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AUSFLUG NACH BELGIEN.
Maler dar: Savoyarden, innere Ansichten, Auftritte aus dem Volksleben, ländliche Feste. DeBraekcleer hat etwas von Van Ostadc, Jean Steen und Teniers. Seine Fruchtbarkeit ist wahr-haft merkwürdig. Aufscr den erwähnten Gemälden, führen wir hier nur noch deren fünf an:der „Kurzsichtige und seine blinde Frau"; die „possierlichen Musikanten"; der „unverscheneFall"; die „Schulmeistcrin", und der „grofsvätcrlichc Segen".
J. VAN REGEMORTER, geboren zu Antwerpen, im Jahre 1785, ist ebenfalls ein ausge-zeichneter Genremaler. Wie De Braekelcer, hat er verschiedene Gegenstände seiner Bilderaus der Geschichte der alten Holländischen Maler genommen: Jan Steen, Rembrandt, Wou-wermans haben ihm mehr als einen Stoff zu geistreichen Darstellungen geliefert. Zu seinenbesten Werken gehören: „Philipp Wouwermans last seine Studien verbrennen"; „der geigen-spielcnde Schulillicker"; „der ärztliche Besuch bei einem Kranken"; „das Bcnedicite"; „dasTreiben auf einem Fischmarkle"; „Rembrandt malt einen Affen in ein Familiengcmälde" *;und endlich die „Hochzeit Jan Steen's mit Margrietje, des Scemalers Jan Van Goyen Toch-ter" **. Dieses letztere Bild war 1836 auf der Brüsseler Ausstellung zu sehen. Van Rege-morter hat Geist und Natürlichkeit. Er ist guter Colorist und trefflicher Zeichner.
FRANZ VERVLOET, geboren zu Mechcln, fing mit der Genremalerei an. Sein erstes Bild:„Zwei Reisende zu Pferde, in Begleitung eines Hundes", malte er im Jahre 1812. Um dasJahr 1820 gab er das Genre gänzlich auf, und malte nun Ansichten von Städten und Denk-mälern. Seine „äufsere Ansicht des Aachener Domes" eröffnet diese neue Bahn, welche derKünstler seitdem nicht verlassen hat. Gegen das Jahr 1822 ging er nach Italien, wo er sichnoch aufhält. In der Brüsseler Ausstellung des Jahres 1833 sah man viele Gemälde von ihm,unter welchen sich vor allen auszeichneten: die „Kapelle von Palermo", in welcher die Kö-nigin der Franzosen getraut und die unsrige getauft wurde; zwei innere Ansichten der „SantaMaria Nuova"; „die heilige Stiege zu Subiaco"; „der Kreuzgang des Karmeliterklosters";die Grotte der Heiligen Rosalia"; „die Ansicht des Hafens von Neapel", und „das Chor derKapuziner." Er hat neuerlich für den König von Neapel mehrere Bilder gemalt. Die in Italienherauskommenden Kunstblätter ertheilten ihnen grofses Lob. Was Vervloet im Jahre 1833 inBelgien zur Ausstellung brachte, trägt durchgängig Italienisches Gepräge. Man sieht, dafs derKünstler den grofsen Meister Canalelti, und jenen andern, noch gröfsern Meister, die Natur,studiert hat. Aus dem Gesichtspunkte der Flamländischcn Colorislen bcurtheilt, möchten seineGemälde grell erscheinen: eine Färbung, an die wir nicht gewöhnt sind; aber Italienischer Him-mel und Italienisches Licht sind mit strenger Wahrheit darin wiedergegeben, wie diejenigenbehaupten, denen es vergönnt war, die Küsten des Mittelländischen Meeres zu sehen. Dievon dem Künstler aufgenommenen Gegenden sind darin mit gewissenhafter Strenge gemalt,und oft hat er sie mit menschlichen Gestalten und Gruppen dichterisch zu beleben "-ewust.
Diesen Künstlern können wir noch beifügen die Namen Riquier, Eekhout, Van Ysendyk,Verstappen und Moerenhout; Maler, die sämmtlich in Antwerpen geboren sind, gegenwärtigaber im Auslande leben.
RIQUIER, geboren 1795, trat zuerst im Jahre 1813 in seiner Vaterstadt mit einem „An-drokles, der dem Löwen den Dorn aus der Klaue zieht", auf. Dieser Künstler hat dieselbeBahn durchlaufen, welche wir in der Entwickelungsgeschichte De Braekelers erblickten. Wie
* Ich habe dieses niedliche Bild im Jahre 1838 in der schönen Sammlung des Herrn Toe Laer inAmsterdam gesehen. Anmerkung des Verfafsers dieses Werkes.
** 0,70 Metres hoch, 0,95 Metres breit.