhalm, und wieer schreien und ächzen mochte, sie ließen ihnnicht los, bis er athemlos zusammenstürzte,dann traten sie zu Paddy und Jeder reichteihm ein Goldstück. Fort waren sie; Paddyhatte das Nachsehen. Fast wäre er versuchtgewesen, dem Baron seine vier Goldstücke, dieihm ein armseliger Bettel schienen, an denHals zu werfen, aber er einnerte sich nochrechtzeitig, daß dieselben jetzt sein ganzes Ver-mögen ausmachten und daß es jedenfalls bessersei, etwas zu haben, als gar nichts. Indessenwollte er keine Minute länger an einem Orteweilen, wo er morgen ein armer Schlucker
war und die angefangene Rolle nicht fortspiclenkonnte.
Sofort verließ er das Haus und die Ttadt,wanderte mit betrübtem Herze» gerade aus bisau den Morgen. Auch dann gönnte er sichnoch keine Ruhe, sondern ging immer weiter.Bald begann ihn der Hunger zu peinigen, aberer fürchtete sich, in eine Schenke einzukehrenund eines von seinen Goldstücken anzubrechen,weil er ans Erfahrung wußte, daß nichts soschnell verschwindet, als ein gewechseltes Geld-stück. Aber der Hunger ist ein scharfes Schwerdtund er wirft die besten Vorsätze um. So ginges auch Paddy. Er aß und trank wie einWolf und als er nach der Zeche fragte, war richtigeines der Goldstücke ganz in den Magen ge,wandert. Er reichte es deni Wirth mit großerBetrübniß und setzte seinen Stab weiter.
Im Walde legte er sich unter das Blätter-dach, und nachdem er lange über die arbeitvolleZukunft nachgedacht hatte, die seiner nun harrte,nahm er die drei Goldstücke heraus, die ihmnoch geblieben, um sich an ihren. Glanze zufreuen. Er hatte sie links in die Westetaschegesteckt, das verzehrte aber hatte rechts gesessen.Nach einiger Zeit schob er sie wieder in dieTasche und fühlte mit einigem Bedauern in dierechte, die er leer dachte. Wer aber beschreibtsein Erstaunen, als er dort auch noch zweifand. Er wußte doch genau, daß er im Ganzennur vier gehabt und eines davon verzehrthatte. Rechnen konnte er nicht zum besten, aberdas begriff er doch, daß er jetzt um zweireicher war.
Während er sich noch den Kopf über diesesWunder zerbrach, kam ein Weiblein vorüber,welches bitterlich weinte. Warum weint ihr,Frau? fragte Paddy. Ach, antwortete dasWeiblein, ich soll heute aus dem Hause ge-worfen werden, weil ich die zwei Goldstückenicht bezahlen kann, die ich dem Gutsherrnschulde. Paddy dachte der Zeit, wo es ihmselbst so gegangen und sprach: Ich bin selbstein armer Schlucker, aber da sind zwei Gold-stücke, die mir vom Himmel gefallen sind,nehmt sie und bleibt in euren vier Pfählen.Das Weiblein machte einen Knix und gingfröhlich hinweg. Paddy aber fühlte, daß sichin seiner rechten Westentasche etwas bauschte,fuhr mit den Fingern hinein und zog zu seinemabermaligen Erstaunen jetzt gar vier Gold-stücke heraus.
Bald wurde es ihm klar, daß er immerdas Doppelte von dem, was er ausgab, wiedcr-erhielt-
Seine Trauer verwandelte sich nun in die