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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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Einleitung.

Von Deutschen in allen Welttheilen gingen Adressen oder Geldbeiträgeein; die Berliner Kaufmannschaft stellte dem König 1 Million Thalerfür Kriegszwecke zur Verfügung, Frankfurt bewilligte 200,000 Fl. stattder verlangten 110,000 Fl., und ebenso erhöhete Hamburg die gefor-derten 500,000 Mark auf das Doppelte.

Unzählige Ehrenpreise, bis zu 1000 Thalern, von Privatpersonenund Vereinen wurden gestiftet für eroberte französische Adler, Standarten,Kanonen und Mitrailleusen. Jungfrauen und junge Männer aus allenStänden meldeten sich zur Pflege der Verwundeten und zu Feldlazareth-dienften, Studenten und Kaufleute verließen die Hörsäle und Büreaux,um die Waffen zu ergreifen.

Solchen begeisterten Kundgebungen gegenüber sprach der König ineinem Erlaß vom 25. Juli seinen Dank aus und fügte hinzu, daß erdem deutschen Volke Treue um Treue entgegenbringe und unwandelbarhalten werde. Aber auch des obersten Lenkers der Völkergeschicke undder Schlachten gedachte der König. Von Jugend auf hatte er vertrauengelernt, daß an Gottes gnädiger Hülfe Alles gelegen ist. Und daherforderte er sein Volk auf, sich mit ihm in gleicher Erkenntniß vor Gottzu beugen, und ordnete einen allgemeinen Bettag mit Gottesdienst inden Kirchen an.

Inzwischen wurde mit eiserner Energie und mit einem staunens-wertsten Jneinandergreifen die Mobilisirung und Vorwärtsbewegung derTruppen betrieben. Wohl traf der Kriegsruf gar manche Familie, garmanch' blühendes Geschäft wie ein Blitzschlag. Tausende rissen sich ausden Armen der Braut oder der Gattin, Tausende von hoffnungsvollenSöhnen sagten den Eltern ein schmerzliches Lebewohl, Tausende vonFamilienvätern mußten die Ihrigen in Dürftigkeit zurücklassen. Aberdas Vaterland rief, und es war ein heiliger Ruf!

An den Bahnhöfen herrschte ein unbeschreibliches Treiben undWogen. Zug um Zug brauste heran mit wehrhaften Männern, überallvon donnernden Hochs begrüßt. Fast glaubte man sich mitten in einVolksfest versetzt, wenn man aus den Bahnstationen die Zelte und Budenmit all' den Veranstaltungen sah, welche mit liebender Sorgfalt zurErquickung der durchkommenden Krieger getroffen worden waren. Be-sonders in den vom Feinde zunächst bedroheten Landestheilen war die