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AUSFLUG NACH ENGLAND.
Publikum mit einer von Nacliläfsigkeit und Rohheit zeugenden, sldzzenliaften Arbeit unter dieAugen zu treten. Seine sorgfältige Zeichnung, seine liebliche Art zu malen, sein erhabenerund reiner Geschmack, verbunden mit edler und dichterischer Auffassung, stempeln ihn zueinem Meister, den die Nachwelt nicht weniger, als der Zeitgenofse in Ehren halten wird.
(F) Seite 542. Wilkie steht, vermöge seiner eigenen Richtung, ohne Nebenbuhler da. Hätteer weiter nichts gemalt, als sein „Fest auf dem Dorfc", oder seine „Auspfändung", so würde ersich schon unsterblich gemacht haben. Sein neu angenommener Styl aber ist eine bedauerlicheVerirrung, „ein abscheulicher Gräucl" *, und „die erste Geheimerathssitzung unserer Köni-gin" sieht aus, als wenn sie das Werk eines Künstlers sei, der einen Monat lang nur vonGrütze und Wafser gelebt, und der sie in ohnmächtigem Zustande gemalt hätte. Die ganzeNation müste sich zu einer Bittschrift an ihn vereinigen, um ihn dahin zu vermögen, dafs erseinen natürlichen Styl wieder annehme, und so die Welt von neuem entzücke......
(G) Seite 546. Die besten Bildnismaler sind Mistriss Carpenter und Mistriss Robertson.Die erste hat etwas der Schule Guido's Eigenthümliches. Sie besitzt die ganze Lieblichkeit
Sirani's,
hat aber eine reinere Carnation und eine schönere Abstufung der Tinten. Ihre Kin-
der stellt sie stets höchst natürlich und mit Geschmack dar, und sind sie auch nicht immerganz ähnlich, so werden sie doch stets anziehende Gemälde sein. Wir wünschten wohl vonihr unsere Königin gemalt zu sehen. Mistriss Robertson hat sich dem Studium Van Dycksso sehr hingegeben, dafs sie ganz in seinen Geist eingedrungen ist..........
(H) Seite 566. Von George Hayter, der den „Procefs des Lords William Russell", einsder schönsten Gemälde der Englischen Schule, gemalt, hat man auch ein ganz gut gelungenes„Bildnis Ihrer Majestät", welches für den Lord Major, die Aldermens und den Magistrat vonLondon gemacht wurde; er hat noch „ein zweites, in einem Prachtgewande", ausgeführt, wel-ches bis zum Überdrufs herausgestrichen wurde. Unstreitig ist dies ein mühsam ausgearbeite-tes und dem ersteren bei weitem vorzuziehendes Bild; der Ausdruck darin aber ist fast ge-zwungen; die Stellung des Kopfs ist nicht anmuthig, und die Nase erscheint dadurch in einervon der Zartheit des Originals ganz verschiedenen Länge. Doch sind die Hände gut gezeichnet,besonders die linke. Die Fleischtöne sind glänzend und rein. Das Gesicht ist zu voll, fast auf-gedunsen, und in den Augen liegt nicht der volle Ausdruck, der ihnen eigenthümlich ist. DieEinzeluheiten sind mit Sorgfalt gezeichnet und gemalt, und jede Farbe für sich ist glänzend; aberdie nicht ganz richtige Zusammenstellung dieser Farben, und ihre fehlerhafte Abstufung imHintergrunde, benimmt diesem Bilde alle Übereinstimmung und Wirkung. Dennoch bleibt esnach dem Portrait der Königin, von Sully, das beste Bildnis Ihrer Majestät, und läfst das vonWilkie weit hinter sich zurück.
Seite 556. Alle unsere Künstler haben durch die vielen Abbildungen unsrer Königin dieBegeisterung der Nation dafür abgekühlt. Ich nehme die Medaille von William Wyon hier-von aus, welche ein Meisterstück der Kunst ist; die Zeichnung ist anmuthig, sicher, leichtund so treu, dafs jeder, der den Kopf und die Züge der Königin näher kennt, nichts Voll-kommneres wünschen, noch erwarten kann.
* Sein Bildnis der Lady Lyndhorst, im Schlofse Apsley, macht eine Ausnahme hiervon, und nähertsich dem Tone und der Kraft des Velastmez.
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