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DEUTSCHE KUNST.
Griechischen Himmel, und jedem Leser werden Beispiele genug aus derGeschichte alter und neuer Zeiten als Belege der ausgesprochenen Ansichtzu Gebote stehen. Uns kam es damit hierauf an, das Verhältnis anzu-deuten, in welchem wir uns Overbeck zu Cornelius, zu seinen übrigenZeitgenofsen und zur Kunst überhaupt zu denken haben. In ihm, wie inCornelius bewegen sich ungefähr gleich starke künstlerische Kräfte; einefestbegrenzte Natur, wie dieser, liegt er mit ihm im seltenen Streit um denVorrang, den Jeder dem andern zuschreibt. Was sie scheidet und wassie eint, läfst sich vielleicht am klarsten im Bilde ihrer religiösen Denk-weise erkennen: Cornelius ist mit der Seele eines Reformators als Katho-lik, Overbeck mit der eines Katholiken als Protestant geboren. Das Schick-sal hat beiden einen geschiedenen "Wirkungskreis angewiesen: den kräfti-geren, freieren zum thätigen, umfafsenden Eingreifen in die Gegenwartins Vaterland gerufen; den stilleren, sich beschränkenderen in der Einge-zogenheit eines fast klösterlichen Lebens in Rom gelafsen. Der Geschicht-schreiber und wer mit ihm von persönlichen Neigungen und Empfindungenunbefangen das Leben betrachtet, wird nicht Einem vor dem Andern denVorzug geben wollen; erkennen mufs er, wie beide, auf gesonderten We-gen, der Kunst unserer Tage Richtung und Inhalt und, nach Maafsgabe derZeit, in der wir leben, Vollendung gegeben haben.
Friedrich Overbeck, geboren 1789 zu Lübeck, dankt die ersten Kunstan-regungen einem schönen und grofsen Altdeutschen Gemälde, angeblich vonHemling, das sich in einer der Kirchen seiner Vaterstadt von Alters hererhalten hat. Zu Eindrücken dieser Art stimmte allerdings das Verfahrender unter Fügers Direction stehenden Akademie in Wien, wohin sich Over-beck um das Jahr 1808 zu seiner Ausbildung wandte, wenig, und da erauf dem von ihm betretenen Wege, den zu verlafsen er für ein Unrechtwider den Geist gehalten haben würde, sich von dem dort gültigen in ge-rader Richtung entfernte, war es so wunderbar nicht, wenn auch immerschmerzlich, dafs er und Alle, die seines Sinnes waren, als unfähig von