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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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DEUTSCHE KUNST.

hervorhebend und richtig bezeichnend. Wo er den Anforderungen derSchönheit, namentlich in Bewegung und Haltung, entgegenkömmt, ist ernicht ganz frei vom Schein der Absichtlichkeit. In der Formengebung ister, seit den Fresken in Casa Bartoldi, ohne Schwanken geblieben; durchNaturanschauung und Studium der Kunst gebildet, ist sie doch, bei allemVerständnis der Construction der Tbeile, allgemein, von Zufälligkeiten frei,und in den Linien vorherrschend weich und glatt: was namentlich den Ge-wändern oft ein mehr conventionelles, als natürliches Ansehen giebt. SeineZeichnung ist von hohem Adel, rein, bestimmt und feingefühlt; seine Fär-bung mehr zart, als kräftig, und durchaus ideell; seine Modellierung, fernvon jeder Effectberechnung durch grelle Gegensätze von Licht und Schat-ten, geht nicht weiter, als das Hervorheben des auszusprechenden Gedan-kens es nöthig macht, da es ihm nicht um sinnliche Täuschung, sondernum geistiges Verständnis zu thun ist. Nach dem Vorbilde älterer Meister,wendet er beim Malen eine mehr flüfsige, als pastose Behandlung an, undvermeidet vor Allein die sogenannte breite Manier.

Eins der interessantesten Gemälde Overbecks ist der Einzug Christi inJerusalem*, von ihm bereits während seines Wiener Aufenthaltes ange-fangen, sodann nach Verlauf von 10 Jahren vollendet, gegenwärtig in Lü-beck aufgestellt, gewissermafsen ein Denkmal seines künstlerischen Bil-dungsganges. An dieser Composition sieht man, wie sehr es ihm daranlag, sich den beabsichtigten Moment wirklich zu vergegenwärtigen und denmannigfaltigen Eindruck desselben ausführlich zu schildern. Dazu reichteder jugendlichen, vollen Phantasie der Raum des Vorgrundes nicht hin,Mittel- und Hintergründe wurden mit Figuren ausgefüllt, und bis in dieentferntesten Winkel dringt das Hosianna der Menge und der belebendeGeist des denkenden Künstlers. Da ist keine Gestalt, die nicht ihren be-sondern Ausdruck hätte, von den neidischen Pharisäern bis zur andächtigfrohen Mutter, vom Kinde auf der fernen Stadtmauer bis zum Heiligen

* Lithographiert von 0. Specktcr, 1833.

Hl.

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