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AUSFLUG NACH ENGLAND.
Eine Zeichnung, die alle Bauten Wrens um die St. Paulskirclie,
§. 11. BAUMEISTER.COCKERELL (CR.)
die sein bedeutendstes Werk ist, zusammenstellt, giebt einen hoben Begriff von CockerellsTalent als Zeichner architektonischer Gegenstände.
GANDY (JOSEPH), WYATT (T. H.) und BRANDON (R.) zeichnen in demselben Fachemit vieler Kunst.
WYATT VIELE (Sir JEFFERY) verdient unter den Künstlern dieser Art vielleicht die ersteSteUe; eben so auch WILKINS (W.).
BARRY. Ihm ist der Bau des neuen Parlements übertragen worden. Hieraus kann manschon auf das Vertrauen schlicfsen, welches er als Baumeister geniefst. Die Kosten diesesBaues sind auf eine Million Pfund Sterling veranschlagt worden. Ich habe bei Barry die Ent-würfe und die Modelle zu diesem Gebäude gesehen. Es ■wird im Gothischcn Style des 15teuJahrhunderts gebaut. Auf der Westminsterseite wird es mehrere Winkel und Einspränge bil-den, längs des Flufses hin aber in einer einzigen Fronte von 1200 Fufs Länge ununterbrochenfortlaufen. Von dieser Wafserseite, dünkt mich, wird das Gebäude einen Anachronismus dar-stellen: die Hauptlinien und die symmetrische Eintheilung derselben scheinen unserer Zeitanzugehören; während die Verkleidung und die Verzierungen im Gothischcn Style sind, mit-hin einem weit früheren Zeitalter angehören. Das Umgekehrte möchte eher zuläfsig sein. In-dessen ist wahr, dafs die Ebenmäfsigkcit von den Gothischcn Kirchen nicht ausgeschlofsenist, und dafs wir solches an verschiedenen anderen weniger grofsen Gebäuden sehen, z. B.in Oxford. Vielleicht gelingt dieser Versuch hier auch unter gröfseren Verhältnissen, undauch der Geschmack des Publikums findet sich vielleicht in die Verbindung dieser Hauptlinienmit den ihnen angepafsten Einzelnheiten. Die Hauptsache ist, dafs es gefalle und immer ge-falle. An einer schönen Wirkung der übrigen Seiten des Gebäudes zweifle ich keinesweges.Übrigens fehlt es den Engländern an guten Gothischen Vorbildern nicht. Sie erhalten mitfrommem Sinne ihre alten Denkmäler, und ersetzen sorgfaltig alles, was die Zeit an ihnen zer-stört. Sie müfsen einen sehr sichern Geschmack hierin haben, und ich hoffe, dafs der allge-meine Beifall meinen Zweifel siegreich widerlegen wird. Als ich den Bauplatz in Gesellschaftdes Herrn Barry besah, arbeitete man noch am Pfahlwerke.
Unter den neueren Bauten in London, namentlich unter den Clubgebäuden, sagen mehreredem allgemeinen Geschmacke, und dem meinigen besonders zu: wiewohl ich nicht verhehle,dafs, was Neubauten anbetrifft, Edimburg es, im Ganzen, London zuvorthut. Edimburg hatneuere sehr bedeutende Gebäude im reinsten Geschmack aufzuweisen. Dazu kömmt die soüberaus vortheilhafte Lage dieser Stadt! Sie ist bewunderungswürdig: ich kenne keine schö-nere in der Welt. Aber in London hat man seit Wren, dem Erbauer der prächtigen St.Paulskirche, sich grofser Irrthümer in der Baukunst zuschulden kommen lafsen. Mehrere der-selben hat die öffentliche Meinung gerichtet, und NASH ist einer von den Baumeistern, die sie,und zwar mit Recht, am strengsten verurthcilt hat.