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Einleitung.
In Frankreich, wo man lange vor dem Auftauchen der spanischenThroncandidatur in aller Stille Vorbereitungen zum Feldzuge getroffenund am 19. Juli im gesetzgebenden Körper 500 Millionen Francs fürdas Kriegsbudget bewilligt hatte, war man auf den ersten Kriegsjubeletwas nüchterner geworden. So viel Feinde auf Deutschlands Falllauerten, so wenig fand sich ein europäischer Staat, welcher der un-gerechten Sache Frankreichs seine laute Zustimmung gegeben hätte.
Die Proklamation, welche der Kaiser am 23. Juli an die Franzosenerließ, war das schroffe Gegenstück zu der würdigen schlichten Sprache, mitwelcher sich König Wilhelm ansein Volk gewendet hatte, und er-ging sich in hohlen Phrasen undnichtswürdigen Lügen, indem siePreußen anklagte, „überallMiß-trauen geweckt und durch seineübertriebenen WaffenrüstungenEuropa in ein Heerlager verwan-delt zu haben, in welchem Un-sicherheit und die Furcht vor demnächsten Tage herrsche." Und fastklang es, nach der frechen Heraus-forderung, wodurch Deutschlanddas Schwert in die Zand ge-zwungen worden war, wie Hohnauf das Selbstbestimmungsrecht der Völker, wenn die kaiserliche Procla-mation fortfuhr: „Wir führen nicht Krieg gegen Deutschland, dessen Unab-hängigkeit wir achten. Wir hegen den Wunsch, daß die Völker, welche diegroße germanische Nationalität bilden, frei über ihre Geschicke verfügen."
Am 28. Juli begab sich der Kaiser von St. Cloud aus zur Ueber-nahme des Obercommandos nach Metz, nachdem er eine pomphafte Pro-klamation an seine Armee, bereits die „Rheinarmee" genannt, erlassenhatte. „Welchen Weg wir immer außerhalb der Grenzen unseres Vater-landes einschlagen", lautete eine der bezeichnendsten Stellen, „wir findenstets ruhmreiche Spuren unserer Väter. Von unserem Erfolg hängt dasSchicksal der Freiheit und Civilisation ab."
Kaiser Kouis Napoleon lll.
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