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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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30 König Wilhelm und Kaiser Napoleon. Die deutsche und die französische Armee.

Wirksamkeit wetteifern, während der 'deutsche 4-Pfünder dem französi-schen sogar überlegen ist.

Die französische Artillerie , galt für den tüchtigsten Bestandtheil derArmee, doch hat der Verlauf des Krieges gezeigt, daß sie sich mit dervortrefflichen Geschützführung und Trefffähigkeit der deutschen Artillerie,die in mehr als einem Gefecht den Ausschlag gab, nicht messen kann.

Eine nur in der französischen Armee Angeführte Waffe ist dieMitrailleuse oder Kugelspritze, welche jedoch die Furchtbarkeit ihresRufes nicht gerechtfertigt hat. Zwanzig bis 30 Gewehrläufe sind zueinem Bündel vereinigt, das einem Kanonenrohre gleicht und, ganz wiedieses, auf einer 2räderigen Lafette ruht. Am Hinteren Theile desRohres befindet sich ein Vorrathskasten für die Patronen. Durch einebesondere Mechanik werden die Läufe mit Patronen geladen, abgefeuertund, wenn es Metallpatronen sind, von den letzteren wieder entleert.Da sich die Läufe erhitzen, so können immer nur einzelne zum Feuernbenutzt werden, so daß alsdann das Rohr gedreht werden muß, damitandere Läufe an die Reihe kommen können. Die Mitrailleuse kann inkurzer Zeit eine Unmasse von Kugeln streuen, vermag aber der In-fanterie, der sie beigegeben ist, nicht auf jedes Terrain zu folgen, weilsie die gleichen Transportmittel erfordert, wie jedes Artilleriegeschoß.In ihrer Aufstellung in den Jnfanteriecolonnen ist sie vom Feinde sehrleicht heranszufinden, und da sie von ziemlich subtiler Constructionist, so genügt ein wohlgezielter Kanonenschuß, um sie vollständig zudemontiren.

An guten Zug- und Reitpferden hat Frankreich stets Mangel ge-litten und war damit meist auf den Bezug vom Auslande angewiesen;dazu kommt, daß der französische Soldat seinem Pferde nur eine sehrmangelhafte Pflege widmet. Deutschland ist, bei seiner vortrefflichenPferdezucht, in dieser Hinsicht viel günstiger gestellt und seine Cavalleriehat in diesem Kriege eine Bedeutung erlangt, die sich die französischenHeerführer kaum haben träumen lassen.

Die französische Feldpolizei ist, wie unsere deutsche Feldgensd'ar-merie, vorzüglich organisirt, ebenso weist das französische Militärmedi-cinalwesen sehr gute, praktisch bewährte Einrichtungen nach, wenn auchdie Aerzte den deutschen an wissenschaftlicher Bildung nachstehen. Mit