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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH BELGIEN.

zu machen von der Bewegimg, dem Getümmel und dem Leben, womit der Künstler dieseLeinwand beseelt hat. Alle diese unzähligen Figuren handeln, rühren und tummeln sich, lär-men, und versetzen oder empfangen den Todesstreich. Es ist zum Erschrecken, zum Entsetzen:und dennoch zieht uns dieses Drama an und fefselt unsern Blick! Es liegt aber auch in demGanzen etwas so Grofses, so Dichterisches und so viel Wahrheit und einleuchtende Wirklich-keit, dafs man sich nicht enthalten kann, auszurufen:so ist's"! Schaut man indessen genauerhin: welche gewaltige Verstöfse gegen die Anatomie, bei mehr als Einer Figur! Welch einganz sonderbares Spiel der von drei oder vier Seiten her auf diesen ungestümen Volkshaufenfallenden Lichter. Wiederum: welche Wahrheit der Handlung! Welche Wahrheit sämmtlichcrBaulichkeiten! Vornämlich aber welche wundervolle Farbe! Diese Farbe macht uns schwin-delig, und wir werden nicht müde, sie zu bewundern. Man sollte meinen, Rembrandts Pa-lette habe sich nach zwei Jahrhunderten wiedergefunden. Es herrscht hier eine Kraft undGewalt der Färbung, die uns in Erstaunen setzt und blendet. Prüft man nun diese aufseror-dentliehe, in solchem Grade vielleicht einzige Eigenschaft dieses Gemäldes näher; betrachtetman darin die stürmische Begeisterung, die überschwängliche Einbildungskraft; untersucht manalles das Ergreifende und Tiefe in dem Ausdruck und in der Auffassung, all die Lebendigkeit,Wärme und Kraft in dem Gedanken des Künstlers: so fragt man sich, ob ein solcher Aufwandan Wärme, Kraft und Talent hier nicht rein verloren sei. Gewifs bedauert man diese Ver-schwendung noch mehr, wenn man vor die anderen Werke desselben Malers hintritt, woer wenigstens mehr Mäfsigung bewiesen, und dargethan hat, dafs es nur an ihm liegt, weni-ger incorrect zu zeichnen. In der That ist die Gueusenfamilie im Kampfe gegen eine SchaarSpanier" mit weniger Ungestüm behandelt. Alles in diesem Gemälde steht in vollkommensterÜbereinstimmung: Farbe, Zeichnung, Auffassung, Darstellung, Gcsammtheit und Detail. Das-selbe läfst sich von seinerwahrsagenden Zauberin" sagen. Diese Composition ist ganz undgar im Style Rembrandts gehalten. Überhaupt dürfte man diese beiden kleinen Bilder für diehes'en halten dieses Malers, wenn nicht zwei oder drei seitdem von ihm ausgestellte Arbeiten,neben den ausgezeichneten Eigenschaften dieses in seiner Art allein dastehenden Talents, zu-gleich eine gröfsere Strenge der Zeichnung gezeigt hätten. Wir erwähnen hier noch seinerWerkstätte Rembrandts"; seinesReichen und Armen", welches Bild im Jahre 1837 in Ant-werpen ausgestellt war; und seinerNiederländischen Familie des 17ten Jahrhunderts in ihremHäuslichen", welche an Netscher und Terburg erinnert.

Levs ist unstreitig der Meister der Farbe. Sein Gedanke ist stets eigenthümlich, und seineAuffassung ist immer dichterisch. Wir kennen kein mannigfaltigeres Talent. Mit erstaunlicherLeichtigkeit vermag er sich die Art eines jeden der grofsen Meister der alten HolländischenSchule anzueignen: bald ist es Rcmbrandt, bald Wouwcrmans, bald Terburg, bald Netscher,bald Van Ostade. Leys vereinigt fünf Künstler in sich, und ist zugleich er selbst. Um einerder ersten Maler unserer Zeit zu sein, fehlt ihm nichts als Zeichnung. Einige strenge und ge-wifsenhafte Studien werden ihn zu diesem Maler machen.

C. VAN DER EYCKEN, geboren zu Aerschot, um das Jahr 1817, gehört zu denjenigenTalenten, die alles sich selber verdanken. In Löwen erzogen, und fast immer in der reich-haltigen Galerie Van der Schrieks, hat er sich daselbst gebildet, ohne andere Lehrmeister,als eben die dortigen Bilder: freilich Bilder von Ruysdael, Wynants, Dujardin und Wouwer-mans. Er malt nur Landschaften. Im Jahre 1833 trat er zuerst mit zwei Werken auf, dieihm Ehre machten. Doch sah man ihnen, bei aller Verdienstlichkeit der Ausführung, noch

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