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AUSFLUG NACH BELGIEN.
Auffassung der Form bis aufs äufscrste getrieben, sowie unser Maler des 17ten Jahrhundertsuns diese fast in allen seinen Bildern zeigte, anders als in seiner Kreuzesabnahme. Im Gan-zen aber lag in diesem Gemälde Mathieus eine bedeutende Zukunft. — Im Jahre 1836 gabderselbe Künstler zur Ausstellung einen „Christus am Kreuze", diesen schon so oft von dengrösten Meistern vortrefflicher behandelten Gegenstand; ferner einen „Kopf der Heiligen Jung-frau", unter der Benennung „Stella Matutina", in welchem man vergeblich den Ausdruckder Heiligkeit sucht, den diese himmlische Figur erfordert; endlich eine grofse Compositionaus der Belgischen Geschichte: „Maria von Burgund, wie sie auf der Jagd vom Pferde fällt".Dieses Gemälde verkündigte einen neuen Fortschritt des Künstlers. Die Auffassung ist grofsund voll Adel; die Linien sind glücklich verbunden; es ist Bewegung, Leben, Seele und Aus-druck darin. Die Zeichnung ist fester, bestimmter und richtiger, als in dem Bilde der Sünd-flut: aber man bemerkt eine grofse Einförmigkeit in den Fleischtönen, eine gewisse Dürftig-keit der Farbe, ungeachtet der Harmonie des Ganzen, welche indessen hin und wieder einigeHärten zeigte, und etwas ins Schwärzliche spielte. Diese schon das grofse Gemälde der Aus-stellung von 1833 übertreffende Hervorbringung bezeichnete den Weg, welchen Mathieu nochzu durchlaufen hat. Der Künstler bewies hier, dafs er aufserordentliche Fortschritte in derZeichnung gemacht hatte, dafs ihm in Hinsicht der Farbe noch ein ernsthaftes Studium nöthigthat: und dieses Studium macht er jetzt eben, um zur nächsten National-Kunstausstellung imJahre 1839 noch vollständiger aufzutreten.
THEODOR SCHAEPKENS, geboren zu Maestricht, im Jahre 1812, hat sich der Gcschichts-malerei und historischen Genremalerei gewidmet. Er ist, wie Wappers und Mathieu, Zöglingder Akademie in Antwerpen. Im Jahre 1833 hatte er mehrere Gemälde ausgestellt, unter de-nen ein „Kosakenrückzug", eine „Scene aus der Einnahme von Maestricht im Jahre 1579",und die „gastliche Aufnahme des Christoph Columbus in einem Kloster", sich besonders aus-zeichneten. Diese Werke gaben treffliche Eigenschaften zu erkennen. Der Maler zeigte darineine ihm eigenthümliche Farbe, die zwar des Glanzes der Niederländischen und VenetianischenSchulen entbehrte, aber auch nicht das Verbrannte der Spanischen Schule hatte, sondern Glanzund Wärme zugleich darbot. Diese Gemälde waren zwar weder in Hinsicht der Ausführung,noch rücksichtlich der Zeichnung ganz ladelfrei: aber, neben dem eben bezeichneten grofsenVerdienste der Färbung, waren darin Gedanken, Tiefe, Kraft und Ausdruck. Vor allen warder Kopf des Christoph Columbus höchst dichterisch aufgefafst. Im Allgemeinen gehört Schacp-kens der Deutschen Schule an, deren tiefe Auffassung er sich anzueignen sucht. Er besitztdas Wesentliche, ihm steht die Farbe zu Gebote: aber noch hat er sein Augenmerk auf dieForm und auf die Zeichnung zu richten. Man erwartete, dafs seine vor drei Jahren nach Ita-lien und Deutschland unternommene Reise ihm sehr förderlich sein würde: doch sah mansich hierin getäuscht. Sein grofses 1836 in Brüssel ausgestelltes Bild: „Everard't Sterclaes",zeigte durchaus keine Fortschritte in der Form, wohl aber einen Rückschritt in der Farbe. DieFreunde seines Talents hoffen, dafs er zur nächsten Ausstellung sich wieder mit Glanz erhebenwerde.
PETER KREMER, geboren zu Antwerpen, im Jahre 1801, sollte, nach dem Willen seinerAltern, sich der Tonkunst widmen: aber eine unwiderstehliche Neigung zog ihn zur Malereihin. Er besuchte schon in seinem 13ten Jahre die Akademie, und legte sich zuerst auf Mo-bilienmalerei. Sein Fleifs und seine Fortschritte erwarben ihm die Freundschaft Herreyns, des-sen Belehrung und Aufmunterung ihn kräftig förderten. Im Jahre 1826 besuchte Kremer die