380 Manteuffel's Operationen gegen Bourbaki und Garibaldi rc.
und Mannschaften erforderlich war, um die seitwärts gleitenden Ge-schütze und Fahrzeuge vor dem Sturze in die jähe Tiefe zu bewahren.Rechnet man zu all diesen Strapazen noch die Unmöglichkeit einer hin-reichenden Verpflegung, so waren die Mühsale der deutschen Siegerkaum minder klein als diejenigen, denen die von ihnen gejagte Bour-baki'sche Armee erlag, woraus, abgesehen von der Führung und demGeist der Truppe, auf's Neue hervorging, daß eine zum Krieg heran-gebildete Armee über ein schnell zusammengewürfeltes, sogenanntesVolksheer, sei es jener an Zahl auch noch so sehr überlegen, stetstriumphiren wird.
Die Belagerung von Belfort war im Laufe des Monats Januarin ein neues Stadium getreten.
In der Nacht auf den 8. Januar war das südlich der Festung ge-legene und vom Feinde noch besetzt gehaltene Dorf Danjoutin, unterGefangennahme von 700 Franzosen, mit Sturm erobert worden. Eineandere Position, welche der Feind außerhalb der Festung und der Fortsnoch inne hatte, fiel am 20. Januar mit der Wegnahme des DorfesPerouse und des daranstoßenden Waldes in die Hände der Belagerer.Erst nach der Besitzergreifung der Linie Danjoutin—Perouse konntezum förmlichen Angriff gegen die Perches geschritten werden. Nurvon dieser Seite her war der Festung beizukommen. Die Laufgräbenmußten meist in Felsen gesprengt werden, wurden aber trotzdem bereitsin der Nacht vom 21. zum 22. Januar eröffnet. Der glücklich ge-lungene Ueberfall von Danjoutin und Perouse ermuthigte das Ober-kommando des Belagerungscorps zu einem ähnlichen raschen Sturm-angriff gegen die Perches selbst. Zu diesem unheilvollen Unternehmenwar das 2. Bataillon des 3. pommer'schen Landwehr-Regiments aus-ersehen, welches am 26. Januar Abends 8 Uhr gegen die beiden Werkein aller Stille vorgeschickt wurde. Aber diesmal war der Feind, durchSpione gewarnt, auf seiner Hut. Schon auf der Hälfte des Wegswurden die Landwehrcompagnien von Schüssen empfangen. Trotzdemrückten die Braven im Sturmschritt weiter, bis das feindliche Feuer