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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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König Wilhelm und Kaiser Napoleon. Die deutsche und die französische Armee. 29

Die beiderseitige Hauptwaffe ist das Hinterladungsgewehr. Daspreußische, von Dreyse erfundene Zündnadelgewehr, das in Preußenschon seit 22 Jahren eingeführt ist, hat seit dem Jahre 1866, wo seineVorzüge glänzend zu Tage traten, auch bei den sämmtlichen Truppender übrigen norddeutschen Bundesstaaten, sowie in Hessen, Baden undWürttemberg Eingang gefunden. Bayern führt eine besondere Hinter-ladnngswaffe, theils das Podewil-, theils das Werdergewehr.

Frankreich hat sich seit 1866 für das Chassepotgewehr entschieden,so genannt nach seinem Erfinder Chassepot, der es dem Zündnadel-gewehr nachgebildet hat. DieVortheile, die es gegen dasÄündnadelgewehr voraus hat,sind sein geringeres Gewichtand seine ungleich größereTragweite, auch läßt es eineörößere Geschwindigkeit im^aden und Feuern zu, alsdas Zündnadelgewehr, demdagegen eine größere Treff-sähigkeit und Ausdauer zuöute kommt.

Die Hauptwaffe der deut- -.

schon Cavallerie ist Säbel WürttemSekgische Infanterie-

and Lanze, außerdem führt

die leichte Reiterei Hinterladungs-Carabiner, die schwere dagegen Pistolen,^ie französische Cavallerie bedient sich als Feuerwaffe des Chassepot-

oarabiners und gebraucht den Säbel, den die deutsche Reiterei mit vor-trefflichem Erfolge zum Einhauen zu handhaben versteht, als Stichwaffe.Viit der Lanze sind nur 9 französische Cavallerieregimenter bewaffnet,während die deutschen deren 23 zählen.

Die deutsche Artillerie hat gezogene 4- und 6pfündige Hinter-ladnngskanonen, theils von Gußstahl, theils von Bronze; die franzö-sische Artillerie führt 4- und 12pfündige Vorderlader. Im Felde kannder deutsche 6-Pfünder mit dem französischen 12-Psünder schon derErheblichen Gewichtsvermehrung wegen, welche letzterer bedingt, an