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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH BELGIEN.

zu übertragen, ohne sich bis zur poetischen Auffassung der Landschaft zu erheben. ImJahre 1836 erschien er auf der Ausstellung in Brüssel plötzlich mit einem ganz andern Ge-mälde, welches die Regierung für das National-Museum ankaufte. Diese Landschaft stellt das„Innere eines Waldes" * an einem schönen Herbstmorgen dar. Sie erregte sogleich bei ihrerErscheinung ein allgemeines Erstaunen. In der That hatte Niemand ein solches Werk vonDe Jonghe erwartet. Bis dahin war seine Farbe etwas grell und hart, seine Auffassung wartreu, aber nur prosaisch wahr. Und nun erschien er hier plötzlich mit einem Gemälde vollerFarbe, voller Einklang und voller Poesie. Seine Malerei war auf einmal ungemein fest undkräftig geworden. Der Grund ist: es fehlte bisher seinem Genie eine gewisse Natur, die erhier nicht gefunden hatte, und welche der Wald von Windsor ihm plötzlich offenbarte, sodafs er mit Archimedes ausrufen konnte: „ich hab's gefunden!"

Eine Reise nach England hatte ihn dorthin geführt.

Diese innere „Ansicht des Waldes" reiht den De Jonghe unseren besten Landschaftern an,sie eröffnet die neue Bahn, auf welcher der Künstler seitdem wandelt, und die er rühmlichdurchlaufen wird.

DE BRAEKELEER und VAN REGEMORTER sind Genremaler.

Der Erste, geboren zu Antwerpen, im Jahre 1792, malte anfangs Bilder aus der Heiligenund Römischen Geschichte. Sein erstes bekanntes Gemälde ist aus dem Jahre 1817: „Tobiasbeerdigt zur Nachtzeit einen unbestattet gebliebenen Hebräer." Im Jahre 1819 malte er: „Fau-stulus bringt seiner Frau den Romulus und Remus; Esau bittet um den väterlichen Segen;und Tobias erlangt sein Augenlicht wieder". Im Jahre 1822 malte er für Amsterdam eine„Heilige Familie". Bis dahin hatte unser Künstler noch nicht das eigentliche Fach gefunden,in welchem er einer der ersten Meister unsrer gegenwärtigen Schule werden sollte. Nachdemer lange Zeit aus dem Hebräischen, Römischen und Christlichen Alterthumc geschöpft hatte,wandte er sich auf einmal zur vaterländischen Geschichte. So erschien im Jahre 1830 aufder Ausstellung sein „Bäcker, wie er den Verrath und die Niederlage des Herzogs von Anjouin Antwerpen schildert," einer von den anziehenden Vorfällen, an welchen unsere Jahrbücherdes 16ten Jahrhunderts so reich sind. Auch scheint De Brackeleer vorzugsweise die Begeben-heiten dieses Jahrhunderts zu Gegenständen seiner Geschichtsgemäldc zu wählen. So gab er1834 zur Antwerpner Ausstellung: „die tapfere Vcrtheidigung Dornicks im Jahre 1581", undzur Brüsseler Ausstellung 1836: die „aufopfernde Hingebung des Stadtraths und der Bürgervon Antwerpen am 4tcn November 1576" **. Diese Gemälde haben alle treffliche Eigenschaftender Zeichnung und Färbung; es mangelt ihnen aber hinsichts der Auffassung, und sie sindmehr Genrebilder, als Geschichtsgemäldc. Es fehlt ihnen an Adel, an Würde, an Erhebungund Poesie. Auch verdankt De Braekelcer seinen grofsen Ruf keinen Werken höheren Styles.Als Genremaler aber ist er höchst ausgezeichnet, und in Belgien vielleicht ohne Nebenbuhler.Keiner ist unbefangener, keiner geistreicher. Er componirt kunstgemäfs, zeichnet richtig, co-lorirt harmonisch, vertheilt mit Verstand und Geschicklichkeit Schalten und Licht über seineFiguren, und führt den Pinsel mit seltener Feinheit und Leichtigkeit. Seine sehr zahlreichenGemälde sind in alle Sammlungen verbreitet, und werden von allen Kunstliebhabern gesucht.Die meisten stellen einzelne Züge aus dem Leben der alten Flamändischen und Holländischen

* 0,97 Metrcs hoch und 1,25 Metres breit.** 4,80 Metres hoch, 6,90 Metres breit.

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