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AUSFLUG NACH BELGIEN.
will, den er mit tiefer Aufmerksamkeit betrachtet. Er trägt seine geschichtliche Kleidung, ausdem Anfange des löten Jahrhunderts: lange, dicht anliegende Beinkleider und Jacke. Er hatdie Tasche an der Seite und das Baret auf dem Kopfe. Die Auffassung des Ganzen ist vollPoesie und Wahrheit. Indessen hat man, und zwar nicht mit Unrecht, an den Einzelnhei-ten dieses Werkes manches getadelt, unter andern die etwas allzu dünnen Beine; ein Feh-ler, durch welchen der Künstler vielleicht seinem Gebilde einen eigenthümlichen Zug mehrgeben wollte. Zu der Zeit, in welcher Quentin Metsys blühte, hielten die Künstler noch vielauf magere Gestalten. Das alte Christliche Princip, welches auf solche Weise das Leiblichezu vergeistigen strebte, war noch nicht ganz aufgegeben. War dieses nun die Absicht unsersKünstlers, so irrte er sich, und wir zweifeln nicht, dafs er bei der etwaigen Ausführung seinerStatue in Marmor sich beeifern werde, den an derselben bemerkten Fehler zu verbessern.
JOHANN BAPTIST DE KÜYPER, geboren zu Antwerpen, ist ebenfalls Bildhauer. Er hatfür die Hauptkirche seiner Vaterstadt ein Denkmal ausgeführt: „die Ewigkeit, die Grabschriftdes Barons de Pret bekränzend". Auch hat man von ihm eine Statue des „Otryades", dermit seinem Blute auf seinen Schild die Worte schreibt: „der Sieg ist den Griechen geblieben";ein kolossales Standbild der „Heiligen Caecilia"; die Statuen des „Moses" und „Aron", diesich im Beghincnkloster zu Antwerpen befinden; und endlich, aufser verschiedenen Büsten,eine auf der National-Ausstellung im Jahre 1836 gesehene Gruppe: „die Unschuld unter demSchutze der Gerechtigkeit". Dieser Künstler besitzt, sowohl was den Gedanken, als was dieAusführung anbelangt, ausgezeichnete Eigenschaften: doch ist der Gesammtwirkung seiner Werkeder Vorwurf zu machen, dafs sie zu sehr nach dem Theatralischen strebt.
Noch haben wir zweier Künstler zu gedenken, von welchen der eine sich seit mehrerenJahren in Holland niedergelafsen hat, und der andre, nach langer Zurückgezogenheit, sich erstvor zwei Jahren wieder dem Publikum zeigte mit einer Gypscopic der Statue des PrinzenKarl von Lothringen, welche vor dem Jahre 1793 auf dem Königsplatze in Brüssel stand.Sie hiefsen Royer und Van Geel.
LUDWIG ROYER, geboren zu Mecheln, ist gegenwärtig Director der Akademie im Haag,und Hofbildhauer des Königs von Holland. Er trat zuerst im Jahre 1816 auf, mit einer Sta-tue der „Hebe, die den Göttertrank einschenkt". Zwei Jahre nachher erschien seine „demBade entsteigende Diana". Im Jahre 1820 meifselte er einen „St. Johannes"; 1S22 einen„Claudius Civilis"; 1824 „einen von einer Schlange verfolgten Griechischen Hirten"; und end-lich im Jahre 1828 eine Marmorbüste des Papstes „Leo XII.". Dieses war das letzte Bild,welches er in Belgien zeigte. Seit den Ereignilsen des Jahres 1830 scheint er sich gänzlich inHolland niedergelafsen zu haben. Royer ist ein höchst verdienstvoller Künstler. Wenige vonunsern Bildhauern haben so viel Strenge und Styl, wie er.
JOHANN LUDWIG VAN GEEL, ebenfalls zu Mecheln geboren, im Jahre 1787, ist daselbstProfessor der Bildhauerkunst. Er hat eine grofse Anzahl Statuen, Basreliefs und Büsten ge-liefert. Von ihm ist der Löwe, welcher das Denkmal auf der Wahlstatt der Schlacht vonWaterloo ziert. Er machte auch einen Claudius Civilis, der im Garten bei Tervueren steht;so wie die Bildsäulen, welche das jetzo zerstörte Laekener Thor in Brüssel zierten. Nach lan-ger Zurückgezogenheit trat Van Geel im Jahre 1836 wieder auf. Zur Ausstellung dieses Jah-res brachte er das Gypsmodell des Standbildes des Prinzen Karl von Lothringen, welches dieBelgische Regierung in Bronze giefsen, und wieder auf derselben Stelle wollte errichten lafsen,wo die am Ende des vorigen Jahrhunderts zerschlagene Bildsäule dieses Fürsten gestanden