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AUSFLUG NACH BELGIEN.
und fortschritten, schlugen neben ihnen einige wieder andere Wege ein. Das thaten Omme-ganck, Verboeckhoveu, Van Assche, Ducorron, De Jonghe, De Braekeleer, Van Regemorter,Vervloet.
Die beiden Ersteren widmeten sich derjenigen Malerei, in welcher Paul Potter sich einenso grofsen Ruhm erwarb. OMMEGANCK, nun schon todt, hat eine grofse Anzahl Gemäldehinterlassen, die von Kennern fast eben so gesucht werden, wie die Arbeiten jenes Holländi-schen Meisters. Von allen neueren Malern hat er allein vielleicht sich diesem am meisten ge-nähert. Die Zartheit seines Pinsels, der Geist, mit dem er ihn führt, der Einklang und dieKraft seiner Farbe, seine richtige Zeichnung und die dichterische Wahrheit, mit welcher erdie Natur wiedergab, machen diesen Künstler zu einein derjenigen, deren unsere neuere Schuleam meisten sich rühmen kann. Ommegancks Meisterschaft bestand hauptsächlich im Malender Schafe. Sein Pinsel gefiel sich darin, diese Thiere mit einem so schwellenden und seiden-weichen Vliefse zu umgeben, dafs man mit den Fingern darin wühlen möchte.
EUGEN VERBOECKHOVEN, geboren zu Warneton, im Jahre 1799, malt in derselben Art,wie Ommcganck. Wenige Maler verstehen so gut die Anatomie der Thiere; Niemand zeichnetsie richtiger, Keiner giebt ihr ganzes Wesen und ihre Gesichtsbildung naturtreuer wieder, alser. Wenige Künstler vermöchten wohl so verschiedenartige, und wieder in ihrer Gleichartig-keit so mannigfaltige Gegenstände mit gleicher schöpferischer Kraft zu malen. Es ist unmög-lich, sich einen Begriff von der Gewissenhaftigkeit zu machen, mit welcher dieser Künstlerseine Gemälde ausführt. Seine Werkstatt ist gewissermafsen ein kleines naturgeschichtlichesMuseum. Seine Studien sind unzählig, und alle mit einer Sorgfalt ausgeführt, wie sie dieHolländischen Maler nur auf ihre vollendetsten Bilder verwandten. Neben diesen Studien ste-hen Thonmodelle in den verschiedenen Stellungen und Bewegungen, welche sie in seinenGemälden haben, und diese Modelle sind von ihm, selbst auch in ihren kleinsten Theilcn, mitder. Genauigkeit des gewissenhaftesten Bildhauers gearbeitet.
Als er an seinem grofsen, im Jahre 1836 in Brüssel zur Ausstellung gegebenen Gemälde:„eine in den Polnischen Wäldern von Wölfen angehaltene Trift Pferde allerlei Ragen"*, ar-beitete, machte er nicht allein lange Studien nach todten Wölfen, sondern er gewährte unszugleich den Anblick eines lebenden, an der Thür seiner Werkstatt, fast dicht neben einem
Reh, an der Kette liegenden Wolfes.
Eigentlich sind in Vcrbocckhoven zweierlei dichterische
Naturen vereint. Bald sind es kleine, mit der Meisterschaft und Vollendung eines Mieris vonihm ausgeführte Bilder, welche tiefe Ruhe und Stille darstellen: etwa ein Rudel Rehe in derTiefe eines Waldes **; einige auf dem Grase im Sonnenschein zerstreut liegende Schafe***;ein Reisender auf einsamem Wege daherreitend, um noch vor Abend sein Dorf zu erreichen +■oder eine bei Sonnenuntergang eine Fürth durchwatende Heerde ff. In solchen Bildern istVerbocckhoven ein bukolischer Maler, wie Paul Potter und Ommeganck. In andern Darstel-lungen zeigt er sich als dramatischen Dichter und Maler: bald läfst er eine Heerde von einemGewitter erschreckt, dessen Donner man fernher hört, auf staubigem Wege dahinstürzen f f f;
* 2,47 Metres hoch, 3,57 Metres breit.
** In der Sammlung des Herrn Cerf-Frick zu Brüssel.
*** ^ u £ j er Baseler Ausstellung im Jahre 1836.
f Gemalt im Jahre 1837.
tf In der Rothschildschen Galerie zu Paris.
ttt In der Sammlung des Herrn Coghen zu Brüssel, im Jahre 1833. Dieses herrliche Bild sahen