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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH BELGIEN.

fast in gleichem Maafse als diejenige, die in Frankreich bereits vorgegangen und sich zu ent-wickeln begann.

Die Brüsseler Ausstellung einheimischer Bilder im Jahre 1833 gab Zeugnis von den Erfol-gen dieser Bewegung.

Eine Menge neuer Namen erschien hier neben einer grofsen Anzahl bereits bekannter Na-men. Wir erinnern hier nur an die schon genannten: Navcz, Vcrboeckhoven, De Braekeleer,Van Assche, Philipp Van Bree, Van Regemorter, De Jonghe, Ducorron, Riquier, Van Ysendyck.Zuvörderst erschien nun Wappers, und neben ihm die neuen Namen Mathieu und Schaepkensals Geschichtsmalcr, Kremer und Leys im historischen Genre, Van der Eycken, Delvaux, Ma-rinus und Van Gingelen als Landschafter, Jacques Jacobs als Seemaler, und endlich FräuleinFanny Corr als Gescliichtsmalerin.

GUSTAV WAPPERS, geboren zu Antwerpen, im Jahre 1803, ist ein Zögling der Akade-mie seiner Vaterstadt. Sein erster Lehrer war Regemorter, der ihn für den Unterricht derAkademie vorbereitete, wo er bei Mathieu, Van Bree und Herreyns in die Lehre kam. Inden Jahren 1821 und 1823 bewarb er sich um den grofsen Römischen Preis, und machtedas zweite Mal den Sieg sehr streitig. Die Aufgabe warder Abschied Coriolans". Da beideMitbewerbungen für ihn ohne Erfolg waren, und er dadurch seine Hoffnung vereitelt sah,nach Italien zu gehen, und die grofsen Meister dort zu studieren, so widmete er sich, unterder verständigen Leitung von Herreyns, dem gründlichen Studium des Rubens und Van Dyck.Ein mehrmonatlicher Aufenthalt in Holland machte ihn vertraut mit der Malerei Rembrandtsund Van der Elsts. Später, im Museum des Louvre, zogen ihn die Maler der VenctianischenSchule an, welchen Rubens selbst die Färbung entnommen hatte.

Im Jahre 1830 malte er seinen Van der Werff.

Auf der Ausstellung des Jahres 1833 sah man von ihm ein schon zwei Jahre vorher fürdie St. Michaelskirche in Löwen ausgeführtes Gemälde:Christus im Grabe". Dasselbe warvon grofsartiger Auffassung und voller Poesie: aber Farbe und Wirkung waren dermafsenübertrieben, und die Umrisse so schwankend und unbestimmt, dafs man mit Recht besorgte,der Künstler möchte auf Abwege gcrathen, anstatt auf der Bahn, welche er sich durch seinenVan der Werff selbst eröffnet hatte, verständig fortzuwandeln. Im Jahre 1835 jedoch hatteer schon wieder auf die augenblicklich verlafsene Bahn eingelenkt. Sein grofses Gemälde ausder letzten Revolution:wie das Volk die Proclamation des Prinzen Friedrich auf dem grofsenPlatze in Brüssel zerreifst", reihte sich seinem im Jahre 1830 ausgestellten Gemälde an; manerkannte darin dieselbe Wärme und Wahrheit der Farbe, dieselbe bestimmte Zeichnung, die-selbe Wirklichkeit; es hatte sogar vor jenem den Vorzug einer gröfseren Festigkeit und Ge-diegenheit der Pinselführung.

Karls I. Abschied von seinen Kindern", ausgestellt im Jahre 1836, zeigte ein noch gröfse-rcs Fortscbreiten des Künstlers. Ein König, im Begriff das Blutgerüst zu besteigen, seine Kin-der zum letzten Male in seinen Armen liegend, indem das Beil schon über seinem Haupteschwebt; all dieser tiefe und erhabene Schmerz, all diese herzzerreifsende Angst, um so herzzer-reifsender, je stiller und verschlofsencr sie ist: dieser Augenblick ist bewundernswürdig dar-gestellt. Wappers hat sich hier wirklich als grofser Dichter gezeigt. Es ist nicht möglich, poeti-scher, gründlicher, edler und zugleich wahrer zu sein. Das ganze Bild ist ein Gedicht. Derihm zum Grunde liegende Gedanke ist herrlich ausgesprochen. Besonders der Kopf des Königs,in welchem der Maler nur den Vater und Menschen ausgedrückt hat, ist ein Meisterstück.