Druckschrift 
1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
Entstehung
Seite
152
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

152

Belagerung und Fall von Straßburg.

starken, an ihren Endpunkten errichteten Forts: dem Fort des pitzrresim Norden und Fort blanc im Süden. Nur zwei Zugänge führenauf diefer Seite in die Stadt, das Eifenbahnthor und das ZabernerThor, hinter welchem letzteren die drei Eisenbahnlinien Paris, Baselund Kehl in einem Bahnhofe zusammenlaufen. Vom Fort des pidrresbis zur Citadelle zieht sich die Nordseite des Festungsdreiecks himwelche mehrere Vorstädte, die Ruprechtsan, les Lontades und die vonder Jll gebildete Wacken-Insel beherrscht.

Hinter dem nordöstlichen Theile dieser Besestigungsfront liegt dieKaserne Finckmatt, wo Prinz Louis Napoleon 1836 seine mißlungenenAufwiegelungsversuche machte. Die südliche Festungsfront reicht voMFort blanc bis zur Citadelle und ist deshalb besonders vertheidigungs^fähig, weil sie durch die Arme der Jll und durch Bewässerungsgräbenunter Wasser gesetzt werden kann. Aus dieser Seite, nur durch dasAusterlitzer und das Hospitalthor zugänglich, befinden sich die Fourage^Magazine, das Militärgesängniß und die Kaserne Austerlitz.

Die Citadelle endlich bildet ein Fünfeck und besteht aus 5 kleinenBastionen; vor diesen liegen ebenso viele Halblünetten, das sind kleinemondförmig angelegte Außenwerke, und diese sind wieder durch zrv^den Umfassungswall (Enceinte) umlagernde Hornwerke gedeckt. Diestäußersten Werke erstrecken sich bis an den sogenannten kleinen Rhein,der die Sporeninsel bildet. Von der Stadt ist die Citadelle durcheine Esplanade getrennt, welche ungeheures Kriegsmaterial, wie PoN^tons, Waffenvorräthe, Artillerie- und Geniemagazine birgt.

Trotz seiner starken Bollwerke bleibt Straßburg hinter der neuerenBefestigungskunst zurück, denn es entbehrt der überaus wichtigen uor^geschobenen (detachirten) Forts und lehnt seine Wälle zu dicht nNdie Stadt, deren Bewohner dadurch bei einer Belagerung sehr inleidenschaft gezogen werden.

Am 7. August, dem Tage nach der glorreichen Schlacht noNWörth, langten die ersten Flüchtlinge der geschlagenen ArmeeMahons vor den Thoren Straßburgs an. Mit den fliehenden Truppsresten hatten die Bewohner der Umgegend, sogar bis von Hagenau h^

ihre Frauen und Kinder sowie ihr Vieh und ihre Kostbarkeiten

ach

Straßburg gerettet, weil der hauptsächlich auch durch die katholü ^