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DEUTSCHE KUNST.
Auffafsung, so dafs jede Stelle Roms, der Umgegend und des nahen Ge-birges mit uns die ihr allein eigene Sprache zu sprechen scheint. Dazukömmt eine durchaus neue Anordnung der landschaftlichen Theile, der ver-schiedenen Gründe, Baumgruppen, Wafserflächen, Wolken u. s. w., und end-lich ein so eigentliümliches Steigen und Fallen der Linien, dafs wir darineine neue auf historisch-künstlerischem Gefühl ruhende Architektonik derLandschaft wiedererkennen. Dieses Verdienst haben nun ebenfalls alleseine grofsen und kleinen in Öl ausgeführten Landschaften. Eine jede hateinen bestimmten Hauptinhalt, ein Grundmotiv, das klar hervorzuheben unddurch allen Reichthum der Ausstattung durchzuführen, die Aufgabe desWerkes wird. Ernstes und Heiteres, Schreckliches und Liebliches, Hohesund Niederes in der Landschaft gelingt ihm auf gleiche Weise, aber vorallen jene reine Stille der Natur in der Mittagstunde, die die Alten unterdem Namen der Pansruhe kannten, und die mit wunderbarer Gewalt dieSinne umfängt. In solche Naturschilderungen verwob er dann mit grofsemGlück Scenen aus der Mythologie oder dem Leben der alten Völker, undgerade sie gehören zu den vorzüglichsten seiner Werke; wie er denn auchdie mit Apoll unter den Hirten, mit dem Raube des Hylas, mit Actäon undDiana u. s. w. mehrmals, die erstere sogar siebenmal hat malen müfsen.Sehr gerühmt werden auch seine grofsen Tyroler Landschaften und die ausder Umgegend von Rom, namentlich Olevano, davon das schönste undgröste Bild sich auf der Münchner Akademie befindet. Stimmung des Tonsim Ganzen, Klarheit der Lüfte, tief kräftige reine Farben, in mehr flüfsiger,als pastoser Behandlung, sind, aufser den genannten, wesentliche Vorzügedieser Bilder, denen es aber auch hin und wieder an Luftperspective undmeistens an genauer Formendurchführung fehlt. Eines der allervorzüglich-sten Bilder von ihm, eine kleine Landschaft von fast Claude'schem Cha-rakter, besitzt Herr Director Robert von Lanier in München.
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