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AUSFLUG NACH ENGLAND.
Die Färbung hat im Allgemeinen eine Art von Glanz, welcher dem ernsten historischenStyle nicht angcmefsen ist: aber er bezaubert das Londoner Publikum.
Von den Geschichtsmalern ist Eastlake derjenige, dessen künstlerisches Streben und Gefühlmeinem Geschmacke am meisten zusagt.
Die Bildnisse sind voller Leben, wollen aber von weitem gesehen sein. Die Gabe, dieÄhnlichkeit aufzufafsen, ist Gemeingut vieler Englischer Maler.
Lawrence war einer der grösten Bildnismaler, welche je gelebt haben: aber schwer istes und gefährlich, ihm nachstreben zu wollen.
In sehr vielen neueren Gemälden ist die Farbe grell: in anderen ist die Pinselführung zubreit oder zu keck; und diese Fehler treibt man oft bis zu den äufsersten Gränzen.
Wilkie, als Genremaler, findet Seinesgleichen nur unter den besten Niederländern.
Viele andere Genremaler besitzen viel Talent, verbunden mit einer grofsen Leichtigkeit, undeinige unter ihnen machen keinen Mifsbrauch davon. Karl Landseer, Cope, Uwins und Pid-ding sind diejenigen, welche, meines Erachtens, durch mehrere Werke dieses Lob am meistenverdienen.
Edwin Landseer scheint mir als Thiermaler alle Maler dieses Fachs zu übertreffen, wannund wo sie gelebt haben mögen.
Stanfield, als Landschafter, ist ein ausgezeichneter und verständiger Maler, und unabhängigvom Geschmacke des Augenblicks.
Martin, Turner, Roberts und Danby haben ihrer Einbildungskraft den Zügel schiefsen lafsen,und damit eine Verwegenheit der Ausführung verbunden, wie sie mir vorher noch nicht vor-gekommen war. Diesem Aufschwünge entsprechen auch ihre Werke, und tragen oft das Ge-präge der Grofsheit.
Unter den neueren Bildhauerarbeiten giebt es manche lobenswerthe.
Die neuere Baukunst in Edimburg hat verschiedene Werke aufzuweisen, welche einen gu-ten Geschmack bekunden: in London scheint man dagegen bei den meisten neueren öffent-lichen Gebäuden weniger glücklich gewesen zu sein.
Die Malerei in Wafserfarben hat ihren Anhalt in der Mode; sie schmeichelt ihr, bringtÜberraschendes hervor, und entwickelt eine grofse Thätigkeit. Copley Fielding nimmt, mei-nes Erachtens, in diesem Fache die erste Stelle ein, und ist in jeder Beziehung höchst lobens-werth: im Allgemeinen aber entfernen sich die Aquarellmaler, was Farbe anbetrifft, zu sehrvon der Wirklichkeit, und ihre Werke sind manierirt, obgleich anziehend, geistreich undvoller Zauber.
Die Karikaturen bilden ein ganz eignes Fach, in welchem die Engländer noch von keinemandern Volke erreicht worden sind. Ihr fleifsigster und geschicktester Maler in diesem Fachegiebt sich nur durch die Anfangsbuchstaben IL B. zu erkennen. Er besitzt in einem sehr ho-hen Grade die Gabe, die Gesichtszüge und die Haltung der Menschen auf eine belustigendeWeise aufzufafsen (| D.). (f H.). (f N.).