Druckschrift 
1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
Entstehung
Seite
375
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Manteusfel's Operationen gegen Bourbaki und Garibaldi rc.

37S

der Tapfern kehrte wieder zurück. Von einer später ausgesandtenPatrouille rettete sich nur ein einziger Mann. Bald wurde der Stein-bruch, welcher den Rest der Compagnie barg, vom Feinde umzingelt.Das kleine Häuslein mußte sich durchschlagen und auf dem Wege nachdem Sammlungsorte des Bataillons noch einen Kampf mit dem weitüberlegenen Gegner bestehen. Die Garibaldianer zogen die Fahne,zerbrochen, zerschossen und vom Blute roth gefärbt, unter einem Leichen-hügel hervor, und Riccioti Garibaldi besaß so viel militärisches Ehr-gefühl, dem General Kettler am andern Tage durch einen Parlamentärmelden zu lassen, wie man die Fahne gesunden hatte. Es war daseinzige Ehrenzeichen, welches während des ganzen Feldzugs in feindlicheHände gerieth, aber die Umstände, unter denen dasselbe verloren ging,werfen nur ein um so helleres Licht auf die heldenmüthige Bravourder von dem Verlust betroffenen Truppe, und in den Traditionen desBataillons wird das Blatt, auf welchem die Einbuße seiner Fahneverzeichnet steht, für immer ein Ehrenblatt sein.

Gelang es auch dem General Kettler nicht, sich Dijon's zu be-mächtigen, so hatte er doch durch sein kühnes Vorgehen den altenGaribaldi glauben gemacht, die ganze Manteuffel'sche Armee stehe gegenihn im Kampfe, und anstatt Bourbaki zu Hülfe zu eilen, rührte er sichnicht von der Stelle. Es wäre ihm nämlich ein Leichtes gewesen, das.2. und 7. Corps in ihren Vorwärtsbewegungen gegen Süden um einigeTage aufzuhalten und dadurch Bourbaki Zeit zu verschaffen, sich längsder "schweizer Grenze auf Lyon zurückzuziehen. Aber Papa Garibaldihatte in Dijon viel Wichtigeres zu thun: er fabricirte Siegestelegrammeund schwülstige Proclamationen, über welche selbst die Franzosen lachenmußten. In der letzten derselben, vom 23. Januar datirt, rief er seinertapfern" Vogesenarmee u. A. zu:Ihr habt sie gesehen, die Fersender furchtbaren Soldaten Wilhelm's, ihr, die jungen Soldaten derFreiheit! In einem zweitägigen hartnäckigen Kampfe habt ihr eineglorreiche Seite in die Annalen der Republik geschrieben. Ihr habtdie kriegsgeübtesten Truppen der Welt besiegt. Bald werden wir denblutigen und wurmstichigen Thron des Despotismus bis zu seiner Ver-nichtung erschüttern, und auf dem gastfreien Boden unsres schönen Frank-reichs den geheiligten Bund der Brüderlichkeit der Nationen gründen."