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AUSFLUG NACH BELGIEN.
bald zei°t er uns vor dem Eingange einer Höhle eine schlafende Löwin, und neben ihr einenaus dem Schlafe plötzlich aufgeschreckten Löwen, wie er sichtlich dem Geräusche nach-spürt, während über ihm eine riesengrofse Boaschlange aus ihren Ungeheuern Windungen be-hutsam sich aufrollt und hervorstreckt, um das edle Thicr hernieder zu stürzen *; oder erführt uns in dem Hohlwege eines Polnischen Waldes eine Trift Pferde von allerlei Ragen vor,aufweiche er eine Hcerde hungriger Wölfe losläfst **. Hier darf unser Künstler in der Thatals Schöpfer einer neuen Gattung betrachtet werden. Es sind kaum drei Jahre her, dafs erdiese neue Bahn betreten hat, die er ohne Zweifel mit derselben Überlegenheit wie die erstedurchlaufen wird. Die feinste Ausführung, die vollendete Zartheit der kleinen Bilder Ver-boeckhovens machen sie zu wahren Kleinoden, ungeachtet eines vielleicht ein wenig grau undviolett schimmernden Tons, der überhaupt in seinen Gemälden herrscht. Seinen gröfserenGemälden thut die äufserstc Vollendung der Einzclnheitcn, welche in seinen kleineren Bil-dern so glücklich angewandt ist, vielleicht einigen Eintrag. Niemand macht mehr Studien,als Verbocckhoven, und Keiner beachtet so, wie er, den Rath der Erfahrung.
VAN ASSCHE und DUCORRON arbeiten im Fache der Landschaftsmalerei schon längstmit glücklichem Erfolge.
HEINRICH VAN ASSCHE, geboren zu Brüssel, im Jahre 1775, ist einer der Ältesten unsrerMaler
Das früheste uns von ihm bekannte Bild ist aus dem Jahre 1808, und giebt eine An-sicht des verfallenen Schlosses Mont-Aigle in der Provinz Namur vor. Die malerischen Ge-genden dieser letzteren, so wie der Provinz Lüttich, erregten zuerst seine Aufmerksamkeit, undbeschäftigten seinen Pinsel. Diese Thäler, diese wilden Felsen mit ihren Flüssen und Bächen,diese Mühlen, waren die ersten Gegenstände, die er nachzubilden versuchte; und solches hater stets in einer Art geleistet, dafs er, bei der vollsten Wahrheit der Darstellung, die Dingezugleich mit einer Poesie wiedergiebt, welche uns diese Gegenden nicht allein so wiedervorführt, wie wir sie gesehen haben, sondern zugleich Empfindungen erneut, welche ihr An-blick in uns erregt hat. Dies ist überhaupt eine der grösten Eigenschaften des Landschafters,und Van Assclie besitzt sie in einem sehr hohen Grade. Er liebt vorzugsweise Wasserfälle,schäumende Sturzbäche, überhaupt heftig bewegte Gewässer und zwischen Felsen strudelndeFluten. Von den Thälcrn der Maas, der Ourthe und des Hoyouz geht er nach der Schweizund nach Italien. Hier fesselt die Toccia sein Studium; dort beschäftigen ihn die Seen vonTiasimene und Lugano. Das Berncr Oberland bietet ihm die Lütschinen im LauterbrunnerThale, die Burg Unspunncn, Mcyeringcn und den Reichenbach. Perugia zeigt ihm seinealten Mauern, die sich Danlc's, Vannucci's und Lancelots erinnern. Der Tessin eröffnet ihmalle seine malerischen Schätze. Von dieser Reise schreibt es sich her, dafs Van Assche seit-dem fast ausschliefslich ein besonderes Fach erwählt hat: Wasserfälle und Giefshäche. Diewilde Natur, die er zu jener Zeit in der Schweiz und in einigen Theilen Italiens studierte,gewann seitdem seine ganze Vorliebe. Die Kunstgeschichte dieses Malers bietet eine merk-würdige Erscheinung dar. Ungeachtet seines vorgerückten Alters, sind seine letzten Werkeeben so schön, eben so kräftig und lebensfrisch, als die besten, die er je hervorgebracht hat.
wir auf der Berliner Ausstellung im Jahre 1838, wo es ebenso viel Überraschung als Bewunderungerregte. Anmerkung des Verfafsers dieses Werkes.
* Gemalt im Jahre 1837.
** Ausgestellt in Brüssel, im Jahre 1836.