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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH BELGIEN.

Seit der Ausstellung des Jahres 1836 hat Geefs eine grofse Menge anderer Arbeiten geliefert,unter denen wir liier folgende anführen: mehrere Wiederholungen der Büste des in der Wiegegestorbenen Belgischen Erbprinzen; die „Tochter des Fischers"; die Modelle zu den Stand-bildern „Gretry's" und von „Rubens", und endlich das marmorne Denkmal auf dem Märty-rerplatze.

Die „Tochter des Fischers" gehört zu derselben Familie, wie das „Gebet", die „Schwer*muth" und „Genoveva von Brabant", d. h., wie wir uns ausdrücken möchten, zum elegischenTheile der Gcefsschen Compositioncn. Es ist ein auf einem Felsen am Meerbusen sitzendesMädchen. Ihr Vater ist nicht heimgekehrt; ohne Zweifel haben ihn die Wellen verschlungen.Sie weint und betet, einen Rosenkranz auf ihren Knieen, schauet in eine zu ihren Füfsen zer-fliefsende Welle, in welche sie einen Blumenkranz geworfen: als fromme Spende an UnsereLieben Frauen, die Helferin in der Noth, den Meeresstern und den Leuchtthurm der Schiff-brüchigen. Dieses Werk ist eins der am tiefsten und innigsten gefühlten, die Geefs hervor-gebracht hat.

Das Modell zum Standbildc Gretry's stellt den grofsen Tondichter dar, wie er, mit einer Fe-der in der Hand, im Begriff steht, einen grofsen musikalischen Gedanken niederzuschreiben.Begeisterung strahlt aus dem höchstausdrucksvollen Haupte. Man sieht ihm die tiefe innereBewegung an. Der Musiker steht in seinem bekannten Hausrocke da. Es ist eine würde-volle Gestalt. Dieses Denkmal ist für Lüttich bestimmt.

Das Modell zum Standbilde von Rubens ist für das Denkmal bestimmt, welches ihm in Ant-werpen errichtet wird. Der Künstler ist in der malerischen Tracht des 17tcn Jahrhundertsdargestellt, streng und ernst, in seiner kräftigen Gestalt, mit seinem Spanischen Mantel, undden Hut mit der breiten Krampe in der Hand hallend. Man glaubt in diesem Standbildcein Werk des Malers selbst zu erblicken, so sehr trägt dasselbe das Gepräge der Kühnheitund Grofshcit, welches Rubens seinen Kunstschöpfungen aufdrückte. Es gehört, wie Gretry undFriedrich von Merodc, zu der epischen Seite von Geefs Talent.

Wir haben liier auf zwei unterschiedene Künstler in unscrai Bildhauer hingewiesen: auf denelegischen und den epischen Dichter; nach den beiden Reichen, in welchen seine Werke sichtheilen. In einer wie in der andern Gattung hat er gleich Grofscs geleistet. Doch scheinter uns, wie hoch er auch in beiden stehe, was Auffassung anbetrifft, in der ersteren am ta-dellosesten zu sein.

In vorzüglichem Grade besitzt Geefs das Verdienst vollendeter Ausführung und zarter Hand-habung des Meifsels.

Als die ersten Werke dieses Bildhauers im Jahre 1833 auf der National-Ausstellung erschie-nen, brachten dieselben in der Belgischen Bildhauerei eben dieselbe Wirkung hervor, welchedrei Jahre vorher die Wapperschen Gemälde in der Malerei hervorgebracht hatten. Es wardie Losung zu einer Umwälzung in diesem Gebiete der bildenden Kunst. Bis dahin hattenwir uns in der ungeschickten und misverstandenen Nachahmung der Griechischen Plastik all-zuknechtisch hingeschleppt; bis dahin hatten wir uns bemüht, die Bildhauer-Werke der Mei-ster des Alterthums sklavisch zu wiederholen, und schlecht nachzumachen, anstatt durch dasStudium ihrer Hcrvorbringuugen die Mittel aufzusuchen, vermöge welcher sie zu dem Edlen,Strengen, Grofsen und Schönen gelangt waren, oder, besser gesagt, anstatt uns ihre dichte-rische Anschauungsart der Natur anzueignen, und diese eben so dichterisch wiederzugeben.Geefs kam, und machte uns aufmerksam auf diesen Fehlgriff. Er zeigte uns, dafs das grofse