374 Manteufsel's Operationen gegen Bourbaki und Garibaldi rc.
von Dijon gelegenen Höhen von Talant und Fontaine in vortheilhafteAufstellung gebracht waren.
Damit Garibaldi die beiden Armeecorps in ihrem Vormarsch gegenSüden nicht aufhalte, übernahm es das kleine Detachement Kettler,dem alten Herrn um Dijon herum etwas vorzuknallen und seine 25,000Freischärler zu beschäftigen. Am 23. schritt die pommer'sche Brigadeabermals zur Offensive gegen Dijon. Die-Garibaldianer feuerten aussämmtlichen Batterien, trotzdem wurde ihre vorgeschobene Infanterievon der pommer'schen aus allen ihren Positionen herausgeworsen undunter Hurrah gegen die Stadt gejagt. Die fliehenden Banden warfenihre Waffen weg, um schneller sortzukommen, und schon waren d Com-pagnien des Infanterie-Regiments Nr. 61 bis in die Vorstadt ein-gedrungen, als ihnen aus den Häusern derselben und von der Eisen-bahn her ein so mörderisches Feuer entgegengesandt wurde, daß sie ineinem Steinbruch, aus welchem sie kurz vorher den Feind vertriebenhatten, Deckung suchen mußten. Ganz besonders war es ein großes,drei Stockwerk hohes Fabrikgebäude, aus welchem die Garibaldianerein wirksames Feuer unterhielten. Zur Wegnahme dieses Gebäudesging gegen 6 Uhr Abends aus dem Steinbruch eine Compagnie (diefünfte) stürmend vor. Aber kaum hatte die kleine Colonne 25 Schrittzurückgelegt, als der an ihrer Spitze schreitende Fahnenträger von einerKugel tödtlich getroffen und auch die ihn begleitende Section zu Bodengestreckt wurde. Sofort ergriff ein Secondelieutenant die Fahne undstürmte der Compagnie voran, aber auch ihn ereilte das Schicksal seinesVorgängers. Als der Bataillonsadjutant den Tupfern fallen sah,sprang er, trotz einer bereits erhaltenen Wunde, vom Pferde und be-mächtigte sich der Fahne, doch schon nach wenigen Secunden endete einSch^ß in den Kopf auch dieses Heldenleben, und zwei dem Beispieldes Gefallenen folgende Musketiere, welche nacheinander die Fahne er-griffen, büßten ihren Muth ebenfalls mit dem Tode. Bis auf einenkleinen Rest zusammengeschmolzen und schließlich ihres Führers beraubt,mußte die Compagnie wieder nach dem Steinbruch zurück, ohne in derFinsterniß und dem einhüllenden Pulverdampfe zu bemerken, daß dreFahne fehle. Als dieselbe jedoch vermißt ward, drang eine zweite Ab-theilnng vor, um das verlorene Ehrenzeichen zu suchen, — aber keiner