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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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ROM.

RUDOLF SCHADOW,

Bildhauer,

Sohn und Schüler des Bildhauers und Directors J. G. Schadow in Berlin,geboren 1786, gestorben zu Rom am Slsten Januar 1822, ein Künstler vonseltenen Gaben und feinem Sinne für die Schönheit der Natur. Sein Ver-lust war um so beklagenswerther, als er in den wenigen Werken, die erhinterliefs, wohl die Reinheit, aber noch nicht den Umfang seines Talen-tes bekundet hatte. Die Sandalenbinderin und die Spinnerin, Statuen inCarrara-Marmor, beide im Besitze des Königs von Preufsen (erstere alsWiederholung in der Glyptothek zu München), zeigen ihn uns als Meisterim Zarten, seine Marmorgruppe, Achilleus und Penthesilea, und seine tan-zende Bacchantin, gleichfalls in Berlin, als Meister im heroischen Style.Es ist ihm gelungen, in den beiden ersten die weibliche Natur gleichsamim Momente der aufbrechenden Rosenknospe mit allen Reizen der Unschuldund Anmuth geschmückt darzustellen, so wie in den andern, ideale Gestal-ten in vollkommener Lebenswahrheit ohne Anklang an die gemeine Wirk-lichkeit wiederzugeben. Die Gruppe der Penthesilea ist nach seinem Todevon seinem Vetter Emil Wolff vollendet worden.

OVERBECK.

Es ist eine Erscheinung, die sich in der Geschichte der schönen Künstehäufig wiederholt, dafs in bestimmt ausgesprochenen Epochen in derRegel zwei Persönlichkeiten mit gegenseitigem, scheinbarem Widerspruchund gegenseitiger Ergänzung vor den Andern als Höhenpunkte hervortre-ten, gleich als ob es gegen den Organismus der Seele wäre, die Auf-gaben der Kunst für eine einzige zusammenzufafsen. So ragte schon diealte Heimat der Musen, der Parnassos, mit einem doppelten Gipfel in den