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nämlich, daß er jetzt der reichste und glücklichsteMann in ganz Irland sei, mit dem sich weder derGutsherr, noch ein anderer Lord in Grün-Irinmessen konnte. Sein Geist war beständig an-gefüllr mit einer unübersehbaren Wein- undSpeisekarte, wobei die Auswahl der einzigeVerdruß war, der ihm in seinem Paradieses-leben treffen könnte.
Paddy und seine Flasche verrichteten mder kleinen Stube Wunder der Speise - undKellermeisterkunst. Es würde noch toller her-qegangeu haben, wenn er so glücklich gewesenwäre alle die vornehmen Namen zu kenne»,die man auf den Speisekarten der großen Gast-höfe zu lesen Gelegenheit hat. Da das abernicht der Fall war, so war er in den engenKreis desjenigen gebannt, was ihm früherimmer als das Manna und Ambrosia einesIrischen Bauer erschienen war. Puddingsspielten dabei keine geringe Rolle. War aberdie Küche zu Ende, so mußte er wieder vonvorn anfangen, was ihn bereits ein weniglangweilte, so daß er sich vornahm, ohne Zögernin die Stadt zu gehen und sich dort den läng-sten Speisezettel zu verschaffen, der je in derHand eines Kellners gewesen war.
Im Unglücke und unter den schwerenSorgen der Saat und der Erndte hatte Paddyhundertmal im Tage gedacht: Armer Paddy,du bist bald wieder deine Pacht schuldig; wiewillst du sie diesmal zusammenbringen? Erhatte die Tage bis zum Termin wenigstens einDutzendmal gezählt und nach jedem Zählenemsiger gearbeitet, um nur ja den Termin nichtzu versäumen. Und jetzt, wo er nur zu seinerFlasche zu sagen brauchte: Bezahl, was ichschuldig bin ! jetzt hatte er Pacht und Gutsherrnso rein vergessen, als ob sie nie in der Weltgewesen wären.
Wäbrend er nun auf die Speisefahrt ging,kamen die Gerichtsdiener heran, brachen in dieStube und nahmen alles mit fort, was nichtmit Nägeln sestgeschlagen war; auch die Flaschemußte mitwandern.
Als nun Paddy nach Hause kam, alleseine Habseligkeiten und auch seine Flasche ver-mißte, da fluchte er graulich über den Guts-herrn; es lag ihm wenig daran, daß er insGefängniß geführt wurde, da er ja doch wie-der ein armer Schlucker geworden war, dernirgends billiger fertig werden konnte.
Nach einigen Tage kam ihm der Gedanke,ob es denn kein Mittel gäbe, wieder m denBesitz der Flasche zu gelangen, deren Geheim-niß der Gutsherr am Ende noch ergründenkönnte. Wiederum aber seufzte er: Ach, viel-
leicht ist sie schon in Scherben gegangen, wassoll ich mich also mühen, hier aus dem Trock-nen in den Regen zu kommen.
Der erste Gedanke siegte indessen und erließ dem Lord sagen: Ich weiß, daß meinewenigen Habseligkeiten die Schuld nicht decken,doch bin ich als ehrlicher Kerl bereit, den Nestdurch Arbeiten zu tilgen, wenn man mich ausdem Gefängnisse läßt.
Das war ein Vorschlag, den der Lord mitFreuden annahm. Schon am andern Morgensaß Paddy beim Gutsherrn in der Arbeit;seine Augen spähten überall nach der Flascheumher; vergebens! Zwar gab es da Flaschender verschiedensten Art in Menge, aber dierechte war nicht darunter. Gegen Abend end-lich fand er sie im Keller auf einem Haufenanderer. Vor Freuden jauchzte er laut auf indem Keller und machte einen Luftsprung, daßer mit dem Schädel gegen das Gewölbe stieß.
Nachdem er ihre'Zauberkraft noch einmalprobirt und Alles in Richtigkeit gefunden hatte,stieg er die Kellertreppe hinauf' und gedachtesich an dem strengen Gutsherrn, der ihm soviel Leid angethan hatte, zu rächen.
Der Lord saß eben mit einigen vornehmenFreunden beim Spiel, als Paddy in das Zim-mer trat, seine Flasche auf den Boden setzteund sprach: Flasche thue deine Schudigkeit!Alsbald stiegen ein paar ungeheure Niesen mitschweren Stöcken bewaffnet, aus der Flascheheraus uud fielen auf Paddys Wink über denGutsherrn her und zerblänten ihn dergestalt,daß nicht ein einziger Fleck an seinem Leibeungeschnnden blieb.
Als er zuletzt wie todt hinfiel, dachtePaddy: Hier ist deines Bleibens nicht länger.Zu Tode darfst du ihn nicht schlagen lassen, undkommt er mit dem Leben davon, so entgehst duam Ende dem Galgen nicht.
Er ließ also die Niesen wieder eiusteigen,nahm seine Flasche unter den Mantel undmachte sich aus dem Staube, hielt auch nichteher ein, bis er an's Gestade des Meeres kam.
Hier lebte er nun in Sans und Braus,vergaß seiner frühem bescheidenen Stellung soganz und gar, daß er im Luxus es allen Lorb'szuvorthat. Es konnte darum nicht fehlen, daßer bald in Ansehen und Achtung stieg und selbstvon den vornehmsten Personen zu Tische ge-laden wurde.
Paddy aber wollte nichts umsonst haben,sondern lud alle vornehmen Badegäste aufeinen und denselben 'Tag zu sich zu Tische.L>ie kanien in zahlreichen Mengen an undnahmen Platz an den langen Tischen, welche