12
Einleitung.
G»
Kencrak Steinmetz,
füllten Hoftheater, wo man ihm zu Ehren eine Festvorstellung gab,
nahmen die brausenden Hochrufefast kein Ende. Aehnlicher Em-pfang wurde ihm in Stuttgartund Carlsruhe zu Theil, wohinihn am 29. Juli seine Weiterreiseführte.
Diese Huldigungen sprachenlaut genug, wie tief auch in densüddeutschen Herzen das National-bewußtsein wurzelte, um von keinemSturme mehr erschüttert zu wer-den. Den Tag nach der Abreisedes Kronprinzen begab sich auchPrinz Friedrich Carl nach seinemHauptquartier am Rhein, in Pots-dam, Minden, Bielefeld, Hamm, Dortmund u. s. w. mit Jubel aus-genommen und mit begeisterten Vaterlandsgesängen und Anreden begrüßt.
Am letzten Tage des so friedlichbegonnenen Monats verkündeten inBerlin Proclamationen an den An-schlagssäulen, daß auch für Königund Volk die Abschiedsstunde ge-schlagen habe. Schon um Mittagsammelten sich die Menschenmassenvor dem Palais. Als gegen Abendhalb sechs Uhr der König und dieKönigin im offenen Wagen her-ausfuhren, erfüllte tausendstimmigerHurrahruf die Luft. Mit Mühebrach sich der Wagen Bahn durchdie wogende Volksmenge, welchevoll Liebe und Begeisterung demHeldenkönig ihren Abschiedsgruß senden wollte. Die Häuser prangtenim Fahnenschmuck, aus den Fenstern flatterten die weißen Taschentücher,
König Ludwig von Iayern-