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AUSFLUG NACH BELGIEN.
sehr das Nachgeahmte an. Seine im Jahre 1836 in Brüssel ausgestellten Arbeiten zeigten schonmehr Eigenthümlichkeit. Nachdem er die grofsen Meister studiert hatte, gah er sich einzig beidem gröfsten Meister in die Lehre: — bei der Natur. Er lieferte jetzt: eine „Landschaft mit Ne-beleffect", welche eine festere Pinsclfiihrung und gröfseres Verständnis des Malerischen zeigte;und eine „Ansicht der Umgegend von Mont-Aigle" in der Provinz Namur; ein schönes Bild,voller Wahrheit und Übereinstimmung.
EDUARD DELVAUX, geboren zu Brüssel, ist ein Urenkel des Bildhauers Laurent Delvaux,und ein Schüler Van Assche's. Bereits durch einige hoffnungsvolle Arbeiten bekannt, zeigteer sich auf der Ausstellung des Jahres 1833 mit zwei Landschaften, von welchen die eine das„Innere eines Waldes" darstellte, und von der Regierung gekauft wurde. Im Jahre 1836stellte er drei andere aus: die „Ruinen von Mont-Aigle"; eine Landschaft aus der „Gegendvon Huy", und eine Ansicht der „Senne von der Seite von Fozest aus aufgenommen". Del-vaux fafst die Landschaft grofsartig auf. Er stellt gern einsame Gegenden dar; immer ist eseine Ruine, ein tiefer Waldgrund, ein durch dichtes und schattiges Gebüsch leise dahin rie-selndes Gewässer. Seine Zeichnung ist meist gut, und er behandelt sehr geschickt den Baum-schlag, nur nicht mannigfaltig genug. Es ist Übereinstimmung in seinen Gemälden; doch herr-schen darin die grünen Töne oft etwas zu grell vor.
FERDINAND MARLNUS, geboren zu Antwerpen, im Jahre 1808, ist Dircctor der Maler-akademie in Namur. Er widmete sich anfangs der historischen Landschaftsmalerei, behandeltaber gegenwärtig die Landschaft einfach nach der Natur. Im Jahre 1833 brachte er zur Aus-stellung: seinen „Sixtus V.", der sich jetzt in der Galerie des Herrn Chi v. Brouekere befin-det; und zwei Scencn aus Byron's Giaour. Diese Bilder waren trefflich gedacht und aufgefafst,aber von einer Fülle,und einem Aufwand der Farbe, der bis zur Übertreibung ging.
Es war eine ganz unwirkliche Natur, welche der Maler mit einer eben so unwahren Poesiebekleidet hatte: so glänzte sie über alle Maafsen. Im Jahre 1836 stellte Marinus in Brüsselsechs Gemälde aus: einen „Nebel über der Maas"; eine „Aipengegend"; eine „Gegend beiNamur"; eine „Gegend in Flandern"; eine „Landschaft bei Antwerpen", und eine „Ansichtvon den Ufern der Maas". Alle diese Gemälde bezeugten, dafs mit dem Talente des Malerseine grofse Veränderung vorgegangen war. Man sah, dafs er angefangen hatte, sich alles über-triebenen Aufwandes seiner früheren Manier zu entäufsern, um sich mehr der Naturwahrheitzu nähern. Am bemerkbarsten war dieser Fortschritt an seiner Landschaft aus der „Gegendvon Namur" mit einer Wasserfurth. Diese Mäfsigung ging aus zwei Ursachen hervor: zu-vörderst aus dem Nachdenken des Künstlers selber, und dann aus dem täglichen Anblickeder ihn umgebenden anspruchsloseren Natur. Lange Zeit nur an dem Anblicke der grofs-artigeu Landschaften eines Theils von Italien, Tyrols und der Schweiz gewöhnt, hatte erdas Aufserordentliche dieser Gegenden auf sein Farbenbrett und in seinen Pinsel übergehenlafsen. Dadurch gerieth er auf Abwege. Nun aber sehen wir ihn mit starken Schritten derWahrheit und Wirklichkeit sich nähern. Noch einiges Studium, und Marinus wird ein sehrausgezeichneter Landschafter sein. Anstatt der einfachen Auffassung der Natur giebt er einedichterische Auffassung derselben, und weifs stets einen eigenthümlichen Gedanken darein zulegen. Anstatt eine Landschaft so wiederzugeben, wie sie ist, giebt er sie so wieder, wiesie ihm erschienen ist, drückt ihr die eignen dabei gehabten Empfindungen auf, und verstehtdiese auf solche Art auch dem Beschauer einzuflöfsen. Dies ist es, wonach jeder Landschaf-ter streben mufs. Marinus hat es erreicht. So viel über seinen innern Beruf. Das Äufsere