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AUSFLUG NACH ENGLAND.
Es ist eine in Musselin gekleidete Frau, eine Gestalt, die ich nicht zu bezeichnen vermag:phantastisch, ideal oder romantisch; sie ist schlank, sie ist von Pflanzen und Blumen umgeben;sie ist vveifs vom Kopie bis zum Fulse. Anmuth und Leichtigkeit der Bewegungen ist diedeutlich ausgedrückte Absicht des Urhebers dieses Werkes.
Das Bildnis der Königin der Belgier mit ihrem Kinde sah man ebenfalls in dieser Werk-statt. Es war nur noch Entwurf. Viele Bilder, die für vollendet gelten, sind es nicht mehrals diese Skizze, welche übrigens mit Talent und Leichtigkeit gemacht war.
Ich habe in der British Institution for promoting il\e Jlne arts drei Bildnisse von diesemKünstler gesehen, welche alle denselben bereits von mir bezeichneten Charakter halten: Nach-ahmung des Lawrence, und leichte und kecke Pinselfiihrung. Diese Art und Weise bringtglänzende Erfolge hervor, Erfolge, welchen das Englische Publikum hohen Werth beilegt: inDeutschland zieht man eine sorgfältigere und feiner ausgeführte Malerei vor. Man kann die-ses Weisheit, Mäfsigung nennen: man kann es aber auch Ängstlichkeit, Trockenheit nennen.Geschmack und Meinung sind frei.
HA-STTEKS -WERKSTATT.
Eine reiche Sammlung von skizzirten Bildnissen, welche ich bei ihm gesehen habe, be-kundet sein Talent, die Ähnlichkeit aufzufafsen, und rechtfertigt seinen Ruf und die Stellung,die er als Künstler einnimmt. Er ist Bildnis- und Gcschichtsmaler der Königin, und Mitgliedder Akademien in Rom, Florenz, Bologna, Parma und Venedig. Aufser den Bildnissen derKönigin und des Lords Melbourne, deren ich schon erwähnt, habe ich in seiner Werkstattdie Bildnisse der Lady Dondonald und ihrer Tochter, zu Pferde in den Cordilleras, gesehen.Ich finde Haytcrs Farbe grell, und seine Pinselführung zu breit; ein Fehler, der vielen Bild-nismalern in London gemeinsam ist. Ohne Zweifel kömmt diese Meinung bei mir daher, dafsich in unserm Lande Gemälde zu sehen gewöhnt bin, deren Colorit von dem der EnglischenMaler sein- abweicht.
STANriEIDS WERKSTATT.
Die Natur dieses Künstlers spricht mich ungemein an. Vornämlich bewundere ich seineLandschaften in Öl. In seinen Bleistiftzeichnungen und Steindrücken entdeckte ich zu vielvon jener mechanischen Fertigkeit, die ich schon oben gerügt und mit Schönschreiberei ver-glichen habe. Ich sah bei ihm eine grofse Landschaft, welche noch nicht ganz fertig, aberdoch schon so weit vorgerückt war, dafs sie mir eine hohe Vorstellung davon gab, was sieim Zustande der Vollendung werden muste. Stanfield verschmäht es, kühn zu scheinen, weiler sich kräftig fühlt; er verschmäht die Täuschung, weil er ohne Bedenken wahr sein darf.
TURNERS WERKSTATT.
Was ich in Turners Werkstatt, wo sich eine grofse Anzahl seiner Arbeiten vereinigt findet,von ihm gesehen habe, hat mich, wo möglich, noch mehr verwundert, als was ich auf denAusstellungen des Jahres 1838 von ihm sah. Vor manchem seiner Gemälde kann ich es mirnicht erklären, wie ein Künstler von so ausgezeichnetem Talent sich so ungebunden einersolchen Art von Keckheit und Leichtigkeit hingeben mag. In mehreren von seinen Bildern
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