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DEUTSCHE KUNST.
unverkennlicher Theilnahme nach der Maskengruppe; sie stellt den linkenFufs, gleichsam als Unterlage für den Säugling, auf die höhere Stufe, undbeugt sich, ihm die Arbeit zu erleichtern. Wer fühlt nicht die Wahrheitund Individualität dieser Gruppe und jedes Zuges? Eine Alte unter derThüre spinnt stehend und mit der linken Schulter an den Thürpfosten sichanlehnend; so dafs auch die letzte Stufe gleichgültiger Theilnahme nichtfehlt. Der gebrauchte Besen und der beinahe ausgediente Wafserkrug amBoden machen uns noch mehr mit dem Hausstande der Familie bekannt.Gerade diese kleinen Züge charakterisieren unsern Künstler sehr, dem derReiz des eigenthümlichen Lebens bei keiner Sache entging. Treten wirnun in den Hintergrund, so verlieren wir zwar nicht ganz, aber doch zumgrofsen Theile den Carneval aus den Augen. Die Leute an der Osteriasind über die Tollheiten ihrer und aller Jugend hinweg; nur Neugierdekann die wohlbeleibte Bürgersfrau, die dort sich an die Wand lehnt, be-wegen, nach der weiblichen Maske, die die Stufen herabkömmt, und derein Arkadischer Schäfer auf dem Fufse folgt, sich umzusehen. Die übri-gen Leute bleiben beim dampfenden Kefsel; nur eine Frau noch, die ihrKind aus dem Wege zieht, um Platz zu machen, und ein Herr, der ebendas Fenster eines Hauses im Hintergrund öffnet, widmen, obschon ausverschiedenen Ursachen, der Maske einige Aufmerksamkeit. Damit auchdas Wahrzeichen von Rom nicht fehle, sitzt ein Bettler an der unterenTreppenstufe.
Der Reichthum der Motive und ihre Lebendigkeit erhellt vielleicht schonaus dieser Darstellung; allein die Unerschöpflichkeit der BeobachtungsgabeKraffts, vom Ganzen des Charakters bis ins kleinste Detail, läfst sich nuran dem Bilde selbst erkennen. An der Färbung spürt man wohl, dafsKrafft mehr Zeichner war; aber die Ausführung zeugt von dem aufseror-dentlichsten und unermüdlichsten Fleifse, sowie von der genauen Kenntnisaller Formen und der Fähigkeit vollkommener Modellierung.