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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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BEILAGE A.

Richtung des Van Dyk, Rubens und Rcmbrandt, besonders in den letzten Zeiten des 18tenund löten Jahrhunderts, mit Vorliebe gefolgt; und die harmonische, farbig unbestimmte Artihrer im Klima verwandten Nachbarn, öfter sogar mit schmutzigem Steinkohlendampf verstärkt,entwickelt hier wenigstens nichts, was anderen Nationen als Vorbild in irgend einer Art hättedienen können.

Genua ist, unter ähnlichen geographischen Verhältnissen eines heitern südlichen Himmels,am Meere gelegen, doch erst in der 2ten und 3ten Epoche der Venetianischen Kunstschulenmit inländischen Meistern aufgetreten; denn durch die ersten Stifter, welche Fremde waren,wie der Lombarde Carlo Mantcgna und Perin dcl Vaga (Schüler des Raphael und Floren-tiner), wirkten hier fremde Elemente imponirend und fortreifsend. Nur später erst geschahes, dafs die Genucser durch vorzügliche Werke des Van Dyk, Rubens und der Venetianer,selbst in der ihnen durch Klima und Lage natürlichen Richtung, zu einer weichen coloristi-schen Art zurückgeführt wurden, welche man nach Lage der Verhältnisse nicht anders vonihnen erwarten konnte.

Die Lombarden wenden sich, mit ihrer Schule in Mailand, in ihrer heitern, breiten undtrocknen Ebene, mehr dem Geschmack e der Römischen, Umbrischen und FlorentinischenSchule zu. Sic sind strenge Zeichner, und suchen mit starker Modellirung die tiefe Auffafsungder Formen; und wenngleich Luini in seinen Fresken zu Saronna mitunter sehr schön colo-rirt hat, so ist der ganze Charakter der Schule mit seiner Eigcnthümlichkeit doch nicht indem Sinne als farbig-glänzend zu bezeichnen, wie man diefs mit vollem Recht von der Vene-

tianischen Schule sagen kann.

Eher nähert er sich in Rücksicht der Färbung, besonders im

Fleische (welches mehr dunkel und schwärzlich in den Schatten, und einförmig röthlich inden Lichtern ist), der Schule von Ferrara, da auch diese zuweilen in den Farben der Gewän-der sehr tief und glänzend ist, welches nachher sich bis Bologna fortpflanzt. Was den Aus-druck der Köpfe, besonders der weiblichen, betrifft, so könnte man alle Personen für einegrofse Familie von Schwestern und Brüdern halten; doch ist diefs zugleich der Nationalschnittder Lombarden, und das Motiv, welches Lionardo zu einem herrschenden Kanon der Schön-heit entwickelte, ist noch heute in schönen Wiederholungen auf allen Strafscn der Lombardeizu finden.

Florenz und Rom, und die dazwischen liegenden bedeutenden Schulen von Sicna und Um-brien, haben besonders in den frühesten Zeiten, wo alle diese Schulen im strengsten Kirchen-styl als Diener der Kirche arbeiteten, eine grofse Aehnlichkeit in ihren Richtungen. Dochmöchten Florenz, Rom und die Schule von Umbrien sich vielleicht näher stehen durch Strengeund Tiefe der Auffafsung der Gegenstände, so wie durch Schönheit und Helligkeit der Far-ben, in welcher nur in den frühesten Zeiten Duccio, Guido da Siena und Simon Memmi ihnennahe bleiben. Da Neapel fast unter denselben äufseren Umständen wie Genua, durch Heran-ziehung fremder Künstler in allen verschiedenen Epochen der Kunst, seine einheimische Kunstentwickelte, so ist es auch in beiden Städten am schwierigsten, einen entschiedenen, von hei-matlichen Einflüfsen abhängigen Charakter derselben anzugeben, und man kann nur bemer-ken, dafs die ähnliche geographische Lage und die ähnlichen äufseren Umstände auch ähnlicheResultate liefern, nämlich ein zu allen Zeiten nöthiges Aufnehmen und Verarbeiten fremderschon entwickelter Kunstrichtung, um nicht in leerer Thatenlosigkeit zu erbleichen. So sehenwir, bei nicht geringer Befähigung der Neapolitaner, dennoch im 13ten, 14ten und löten Jahr-hundert Chnabuc, Giotto und Matteo da Siena auftreten. Andrea di Salerno, als eingeborncr