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AUSFLUG NACH ENGLAND.
ben eines nach Höherem ringenden Talents unterdrückt hätte"Genius einigermafsen verbrüdert
neten und geistreichen Dame„Wie wenig, sagt s
(B) Seite 533. West war ein wirkliches Genie, von einer wahrhaft edlen Natur, und er hättelieber seine Pinsel von sich geschleudert, „ als dafs er das ungestüme und ausschweifende Strc-
Solchc Ringer waren seinemund nicht nur stand ihnen seine Galerie offen, sondern erertheilte ihnen auch mit der gröfsten Bereitwilligkeit guten Rath, sagte ihnen stets seine auf-richtige Meinung, und öffnete ihnen, nur zu oft zu seinem eigenen Nachtheile, seine Börse.
Herr Waagen, indem er sich auf zwei Werke von West beruft, welche freilich weit ent-fernt sind, vollkommen zu sein, erklärt ihn für einen handwerksmäfsigen Maler. Er hat dieBeharrlichkeit des Systems mit einer mechanischen Auffassung und Ausführung verwechselt.Aber eine feste Behandlung unterliegt bald den Wirkungen der Zeit, und einige von den Wer-ken, welche er in der Mitte seines Künstlerlebens hervorgebracht, geben den Werken derItalienischen Schule nichts nach. Noch hat kein Sterblicher in einem langen Leben so vieleWerke irgend einer Art von gleichem Wcrthe hervorgebracht. West hatte, wie andere Men-schen, Stunden, in welchen sich seine ganze Scelenkraft entfaltete und es ihm vergönnt war,unter dem Einflufs einer höheren Begeisterung zu schauen und zu zeichnen; es ist nicht mehrals billig, dafs man ihn nach seinen besten und nicht nach seinen weniger gelungenen Arbei-ten beurtheile. Man findet in der Unterredung der Miss Jane Porter, dieser so ausgezeich-
der Meinung des Herrn Waagen mit einigen Worten gedacht:kannte er das Herz dieses vortrefflichen Mannes! Ich betrachtete seinherrliches Gemälde: „ der beschimpfte Christus", und war von den verschiedenen Leidenschaf-ten, welche in der ruhigen Haltung des Oberpriesters ausgedrückt waren, so ergriffen, dafsich gegen West meine Bewunderung hierüber äufserte. Er antwortete hierauf sogleich: Ichmöchte um Vieles nicht diesen Ausdruck noch einmal zu malen haben. Ich habe acht Tagelang dabei zu leiden gehabt; „denn während der ganzen Zeit, dafs ich daran malte, wurdeich selber die dargestellte Person". Diese Antwort widerlegt die Behauptung, dafs er ein hand-werksmäfsiger Maler war. Nachdem West in den Besitz des „Christus mit der Dornenkrone",von Guido, gelangt war, welcher sich gegenwärtig in der Sammlung des Herrn Roger befin-det, gab er die frühere sorgfältige Ausführung auf, und entschied sich für den bestimmteren,gelehrteren und kräftigeren Charakter der neueren Zeit. Hätte Herr Waagen das Bild: „Learwährend des Ungewitters", den „Diomedes", das Helldunkel des „Moses, der die Gesetztafelnempfangt", zuerst gesehen, so würde er zu einer richtigeren Meinung gelangt sein. Hätte er„die Zerstörung von Sodom und Gemorrha", den „Saul im Wahnsinn" und „Telemachs An-kunft auf der Insel der Kalypso" gesehen, so würde er haben eingestehen müfsen, dafs, wasAuffassung und Ausführung anbelangt, kein anderes ähnliches Gemälde diese Bilder übertrifft.Unter seinen völlig ausgemalten Bildern ist die „Himmelfahrt Christi", gegenwärtig in Pct-worth, eins derjenigen, welche am meisten eine grofse Vollkommenheit des Colorits mit einervortrefflichen Zeichnung vereinigen. Es enthält dieses Bild überraschend schöne Engelchöre.Der „Tod des Adonis" (mit lebensgrofsen Figuren, gegenwärtig Eigcntlmm des Herrn Ogle)ist durch Farbe und Zeichnung eines Carracci würdig. Wir haben in diesem Frühjahre dasBild „der beschimpfte Christus" auf der Ausstellung gesehen. Jeder vorurtheilsfreic Mann,der die Zeichnung in diesem herrlichen Gemälde betrachtet, wird sagen, dafs ihm keineDarstellung desselben Gegenstandes bekannt ist, welche die Geschichte mit so viel Würdeund so vollständig darstellt, und worin sich eine so grofse Mannigfaltigkeit des Ausdrucks undeine so unübertreffliche Charakteristik zeigt. Wo findet man eine schönere und rührendere