Einleitung.
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Die Verwüstung der Pfalz durch Melac unter Ludwig XIV., diebrutalen Eroberungskriege des ersten Napoleon, der seinen Durst nachRuhm mit deutschem Blute stillte, — das sind die Spuren jener Väter,deren Söhne die Raubzüge erneuern sollten. Und welches Schicksal diefranzösischen Siege der Freiheit und Civilisation bereitet haben würden,darauf gaben die bis in ihre tiefsten Wurzeln angesaulten Sittenzuständeder französischen Nation und jene entmenschten Horden Afrika's Antwort,welche sich unter Frankreichs Fahnen bereits auf dem Marsche nach dendeutschen Grenzen befanden. —
Wie wir schon oben angedeutet haben, entschieden sich die übrigeneuropäischen Mächte für Neutralität. Das „stolze" Spanien, das denVorwand zu dem bevorstehenden Kampfe hatte liefern müssen und vonFrankreich eben erst in seinem guten Rechte, seine Königswahl nacheigenem Ermessen zu treffen, auf's Empfindlichste gekränkt worden war,steckte den Schimpf ruhig ein und verhielt sich mäuschenstill. Italien,das nur der preußischen Allianz von 1866 den Besitz Venedigs dankte,rüstete Heer und Flotte, um vorläufig in bewaffneter Neutralität zu ver-harren und bei der ersten entscheidenden Niederlage Deutschlands mitFrankreich gemeinschaftliche Sache zu machen, wenn auch die Sympathiendes italienischen Volkes auf deutscher Seite waren. Die Neutralität derSchweiz und der Niederlande war durch die Verträge garantirt. Dieösterreichische Regierung, welche sich die Gelegenheit gern zu Nutze gemachthätte, um Rache für Königgrätz zu nehmen, wurde, gleich Dänemark,von Rußland in Schach gehalten, zudem waren die Ungarn, die eben-falls hätten gefragt werden müssen, dem Kriege gegen Deutschland ab-geneigt, die deutsche Bevölkerung aber, der Narben von 1866 vergessend,hätte ihrer größeren Mehrheit nach am liebsten an der Seite ihrerStammesbrüder gegen Frankreich gefachten.— England, welches einensehr lauen Versuch zur Friedensvermittelung gemacht hatte, erklärte alsfriedlicher Handelsmann ebenfalls seine Neutralität, ließ sich dadurchaber nicht hindern, die französische Armee mit Pferden und Munitionund die Flotte mit Kohlen zu versorgen.
So stellten sich die Staaten Europa's dem titanischen Zweikampfe,zu dem die zwei größten Militärmächte das Schwert gezückt hielten, alstheilnahmlose Zeugen gegenüber. Und wenn in dem einen oder dem