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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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Der Krieg zur See.

Nordsee eines der gefährlichsten Meere ist, dessen Küsten mit ihrenUntiefen und Gegenströmungen eine Annäherung als ein großes Wag-stück erscheinen lassen. Landungen wären nur in den Häfen vonBremen, Hamburg und Tönningen möglich gewesen, diese aber liegenlief in den Mündungen vielfach gewundener, von Untiefen und Sand-bänken strotzender Flüsse, so daß tiefgehende Schiffe nur mit Hülse er-fahrener Lootsen und unter strenger Beachtung der Seezeichen in dieHäfen gelangen können. Begreiflicher Weise aber hätte sich kein deut-scher Lootse den Franzosen zur Verfügung gestellt, und alle Seezeichenü>aren entfernt worden. Außerdem wurden jene engen Wasserstraßendurch furchtbare Küstenbatterien beherrscht und an allen geeignetenstellen lauerten versenkte Torpedos und sonstige Hindernisse. DasNetz der Küstenbahnen gestattete, daß binnen weniger Tage, ja Stun-den, an jeden bedrohten Punkt eine Truppenmacht geworfen werdenkonnte, welche die Landung entweder gänzlich verhindert oder die Truppen,die eine solche dennoch wagten, vernichtet haben würde.

Das waren die Verhältnisse in der Nordsee; in der Ostsee stelltenlle sich für den Feind noch viel ungünstiger. Die Entfernung derOstseehäfen war doppelt so groß, als die in der Nordsee, die zu pas-senden Meerestheile bargen noch schlimmere Gefahren, die Küstenü>aren noch unzugänglicher und obendrein von trefflich ausgerüstetenOstungen vertheidigt.

Dies Alles war den Franzosen keineswegs verborgen, sie wußtenl^cht gut, daß sie weder eine Landung wagen, noch sich den deutschenSeestädten so weit nähern konnten, um sie zu bombardiren. Ihre ein-ige Hoffnung war auf ein Bündniß mit Dänemark gerichtet, um ihreLandungstruppen in dänischen Häfen auszuschiffen und dann im Verein^stt der dänischen Armee operiren zu lassen. Dieses Bündniß aberheiterte, wie wir bereits früher gesehen haben, an der Haltung Ruß-lands, und zudem benahmen die wuchtigen Schläge, welche gleichAst Beginn des Krieges auf die französische Armee herabregneten, jederNation den Muth, die so tief in's Pech gerathene Sache Frankreichs

ihrigen zu machen.

Am 19. Juli war in Berlin die französische Kriegserklärung über-3kben worden und den Tag darauf erfolgte die Ernennung des Ge-