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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH ENGLAND.

(I) Seite 548. Zur zweiten Künstlerklasse kann England unstreitig mehrere Maler zählen,deren Werke eine schöne Zukunft hoffen lafsen. Wilson und Gainsborough sind für jetztohne Nebenbuhler. Callcott bleibt immerdar der Natur getreu, und ist voller Geschmack, aberer beschränkt sich auf das ruhige und anmuthige Fach. Er erhebt sich nie zum heroischenStyle, und macht sich nicht an die Darstellung der grofsen Wirkungen der Natur. Man könnteDm den Wiederschein Claude's nennen. Seine Werke haben einige Eigenschaften, welchedieser Meister besafs, aber es fehlt ihnen die Gewalt, der Glanz und das Geheimnifsvolle inden Lüften, wodurch sich Claude's Werke auszeichnen.

(J) Seite 551. E. S. Cooper verspricht, sich zu der Höhe zu erheben, von welcher Pot-ter, Cuyp und Bcrghcm herableuebten, ohne dafs er eben einen dieser Meister nachzuahmenstrebte. Seine Gemälde sind werth in allen Galerien von Europa einen Ehrenplatz einzu-nehmen.

(K) Seite 551. Turner hat in seiner Jugend einige vortreffliche Gemälde gemacht; aberselbst in seinen besten Werken, wiedas Opfer im Tempel Apollo's", gegenwärtig in derSammlung des Herrn Wynne Ellis, fehlt es der Ausführung an Feinheit, und man wird zusehr die Absicht gewahr, vermittelst einer doppelten Beleuchtung Wirkung hervorzubringen.Die Zeichnung bekundet Talent und eine fast dichterische Einbildungskraft, aber die Zusam-menstellung der Linien ist übertrieben: auch dann, wenn sie gefällt, ist sie gewöhnlich auf-fallend.

Soll die Landschaftsmalerei die richtige und poetische Darstellung der Wirkungen der Na-tur sein, so hat sich Turner in seinen letzten Werken an diese Auslegung nicht gehalten. EinMann ohne Talent vermöchte zwar nicht solche ausschweifende und grillenhafte Dinge her-vorzubringen, die er mit allerlei fremden Namen belegt; nichts desto weniger heifst das Dingedarstellen, die gar nicht vorhanden sind. Es sind launenhafte Einfälle, die manchmal Bewun-derung, manchmal Mitleid erregen. Wenn das Landschaften sein sollen, welchen Namen wirdman denen eines Wilson, Claude, Poussin, Domenichino, Ruisdael oder Hobbcma beilegen?Turner ist entweder völlig unwahr, oder alle diese Meister waren in Irrthum befangen.

(L) Seite 546. Hätte Etty den Geschmack und die Feinheit Howards, und besäfse Howardmehr von der Kraft und dem Farbensinne, wodurch sich Etty auszeichnet, so würden wirin unsrer Schule zwei leuchtende Sterne zählen, welche an Wirkung, Composition und Auf-fassung den Meistern der Venetianischen oder andrer Italienischen Nebenschulen gleichkommen.Mulready, Thurlston, Rothwell, Linton, Eastlake, Leslie, W. Allen, Collins, Newton, Smith,Shayer und mehrere Andre haben zu den Fortschritten der Englischen Schule beigetragen;alljährlich werden Werke hervorgebracht, welche Auge und Herz erfreuen, und unsern Woh-nungen zum Schmuck gereichen.

(M) Seite 551. Zu unsern aufserordentlichsten und am wenigsten geachteten Künstlern mufsJohn Martin gezählt werden, der Maler derZerstörung Ninive's", desGastmahls des Bal-thasar" und mehrerer anderer Gegenstände. Niemand kann ihm seine Originalität streitig ma-chen. Es ist ein Maler sui generis. Man hat von ihm gesagt, dafs er stets einen und eben-denselben Gedanken darstelle. Dieses Urtheil ist oberflächlich und wenig aufrichtig. Er ent-wickelt im Gegentheil eine ihm eigenthümliche sehr fruchtbare Mannigfaltigkeit,aber seineBilder gewähren einen zu einförmigen Anblick".

(N) Seite 566. Im Allgemeinen sind, wenn wir die aufgezählten Ausnahmen und einige an-dere gelten lafsen, die Hauptzüge der Englischen Schule, welche diese am meisten bezeichnen: