Druckschrift 
1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
Entstehung
Seite
359
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Paris bis zur Capitulation.

359

den Angriff vorbereitet. Die bei Clamart in guter Deckung postirtebayerische Compagnie ließ den Feind auf mehrere hundert Schritt heran-kommen, bis er die Schußlinie überschritten hatte, und brach dann plötz-lich aus ihrem Hinterhalt unter Hurrah hervor. Das kam den Fran-zosen so über alle Maßen unerwartet, daß sie in der Verwirrung eineSalve abfeuerten und sich eiligst wieder zurückzogen. Der feindlicheAngriff auf Fleury nahm einen ähnlichen kläglichen Verlauf.

Ein anderer Ausfall richtete sich wieder einmal gegen die preußischeGarde. Es war am 13. Januar, Abends 10 Uhr, als zahlreiche feind-liche Infanterie le Bourget angriff, unterstützl durch das Feuer dernächstgelegenen Forts. Den Kampf mit den letzteren nahmen die gegenDrancy und Courneuve gerichteten schweren deutschen Batterien auf sich,während die wenigen Compagnien, welche in le Bourget standen, diefeindliche Infanterie empfingen. Inzwischen erscholl weither aus den Kan-tonnements der Garde, aus Duguy, Blanc-Mesnil, Bonneuil und Go-nesse das Schmettern der Alarmsignale, und nach wenigen Minuten warvon Gonesse her ein Regiment unter klingendem Spiel.im Anmarsch.Doch ehe nur Unterstützung zur Stelle sein konnte, hatte bereits diekleine Besatzung von le Bourget den Feind zurückgeschlagen. Noch drei-mal wiederholten die Franzosen in dieser Nacht ihren Angriff aufle Bourget, und eben so oft prallten sie an dem Widerstand der Gardeab. Auch die in den beiden folgenden Nächten versuchten UebersälleMißglückten gänzlich.

^ In dem königlichen Hauptquartier zu Versailles hatten sich in-

zwischen wichtige Dinge vorbereitet, die weniger mit den militärischenOperationen, als vielmehr mit der politischen Neugestaltung Deutsch-lands zusammenhingen. Wie Nord und Süd in treuer Waffenbrüder-, lchaft zusammengestanden hatte, so fühlten die Fürsten und Völker auchdas Bedürfniß nach einer innigeren politischen Vereinigung, als die-selbe durch die Verträge von 1866 geboten war. Schon im Laufe desDionats Oktober hatten Bayern, Württemberg, Baden und Hessendiplomatische Vertreter nach Versailles gesandt, um über ihren Eintritt^ lp bisherigen norddeutschen Bund zu verhandeln, und nachdem aufdiesem Wege der Abschluß eines neuen Bundesvertrages, zu welchem die