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so wenig durch die Kunst gesondert darstellen, als sie Gott in der Ge-schichte gesondert hat.« Diese Ansicht, nach welcher ein geschichtlichesEreignis wie ein natürliches neben natürlichen Erscheinungen auftritt, ver-setzt uns auf den naturalistischen Standpunkt, hebt die symbolische Bedeu-tung der Kunst auf, und ordnet die Schilderungen der Geistes- und Ge-müthszustände denen der (dem Umfange nach) reichern Natur unter. Diesgeht nun allerdings bei Darstellungen der Mythologie und zum Theil des AltenTestamentes, die, wie z. B. der Raub des Hylas, das Opfer Noahs u. s. w.,das Gemüth weniger, als die Phantasie berühren; aber man denke sich dasAbendmahl, oder das Gebet am Ölberge, oder die Kreuzigung u. dergl. alsStaffage, und man wird das ganze Gewicht dieses Irrthums empfinden. Inder That ist (wenigstens für unser Fafsungsvermögen) Leben des Geistesund das der Natur so weit geschieden, dafs wir in gleicher Stärke beideszu gleicher Zeit an gleichem Orte nicht empfinden, und dafs immer einesdas entschiedene Übergewicht haben mufs, wenn nicht beide zur Alltäg-lichkeit herabsinken sollen.
Dennoch müfsen wir in vorliegendem Falle den gerügten Irrthum gutheifsen, da er unsern Künstler zur Entwicklung eines vorzüglichen Ta-lentes und zur Feststellung von Grundsätzen über den historischen Stylin der Landschaft geführt, und da ihn ferner sein oben bezeichneter, demLeben der Sinnenwelt vorzüglich aufgeschlofsener Geist, von selbst zurSchilderung von Zuständen und Ereignissen geführt hat, die mit der Na-tur in innigster Verbindung stehen; wie noch heutzutage das Volksleben imAllgemeinen, dessen Scenen Koch eben so gern zum Schmucke seinerLandschaften verwendete, als die aus dem Alten Testamente und der My-thologie.
Am ersten machte sich Koch als Landschaftsmaler bekannt durch eine Rei-henfolge Römischer Veduten, die er radierte. Nicht etwa eine sogenanntegeistreiche Nadel, oder schöne Haltung, oder detaillierende Ausführung unddergl. zeichnen diese Blätter aus, sondern eine auffallend charakteristische